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Wartenstein

 (Raach am Hochgebirge-Wartenstein/Gloggnitz/Neunkirchen) dwestlich von Gloggnitz (ca. 3 km Luftlinie) an der Straße, die von dieser Stadt

über Schlagl bzw. Raach in das Feistritztal führt, erhebt sich die Burg.

Um 1130 wird urk. ein „miles ... Regnboto“ genannt; in diesem Schriftstück schenkte dieser Ritter dem Kloster Formbach/Inn zwei Bauerngüter im Orte Rasch (OÖUB 1649 Nr.72). Dieser Reginbot war wahrscheinlich mit dem Raum um Raach, Schlagl und Sonnleiten von den Grafen Formbach-Pitten belehnt worden. Da die Burg Wartenstein innerhalb dieses Gebietes liegt - damals bestand sie noch nicht - so wird dieser Rit­ter der erste erwähnte Besitzer dieses Gebietes gewesen sein. Sein festes Haus kann in Rasch angenommen werden.Ungefähr 60 Jahre später scheint bereits ein „Hermannus de Wartenstem“ (OÖUB 1 707 Nr. 254) auf; noch um 1170 wird ein Eberhard von Raach erwähnt, es kann daher die Erbauung der Burg nach 1170 und vor 1190 gesetzt werden. Herman war ein niederer Dienstmann der steir. Ottokare und kann als Bauherr ange­sehen werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er aus der Familie der Grafen von Pitten stammte, vielleicht sogar mit Hermann von Pitten identisch ist. Um 1215 dürfte er ge­storben sein und sein Bruder (?) Konrad trat die Nachfolge an, der in einer Urkunde aus 1220 nicht mehr die Bezeichnung miles, sondern ministerialis führt, er war also in der Rangordnung gestiegen; denn ein solcher Dienstherr hatte das Recht, eigene Gefolgsleute (milites) zu haben. Für die nächsten sechs Jahrzehnte fehlen alle Nachrichten. Erst 1287 scheint Wartenstein wieder auf und wird in der betreffenden Urkunde als „castrum“ be­zeichnet; d. h. sie war also bereits eine Burg mit militärischer Funktion; Heinrich von Stubenberg hieß der neue Herr, dem „her Erchenger“ folgte, vermutlich ein außereheli­cher Sohn des Stubenbergers. Nach dem Tode Erchengers, zwischen 1311 und 1326, wurde die Burg landesfürstlich. Die ästen. Herzoge belehnten die Herren von Falken­berg mit dem „vest haus‘~ d. h. eine stark befestigte Anlage = Burg. Die Falkenberger hatten ihren bedeutensten Besitz n. der Donau im Kampgebiet, Wartenstein wurde durch Pfleger verwaltet. Nach dem Tode des letzten Falkenbergers, 1355, traten die Herren von Capellen und die Herren von Wallsee als nächste Verwandte die Erbschaft an, aber diese verzichteten noch im selben Jahr zugunsten der Capeller, die aber auch nicht lan­ge im Besitz der Herrschaft Wattenstein blieben, sie verkauften alles dem Landesfürsten,

aus wehrpolitischen Gründen daran interessiert war (Semmering). Die 1379 erfolgte 11 :rteilung zwischen den Herzogen Albrecht III. und Leopold III. wirkte sich auch.........

 

....lich als Eigentum zu erwerben. Bis 1633 (?) saßen die Urschenbeck auf Wartenstein; ihnen folgten die Herren von Petschowitsch. Durch eine Testamentsklausel des Georg Andreas aus diesem Geschlecht, sollte beim Aussterben aller Erbberechtigten dieses Hau­ses der Wiener Servitenorden die Rechtsnachfolge antreten, Casixnir gelang es aber, von den Serviten eine Verzichtserklärung auf Ihre Ansprüche zu erreichen. In dem langen Rechtsstreit gegen die Urschenbecks wegen der Höhe des Kaufbetrages war Casimir nicht so glücklich, er verlor den Prcaeß und mußte 71.000 Gulden nachzahlen. Bis 1720 blieben die Petschowitsch Eigentümer, dann folgten die neapolitanischen Grafen Stella, die infolge ihrer Stellungen, die sie bekleideten, selten auf Wartenstein weilten und daher Verwalter bzw. Pächter bestellten, was auch von Ihren Nachfolgern gesagt werden kann. Es war die Familie Caracciolo, die bis 1870 die Herrschaft besaß. Einem Verwalter, dem ein oder zwei Kanzlisten, ein Jäger und ein Gerichtsdiener zur Seite standen, oblag die Betreuung der Güter und des Schlosses, in welchem sie amtierten und wohnten. Der nächste Eigentümer war das Haus Liechtenstein. Während des 2. Weltkrieges waren im Schloß staatliche und Wehrmachtsstellen untergebracht. Im April 1945 wurde durch das Vordringen der Russen dieser Raum Kampfgebiet und nachher der Bau von der Be­satzungsmacht beansprucht. Von dem Fürsten Franz Josef II. von und zu Liechtenstein wurde 1957 im Auftrag des schwed. Industriellen und Phllantropen Dr. Axel L. Wenner­Gren das Schloß angekauft und zu dem europäischen Zentrum seiner wissenschaftlichen Stiftung- Wenner.Gren Foundation for Anthropological Research of New York - durch den Architekten Richard Praun umgestaltet. Die feierliche Übergabe an die Anthropo­logen erfolgte am 17. Aug. 1958.

Durch den Torturm mit seinem Haupttor und der Fu~gängerpforte kommt man in den langgestreckten Hof. An seiner W-Seitc die ehem. alte Hochburg mit Palas und vier-eckigem Berchfrit; an diesen Bautrakt schließt n. die (neue) Stiegenanlage mit ihren bei­den Podesten an, dann folgt der Küchentrakt. Die 0-Seite des Hofes nimmt der nach 1957 umgebaute Gebäudeteil ein, an dessen s. Ende sich ein zweiter Berchfrit erhebt. sein oberstes dreifenstriges Geschoß kragt vor. Die schwach ovalfi~trmige Anlage schließt im N ein starker Wachtturm ab. Der W-Trakt der Anlage mit Berchfrit und Palas kann 1. d. 4. V. d. 12. Jh. gesetzt werden. Mit größter Wahrscheinlichkeit wurde im Zuge die­ses Baugeschehens auch eine der Zeit entsprechende einfache Ringmauer errichtet. Es war somit jene dreieckige Grundrißgestaltung geschaffen worden, die dann in der fort­schreitenden Entwicklung der Wehrhaftigkeit zur Errichtung der beiden rmme am N­Ende und in der SO-Ecke führte. An der Innenseite der Ringmauer standen sicher einfa­che Holzbauten, die als Schupfen und Stauungen Verwendung fanden. Damit war die ma. Burg vollendet, die infolge ihrer strategischen Bedeutung mit Recht die Bezeichnung castrum führte. Die Gotik nahm nur geringe Bauändemng vor: die bis 1873 in der urspr. Form bestehende Kapelle mitihren Fresken war erbaut worden und mancher Innenraum erhielt got. Schmuck. Die kommende Renaissance gestaltete auch diesen Bau in Ihrem Geiste um, der ma. Baucharakter mußte modernen Wohn- und Verteidigungsanlagen Platz machen. Die ö. Ringmauer wurde Außenmauer des hier errichteten Wohntraktes und ein ähnlicher Einbau wurde zwischen Hochburg und N-Turm geschaffen; diese Um- bzw. Neubauten können 1. d. 3. V. d. 16. Jh. gesetzt werden. In die Zeit d. 1. H. d. 17. Jh. fällt die Errichtung des Torturmes und die sich zu seinen beiden Seiten erstreckenden Ba­stionsanlagen wie auch der neuen Kapelle. Dies war der Bauzustand bis 1873. Eine Über­prüfung der „Zufluchtsörter“ wegen der drohenden Türkengefahr ergab zwar auf War­tenstein hinreichende Waffen- und Munitionsvorräte, aber einen schlechten Verteidi­gungszustand, was SchlOß und Umgebung fühlen mußten. In einem Bericht aus 1748 wird dagegen der Bauzustand als ein guter bezeichnet. Kleine bauliche Veränderungen wurden von dem Architekten Ignaz Banko in den siebziger Jahren d. 19. Jh. vorgenom­men. Der bereits im 17. Jh. bis zur Dachhöhe angetragene SO-Turm wurde wieder erhöht,

 

( Burgen u. Schlösser in NÖ. Im Raume Bucklige Welt, Semmering, Rax. Birken – Verlag 1969. Seite 127 bis 131 ).

 

Schloß Wartenstein

Die um 1180 von den steirischen Markgrafen erbaute. 1192 landesfürstliche und im 13. Jh. umgebaute mächtige Höhenburg diente dem Schutz der Sem­meringstraße. Kaiser Friedrich III. übergab sie 1478 dem von ihm gegründe­ten und von Millstatt nach Wiener Neustadt berufenen St. Georgsorden. der sie bis 1543 behielt. 1609 verkauft, kam sie in verschiedene Hände, zuerst an die Freiherren von Urschenpeck. die sie mit ihrer Herrschaft Grimmenstein vereinigten, und im 18. Jh. an Rochus Graf SteIla. einen Glücksritter in den Diensten Kaiser Karls VI.

Die große Anlage mit dem Bergfried und der Dreikönigskapelle aus der Ro­manik und den wehrhaften Gebäuden um einen langgestreckten Hof wurde 1478 von Matthias Corvinus erobert. 1529 durch die Türken zerstört, 1645 umgebaut. 1809 von den Franzosen verwüstet, . und kam 1870 an die Fürsten von Liechtenstein, die sie anschließend restaurieren ließen.

Die Hochburg ist noch heute Ruine. 1945 stark beschädigt, wurde Wartenstein 1950 von der Wenner-Gren-Foundation for Anthropologica/ Research erworben und als eu­ropäisches Zentrum dieser Stiftung großzügig erneuert und ausgestattet.

( Burgen u. Schlösser – Ausstellungskatalog Grafenegg 1994 ).

 

Mit Gloggnitz, einer in stetem Auf­schwunge begriffenen Sommerfrische, be­ginnt die Semmeringbahn. Der hübsche, industrielle Ort wird von der Schwarza durchströmt. Auf einem Höhenzuge steht das Schloss Gloggnitz und auf einer Vor­stufe des Otters erhebt sich dominirend das imposante, dem regierenden Fürsten Johann von und zu Liechtenstein ge­hörige Schloss Wartenstein.

( Der Semmering und seine Umgebung. Wien 1901 – v. Rainer Glück geborgt ).

 

…….Nur die Kapelle ist wiederhergestellt worden, als 1873 Franziska Fürstin zu Liechtenstein hier Restaurierungsarbeiten durchführen ließ.

(Aus „Schlösser in Österreich“ – Erster Band W, NÖ, BGLD von Laurin Luckner. Bücherei Mistelbach XII/90).

Autor: Hans Huysz

Objekt: Ort
Zustand: Österreich
Land / Region: Niederösterreich

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