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Herrnbaumgarten

www.herrnbaumgarten.at

Daß die Herren von Liechtenstein gegen Ende des 12.Jahrhunderts zu den größten Grundherren des Weinviertels zu rechnen sind, ergibt sich aus einer Grundübertragung Dietrichs I. 3 v.Liechtenstein anläßlich des Eintrittes seiner Tochter Wirat 9 in das Klosterneuburger Frauenstift zwischen 1186/1192.

Als Ausstattung überließ Dietrich dem Stift 3 Lehen, eines in (Herrn-) Baumgarten und 2 Lehen in Schirnesdorf. (Heimat im Weinland.Jg.1980.S.309-321.“Das Rabensteiner Gut“ v.Anton Kreuzer

 

Eine Burganlage nördl. der heutigen Pfarrkirche E. 13.Jh. genannt. 1645 beim Schwedeneinfall zerstört. In der Pfarrkirche, anstelle des Altarbildes in der nördl.Langhauskapelle, (rechter Seitenaltar) bar.Votivbild, 1.H.18.Jh.; Pestbild mit Darstellung des Marktes Herrnbaumgarten, im Hintergrund die Ruine der ehemaligen Burg.(Dehio 1990 S.419).

Reste der Burg sind in einigen Häusern erhalten, so besonders im Gebäude auf Parz.181. Im Burgareal befindet sich der Altbau eines großen Speichers. Die Burg wurde in den Hussitenkämpfen beschädigt. Endgültige Zerstörung 1645. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

UM 1423 verkauft Albrecht der Sweinwartter das ldf.Lehen, die Feste Herrnbaumgarten mit dem Gericht dem Hertneid V. 53 v.Liechtenstein. (Burgen u.Schlösser in NÖ.Birken-Verlag.Unter Kleinschweinbarth).

 

Woher dieser Liechtenstein’sche Besitz stammt, konnte nicht festgestellt werden, wird jedoch im ältesten Klosterneuburger Urbar von 1258 ausgewiesen.(Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg V,225). Es heißt dort beim Wirtschaftsamt Erpurch (Erdberg) : Paumgarten, ein Lehen. Dienst zu Michael 5 Schilling, zu Ostern 3 Käse, Eier werden nicht gegeben; zu Pfingsten 3 Käse, ebenso wie zu Weihnachten, zu Maria Geburt 2 Hühner, im Fasching 1 Huhn. Dies finden wir auch im zweiten Urbar von 1303-1306, jedoch zu Maria Geburt nur 1 Huhn.(Klosterneuburger Urk.II,112).Dieser Besitz des Stiftes findet sich noch in den Urbaren von 1340 und 1404.(Klosterneuburger Urk.II, 195 und 197).(Font.rer.Austr.IV Nr.603)- (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.35).

 

Dietrichs bedeutender Sohn, Heinrich I. 11 v.Liechtenstein, der eine Tochter Kadolds I.(v.Baumgarten) zur Frau hatte, erhielt von dem damaligen Markgrafen und späteren König Przemysl Ottokar 1249 die Herrschaft Nikolsburg. (Falke I.S.290). Ottokar wollte sich damit bei seiner Bewerbung um Österreich einflußreiche Freunde gewinnen. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.36).

 

Heinrich I. 11v.Liechtenstein war 3 mal verheiratet.

1.Ehe Dietmut, von Baumgarten ?

2.Ehe ca.1245 mit Mechtildis (aus dem Hause der Orphani ?).

3.Ehe 1265/66 mit Elisabeth. (Gustav Wilhelm-Stammtafel 1-III-4).

 

 

 

1297 wird Wichard von Baumgarten von Friedrich vermutlich II. 25 v.Liechtenstein (vermählt vor dem 16.Oktober 1297 mit Kunigunde (von Baumgarten ?), gest.zwischen 1300 und 1305 in Wilhelm Stammtafel 1,-V-2) Onkel väterlicherseits genannt. Da Wichard kein Liechtensteiner war, kann die Oheimschaft nur von der Mutter Friedrichs, die Diemud hieß,herkommen.(Diskrepanz auf der Stammtafel-Klärung erforderlich.Anm.Huysza).Diemud muß also die Tochter Kadolds I. und die Schwester Wichards gewesen sein. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.13)

 

1297 am 16.10.übernimmt Wichard I.von Baumgarten gemeinsam mit seinem Neffen Friedrich I.? 21v.Liechtenstein die Bürgschaft beim Verkauf eines Gutes.(Font.rer.Austr.I,278). Das letzte Mal ist Wichard I. mit seiner Frau Agnes als Bürge bei einem Verkauf Friedrichs II.? v.Liechtenstein 1300 an das Stift Klosterneuburg erwähnt.(Klosterneuburger Urkundenbuch I.S.65). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.14).

 

1249 ?Dietmar I.von Baumgarten tritt mit seinen Brüdern Albero und Heinrich als Zeuge auf, als Ottokar Przemysl ihrem Schwager Heinrich I. 11 v.Liechtenstein Nikolsburg verleiht.(Boczek,Cod.dipl.Mor.III,103).

(Heinrich,erstm.genannt 1233- in 1.Ehe vermählt mit Diemut ,Anm.Huysza). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.14).

Diemud von Baumgarten- Sie kann als Tochter Kadolds I. angesehen werden. Sie wird im Testament ihres Gatten Heinrich I. von Liechtenstein als Mutter Friedrichs I.21 v.Liechtenstein und Schwester Wichards I.bezeichnet.( Falke I.S.509 u. Font.rer.Austr.I,278). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.16).

 

1352 am 12.4. genehmigt Herzog Albrecht II. die Versetzung des herzoglichen Lehens von 60 Pfund Geldes zu Paumgarten durch Hans von Hakenberch und seine Frau an Ulrich von Liechtenstein.(Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.13).

 

 

Eine Burganlage nördl. der heutigen Pfarrkirche E. 13.Jh. genannt. 1645 beim Schwedeneinfall zerstört. In der Pfarrkirche, anstelle des Altarbildes in der nördl.Langhauskapelle, (rechter Seitenaltar) bar.Votivbild, 1.H.18.Jh.; Pestbild mit Darstellung des Marktes Herrnbaumgarten, im Hintergrund die Ruine der ehemaligen Burg.(Dehio 1990 S.419).

Reste der Burg sind in einigen Häusern erhalten, so besonders im Gebäude auf Parz.181. Im Burgareal befindet sich der Altbau eines großen Speichers. Die Burg wurde in den Hussitenkämpfen beschädigt. Endgültige Zerstörung 1645. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

DIE BURG : Nordwestlich der Kirche befindet sich die ehemalige Hausberg- bzw. Burganlage. Die Wehranlage erstreckte sich am südwestlichen Ende eines sanft abfallenden Höhenrückens (Baumgartleiten), wobei gegen den Ort zu, wo ein natürlicher steiler Abfall vorhanden ist, künstliche Bewehrungen anscheinend weitgehend fehlen.

Gegen Norden, gegen das Hinterland, wird das ehemals wohl ovale Kernwerk (110 x 60- 70 m) von zwei konzentrischen, halbkreisförmigen Beringen umgeben, das heißt von einem Graben (= heute Burggasse), einem Wall und wieder einem Graben (= heute Kellergasse); ein weiterer daran anschließender Wall ist zumindest heute weitgehend verbaut, und die Erdwerke verebnet. Dennoch ist ihr Grundriß besonders am Luftbild klar erkennbar.

Ein Festes Haus bzw. eine Burg ist heute nicht mehr vorhanden. Reste sind aber in einigen Häusern erhalten, so besonders im Gebäude auf Schloßgasse 5. Fraglich ist, ob in einer leichten Erhebung in südöstlicher Richtung, also gegen die Kirche zu, ein Vorwerk („Wachtberg“) zu suchen ist oder nicht.

Die Exiszenz der Burg ist nicht nur durch alte Nachrichten gesichert (Schweickhardt I., Ritter von Sickingen spricht noch von 10 Klafter - ca. 17 - 30 m aufrechtstehenden Gemäuers), sondern ein turmartiger Bau ist auch in der unteren Partie auf einem Pestbild, in der der Unbefleckten Empfängnis geweihten Kirche, überliefert; die Darstellung stammt von 1645.

Nach Aussage der Ortsbewohner finden sich im Burgbereich Erdställe, die teilweise als Keller genützt, bzw. von diesen aus zugänglich (Kellergasse 16) sind. H.Schöfmann, Asparn/Zaya, hat einen solchen besucht und photographiert. Nach Karner (1903) soll es auch in der weiteren Umgebung des Ortes zahlreiche Erdställe geben. Im südwestlichen Teil des Kernwerkes befindet sich ein alter, noch bis ca. 1960 intakter Brunnen, der traditionell die Wasserquelle der Burg war („Schloßbrunnen“). Nach dem Bau der Ortswasserleitung bestand kein Interesse mehr am Brunnenwasser, und er wurde durch die Gemeinde zugeschüttet. Durch Initiative einiger Freiwilliger wurde dieses historische Denkmal im Sommer und Herbst 1982 in 330 Arbeitsstunden 17 m tief wieder ausgegraben. Ursprünglich war er 25,5 m tief und mit geschnittenem Sandstein ausgelegt. In 8 m Tiefe befindet sich ein seitlicher Gang, der zum Keller der Kellergasse 7 führt. Die Wasserentnahme wurde mittels eines Radlbrunnens vollzogen. Das Gehäuse wurde nach alten Bildern wieder rekonstruiert.(Herrnbaumgartner Courier 1983).

Die Burg dürfte nach wechselhaftem Schicksal 1645 von den Schweden endgültig zerstört worden sein. Das danach immer baufälliger werdende Gebäude wird nach und nach fast völlig abgetragen bzw. die Anlage verbaut.Gottesdienste sind zuerst bis 1411 in einer zur Burg gehörigen Kapelle abgehalten worden.

1313 wird ein Kaplan erwähnt.(Dr.J.W.Neugebauer „Wehranlagen....“).

Letzte Reste des Turmes wurden 1884 von der Gemeinde als Grundsteine für den Schulneubau verwendet.

Ein kleiner Rest des Mauerwerks ist noch in der Schloßgasse 5 vorhanden. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.51).

 

 

 

UM 1423 verkauft Albrecht der Sweinwartter das ldf.Lehen, die Feste Herrnbaumgarten mit dem Gericht dem Hertneid V. 53 v.Liechtenstein. (Burgen u.Schlösser in NÖ.Birken-Verlag.Unter Kleinschweinbarth).

 

1425 veräußerte Albrecht Schweinbarter die Feste mit dem Kapellenlehen in der Feste und dem Gericht an Hertneid V. 53 v.Liechtenstein. Diese Familie konnte den Besitz durch alle Wirrnisse der Jahrhunderte im Besitz behalten. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag und Wilhelm-Stammtafel T.2.VII-9).

 

1425 am 11.3.bestätigt Herzog Albrecht V. den urkundlichen Verkauf der Veste zu Herrnbaumgarten samt dem Lehen der Kapelle und dem hiesigen Gericht samt Zubehör (behaustes Gut, Überlände, Bergrecht, Zehnt, Weingärten, Holz, Weiden, Wiesen) durch Albrecht von Sweinwartt und verleiht alles an Hertneid V. 53 v.Liechtenstein- Nikolsburg.(Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.36).

 

Hartneid V. 53 v.Liechtenstein. Vermählt 1405/06 mit Dorothea, Tochter des Eberhard von Kapellen, gest. 1426/27. Seine Gattin bringt die Güter Steyregg, Klingenberg und Schwertberg in Oberösterreich in die Ehe mit. Er kauft 1425 die Festung Herrenbaumgarten.Rat des Kaisers Sigismund und Kommandant der Festung Spilberg bei Brünn. (Wilhelm Stammtafel.2,VII-9).

 

1426 wurde Feldsberg von den Hussiten erobert und eingeäschert, die Bewohner getötet oder verschleppt. Herrnbaumgarten dürfte ein ähnliches Schicksal erlitten haben, da dessen Herr Hertneid V. 53 v.Liechtenstein ihnen besonders verhaßt war. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.53).

 

1427 starb Hertneid V. 53 v.Liechtenstein, sein unmündiger Sohn Matthäus 56 v.Liechtenstein folgte ihm bald darauf. Das Erbe fiel an die Enkel seines Bruders Hartneid III .40  (Anm.Huysza- Bruder stimmt nicht- andere Linie), Christoph II. 60  und Georg IV. 61 v.Liechtenstein, die Söhne Heinrichs V. 51. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1429 wird erstmals die Pfarre erwähnt. Dort wird im Decanatus in Korneuburg Herrnbaumgarten mit einer pensio (Verleihungstaxe) von 20 Pfund erwähnt. Als Collator (Verleiher eines kirchlichen Amtes) erscheint der Liechtensteiner, ebenso wie für die alte Burgkapelle.(Schmieder, Matricula episc.Passaviensis S.34,37).

Die Ansprüche der Liechtensteiner auf das Patronatsrecht dürften nicht berücksichtigt worden sein..... (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.99).

 

1436 Der Besitz fremder Grundherrn war in Herrnbaumgarten immer unbedeutend.......Am 29.11.1436 vermacht Otto von Meissau, mit Bewilligung Albrechts V., seinem Oheim Christoph II. 60 v.Liechtenstein folgende Lehen : die Veste Wülfleinsdorf samtDorf Kothansprunnen (Kettlasbrunn), ausgenommen nur der Zehnt zu Paumgarten, der nicht österreichisches Lehen ist.(Liecht.Archiv). Ob hier unser Herrnbaumgarten gemeint ist, ist nicht klar. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49).

 

Kirche (Unbefl. Empf. Mariens - Pf.v.Großkrut)...; dem daselbst gestiftete Vikariat ( 15.Jh.) war damals schon von den Liechtensteinern die materielle Grundlage entzogen. Im gleichen Jahr von einem Pfarrgrund die Rede, wo „vordem ein Schul- u.Meßnerhaus gestanden“...(Hans Wolf : Erläuterungen.Seite 368).

 

1438 am 3.2.verleiht Herzog Friedrich, der spätere Kaiser, den Hof zu Herrnbaumgarten, den der verstorbene Symon Schyemer von Friedrichs Onkeln, den Grafen Hermann, Johann und Jörg, Brüder von Montfort, zu Lehen hatte, im Namen dieser Lehensherrn dem Wolfgang Hertting (Falke I.S.290), der auch im benachbarten Schrattenberg begütert war. Von den Hertting dürfte dieser Hof an die mit ihnen verwandten Fünfkirchner übergegangen sein, die ihn 1596 an die Liechtensteiner verkauften. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.36).

 

1438 am 3.2. verleiht Herzog Friedrich, der spätere Kaiser, den zu Weinhaus (Anm.Huysza-Der Name Stefan kommt weder in der Nikolsburger,noch in der Murauer Linie vor), und selige Witwe Jörgens, des Paumgartners, vergleicht sich mit den Gerhaben (= Verwandte, denen die Pflege = Vormundschaft zukommt) ihres Sohnes Ulreichen, des Paumgartners, über die hinterlassenen Güter ihres ersten Mannes am Freitag vor St.Lucien und St.Ottilien. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.28).

 

1443 „Die letzten Baumgartner“-....Barbara,Hausfrau Stefans, des Liechtensteiners Stammtafel T.2.VII-9).

 

1444 starb Georg IV.61 und 1445 (Anm.Huysza  1448 nach Wilhelm Stammtafel) bereits sein Bruder Christoph II. 60 v.Liechtenstein. Letzterer hatte einen Sohn Wilhelm 64 v.Liechtenstein.

Georg IV. 61 hatte vier Söhne : Johann V. 67, Heinrich VII. 68, Christoph II. (Anm.Huysza Christoph III. 69 und  Georg V. 70  v.Liechtenstein, die auch die Herrschaft von Herrnbaumgarten antraten. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1451 einigte man sich, die Verwaltung der Güter gemeinsam zu führen, aber am

13.7.1452 schritt man zur Teilung. Hans (Johann V. 67- Anm.Huysza) und seine Brüder erhielten Steyregg, Feldsberg und Mistelbach, Wilhelm 64 aber Nikolsburg, Herrnbaumgarten und Wilfersdorf.  Bei Herrnbaumgarten wird angeführt : Schloß und Dorf  nebst Zubehör und Weinzehnt und den halben Zehnt.(Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1452 Familienvertrag der Liechtensteiner.  Wilhelm 64 erhält die Hälfte des Gesamtbesitzes, nämlich Nikolsburg, Maidburg, Raschenstein, Pohrlitz, Kostel, Lundenburg, Herrnbaumgarten, Wilfersdorf, Gänserndorf und ein Haus in Wien. (Falke I.S.466 und Wilhelm T.2.IX-9).

 

1455 erhielt Wilhelm 64 v.Liechtenstein von König Ladislaus von Böhmen die Belehnung mit den Festen Herrnbaumgarten und Wilfersdorf und anderen Besitzungen. (Falke I.S.467).

1455 am 16.6. belehnt König Ladislaus seinen Rat, Wilhelm 64 v.Liechtenstein, mit Herrnbaumgarten (Vancsa, Gesch.v.NÖ II,S.526).

 

1459 wird Wilhelm auf der Rückkehr von Brünn bei Selowitz erschlagen, und sein Eigen fällt, da er kinderlos ist, seinen vier Vettern zu. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1475 verkauft Stefan von Eyzing seinen Weingarten zu Pawngarten in den Setzen, wovon zum Liechtensteinischen Amte jährlich 5/4 Eimer Bergrecht entfallen, an Mert Hardt, Pfarrer zu Staineprunn (bei Drasenhofen).(NÖ Landesarchiv ?). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49).

 

In den kommenden Wirren und Kämpfe zwischen Kaiser Friedrich III. und König Mathias von Ungarn um das Lehen Böhmen werden auch die Liechtensteiner hineingezogen. Sie stehen auf der Seite des Königs, der 1486 auch Feldsberg besetzt. (Liecht.Archiv). Der Tod von König Mathias bringt endlich Frieden. Der letzte überlebende Liechtensteiner macht seinen Frieden mit dem Landesherrn und erhält

 

1494 von Maximilian I.(1493-1519) die Belehnung mit den österreichischen Lehen, an deren Spitze immer Herrnbaumgarten steht. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1494 erhielt Christoph III. 69 v.Liechtenstein von Kaiser Maximilian die Belehnung mit allen österreichischen Lehen, nämlich Herrenbaumgarten, Reichenstein, Hagenberg, den Lehen zu Rabensburg, der Mühle zu Ungarisch-Haslau, den Zehnten zu Mandrisdorf, den Getreidezehnten zu Altenlichtenwart, zu Aspern, zu Stadelau, dem Dorf Kaildorf, Schrattenberg, mit der Feste Heilingberg, Pulndorf, dem Schloß Ruttenstein, dem Landgericht über Königswiesen, desgleichen mit allen Gütern, so gegen Mistelbach gehören, und allen Gütern, so gegen Mistelbach gehören, und allen ihren Zugehörungen und Vogteien. (Falke I.S.504).

 

1501 am 9.9. verkauft Rueprecht Walpurger zu Erdpurg von seinem freien Eigen 10 Schilling 20 Pfennige jährliche Gülte auf drei behausten Gütern zu Herrnbaumgarten im Dorf an seinen Herrn Christoph III. 69 v.Liechtenstein.(NÖ Landesarchiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49).

In der Folge kauften die Liechtensteiner auch den letzten größeren Besitz, den Fünfkirchern gehörig, der in Herrnbaumgarten war. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49).

 

1504 Besitz an Hartmann I. 113 v. Liechtenstein, 1584 Marktrecht (Dehio 1990 S.419).

 

1504 am 19.Februar schloß Christoph III. 69 v.Liechtenstein mit den Söhnen seiner Brüder einen Teilungsvertrag ab.(Vancsa, Gesch.v.NÖ II,S.526). Feldsberg mit der Veste und dem Getreidezehnt Herrnbaumgarten erhielt Hartmann I. 113 v.Liechtenstein, der Sohn des jüngsten Bruders, Georg V. 70.

Die Herrschaft Nikolsburg, den Weinzehnt und das Bergrecht in Herrnbaumgarten kam an Christoph III. 69. Noch im selben Jahr trat nun der bald achtzigjährige Christoph mit anderen Gütern auch den Weinzehnt zu Herrnbaumgarten, sowie 4 Viertel Weingärten an seinen Sohn Wolfgang I. 85 v.Liechtenstein ab. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1516  schlossen Wolfgang I. 85 und sein Bruder Leonhard 88 v.Liechtenstein einen Vertrag wegen verschiedener Streitigkeiten über Zehent und Bergrecht in Poysdorf und Herrnbaumgarten, über Aecker in Hausbrunn, über Wiesen und Holzgeld zu Palterndorfund über das nicht geteilte Gut Reinthal u.a. /Heimatk.Beibl.Nr.5-1956-S.20).

 

1524 starb Erasmus 80  v.Liechtenstein. Es folgten Streitigkeiten wegen des Teilungsvertrages von 1504,der wurde jedoch wieder bestätigt. In Betreff eines Streites über die Zehenten und Bergrechte zu Herren =Baumgarten, Poisdorf, Hüttendorf und Lanzendorf wurden die Bestimmungen aufrecht erhalten,........Ein dritter Hauptpunkt des Streites betraf  die Teiche, die geteilt werden sollten, .......(Falke II.S.27). 1524 Schiedsrichterlicher Ausspruch.....Die Parteien waren einerseits Georg VI. 75, anderseits Leonhard I. 88 nebst Johann VI. 89, dem Sohn Wolfgangs I. 85 und drittens Hartmann I. 113 v.Liechtenstein. Die Hauptpunkte des Vertrages waren die folgenden. Zunächst wurde bestimmt, daß alles nach dem alten Vertrage bestehen bleiben solle und ein jeder Theil dasjenige behalte, was ihm nach der Erbeinigung von 1504 zugefallen sei. Sodann wurde der Streit geschlichtet, welcher über Holzungen entstanden war, von deren Ertrag Lienhart und Hans an Georg, sowie an Hartmann jährlich eine gewisse Summe zu zahlen hatten. Diese Summen waren mehrere Jahre nicht ausbezahlt wurden. Die Schiedsrichter bestimmten nicht bloß die Auszahlung der fälligen Gelder, sondern auch die Fortdauer der Jahreszahlung, wonach Hartmann 392 Pfund und Georg 220 Pfund nebst etlichen Schillingen und Pfennigen jährlich erhielten.

In Betreff eines Streites über die Zehenten und Bergrechte zu Herrenbaumgarten, Poisdorf, Hüttendorf und Lanzendorf wurden die Bestimmungen aufrecht erhalten, welche schon in einer früheren Entscheidung durch......getroffen worden waren. (Falke II.S.27).

 

1524 am 17.6. schlossen die Liechtensteiner  Hartmann I. 113, Georg VI. 75, Lienhard (Leonhard I. 88- Anm.Huysza) und Hans (Johann VI. 89) eine Erbeinigung über gewisse strittige Fragen, darunter auch

über den Weinzehnt und das Bergrecht zu Herrnbaumgarten, von den gebauten wie auch alten erlegenen Weingärten, Harden genannt, und von den Grefften ab. (Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1525 am 28.1.verleiht Erzherzog Ferdinand an Hartmann I. 113 v.Liechtenstein die Veste Herrnbaumgarten samt allem Zubehör und anderem. Während des Türkeneinbruchs hatte Hartmann den Schutz Mährens anvertraut erhalten. Er starb 1540.(Anm.Huysza-1542, nach Stammtafel Wilhelm). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.37).

 

1553 verleiht der römische König Ferdinand I.(1521-1564) an Georg Hartmann I. 115  und die anderen Liechtensteiner folgende österreichischen Lehen : die Veste Herrnbaumgarten mitsamt dem Dorf und anderer Zugehörung. (Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.38).

 

Mit Georg Hartmann I. 115 v.Liechtenstein (+1562) waren die Liechtensteiner zum Protestantismus übergetreten. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.99).

 

1560 Pfarrer Johann Strauß. Er stellt an Georg Hartmann I. 115 v.Liechtenstein, der ihm den Zehnt auf den Pfarräckern nachgelassen hat, einen Revers aus, daraus kein Recht abzuleiten. (Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.106).

 

1565 1.Juli- In den Gültbucheinlagen des niederösterreichischen Landesarchives ist ein „Verzeichnis der Fünfkirchner Güter, so er denen Herrn von Liechtenstein verkauft hat“ angeführt. Dort heißt es : „Erstlichen zu Herrn Paumgarten Huntisch behauster Dienst...2 Gulden 1 Schilling 10 Pfennige.“(Stammtafeln zur Geschichte der europ.Staaten I/II). Nach dieser Einlage waren die Herren von Hunt einstmals auch hier begütert, bis ihr Besitz von den Fünfkirchnern übernommen wurde. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49).

 

ca.1570-Nach dem Grundbuch im Archiv zu Fünfkirchen hatten die Herren von Fünfkirchen in folgenden Rieden den halben Zehnt, während die andere Hälfte den Liechtensteinern zustand : „ In der Paungartleuten (heute Baumgartleiten), item in den Säzen, in Hienerkhrazer (heute Hennkratzen), item in den Rinderschinkh (heute Reineschinken), in Gern, im Starbach, in den Holdten (heute Hödeln), im Alten-Perg (heute Altenbergen), in den Pugeln (heute Bügeln), in der Wartterin, in Eyllen (heute Allerln), in Gastey, im Fuxenperg, in Dreissperg, im Druchsässenperg (heute Druxenbergen), im Schwaben, im Hezlestall (heute Hösselstal), item in Stainpergen (heute Steinbergen) und Inndern und Mitteren Newperg (heute Neubergen)“. In Kurz- Praittlen (heute Breiteln) hatten die Fünfkirchner und Liechtensteiner die eine Hälfte, dieandere der Pfarrer zu Herrnbaumgarten. Es sind hier 14/4 und 1/8 angeführt. Über den Ursprung des Rogendorfferischen Freihofes konnte nichts Näheres gefunden werden. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49 u.50).

 

1570 wurden aufs Neue verschiedene Familienangelegenheiten und Streitigkeiten beglichen;......Nach dieser Teilung erhielt Georg Hartmann II.130 als der jüngste der Brüder die Herrschaft Dürnholz mit einigen Dörfern, Johann Septimius 128 Herrnbaumgarten, Schrättenberg und Ketzelsdorf,.......(Falke II.S.88 und Wilhelm-Stammtafel T.4.XII-20).

 

1570 teilten die sechs erbberechtigten Söhne (nach dem Tod Georg Hartmanns 1562) die Hinterlassenschaft.

Herrnbaumgarten mit Schrattenberg und Ketzelsdorf erhielt Johann Septimus 128 v.Liechtenstein(Liecht.Archiv), der in der Burg zu Herrnbaumgarten wohnte, nachdem er mündig geworden war. Das war das letzte Mal, daß auf der Burg herrschaftlich Hof gehalten wurde. Bisher weilten die Gutsherrn fern, nur Burggrafen walteten auf der Veste. So wird 1481 Heinrich Garser Pfleger zu Paumgarten genannt. (Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.38).

Johann Septimus studierte in Lausanne, unternahm zum Abschluß seiner Bildung eine längere Reise, die ihn auch in das Heilige Land führte.(Falke II.S.121).

Um 1580 dürfte er heimgekehrt sein. Als eifriger Protestant förderte er nach Kräften die neue Lehre.

1581 erwirkte er für Herrnbaumgarten die Bewilligung eines Marktes.

Herrnbaumgarten wurde auch der Mittelpunkt eines Landesgerichtsbezirks, der 1570 von Feldsberg abgetrennt wurde. Er umfaßte Herrnbaumgarten, Schrattenberg, Ketzelsdorf (Anm.Huysza-mit ziemlicher Sicherheit ist Katzelsdorf gemeint), sowie die verödeten Dörfer Pottendorf, Heumad, Enzersbrunn und Rotenlehm.

1585 kam auch der Poysdorfer Bezirk und Neusiedl an der Zaya hinzu.(Grund, Erläuterungen zum hist.Atlas von NÖ S.139).

1591 kam alles wieder an Feldsberg zurück, und Herrnbaumgarten hörte wieder auf, der Mittelpunkt eines Gutsbezirkes zu sein. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.38).

Johann Septimus war sehr reich, sodaß er öfters auch dem stets geldbedürftigen Kaiser mit Darlehen aushelfen konnte.

1593 kaufte er die Herrschaft STAUFF.  Fortan führte er auf seinem Siegel den Titel : Herr von Liechtenstein-Nikolsburg auf Stauff und Herrn-Paungarten. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.38).

1591 erbte er vom letzten seiner überlebenden Brüder , von Georg Erasmus 120, Rabensburg und Hohenau samt der dazugehörigen Gütern. Da die Söhne seines Bruders Hartmanns II. 118 auch Ansprüche darauf hatten, kam am 28.8.1591 eine Vereinbarung zustande, nach der Hans Septimus für Rabensburg und Hohenau ihnen die Herrschaft Herrnbaumgarten samt den angegliederten Gütern überließ. Septimus verlegte seinen Wohnsitz nun nach Rabensburg.

Im niederösterreichischen Gültbuch wird der Wert des übergebenen Besitzes mit 338 Pfund 3 Schillinge und 15 Pfennige angegeben.(NÖ Landesarchiv,Gültbucheinlagen). Septimus gab ihnen noch dazu aus dem Rabensburger Besitz, wohl um den wahren Teilungswert zu erreichen, 29 Pfund 6 Schillinge und 7 Pfennige.

Im Jahre 1595 starb er als der letzte seiner Brüder, und das Erbe kam an die drei Söhne seines ältesten Bruders Hartmann II., der allein Kinder gehabt hatte : Karl 131, Maximilian 138 und Gundacker 139 v.Liechtenstein. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.39).

 

1581 am 3.Juli gibt Kaiser Rudolf II. über Ansuchen des Grundherrn von Herrnbaumgarten, Septimus 128 von Liechtenstein, für dessen Markt Herrn Paungartten einen jährlich zu Ägidi (1.September) zu haltenden Jahrmarkt.

1789 am 25.5. wird dieses Recht bestätigt und der Markt auf den Bartholomäustag (24.August) verlegt. (Bereits 1572 wird ein alter Markt erwähnt, jedoch gibt es keinen Beweis dafür vor 1581). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.53).

 

1580 wurde ein Weistum für Herrnbaumgarten aufgezeichnet. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

1580 wurde von Hartmann II. 118 v.Liechtenstein........Johann Weiß, ein Lausitzer, nach Herrenbaumgarten.....als Pfarrer berufen. (Augsburgische Confession). (Falke II.S.96).

1581 erhielt Johann Septimius 128 v.Liechtenstein von Kaiser Rudolf die Bewilligung eines Marktes für Herrenbaumgarten. (Falke II.S.121).

 

1590 hatten die Liechtenstein v.Poysdorf 101, die Fünfkircher für den Benefizzianten 2 Häuser im Besitz. (Burgen u.Schlösser in NÖ.Birken-Verlag).

 

1590 laut Bereitungsbuch - Die Herren von Liechtenstein haben die Ortsobrigkeit (neben anderen Grundherren) und die überwiegende Grundherrschaft. Im Markt Herrnbaumgarten besitzen sie 99 von 103 Häusern. (Ingeborg Bogner-Die liecht.Herrsch.S.46 u.49).

Herrenbaumgarten : Johannes Septimius von Liechtenstein gen Pollstorf, Hannß Bernhardt Fünfkircher gen Steinebrunn. Ingeborg Bogner - Seite 125).

 

1591, 28.Mai Testament des Georg Erasmus 120  v.Liechtenstein. Seine Hinterlassenschaft wurde am 28.August zwischen seinen Neffen, Hartmanns II. 118 Söhne und seinem Bruder Hans Septimius 128 getheilt. Das Vermögen, welches Georg Erasmus hinterließ, bestand in der Herrschaft Ravensburg mit allen Herrlichkeiten und Hoheiten, dem Schloß, dem Dorf und Maierhof, nebst allem sonstigen Zubehör, desgleichen dem Markt Bernhardsthal mit allen seinen Herrlichkeiten, Gericht, Nutzungen, Zehnten u.s.w., ebenso in den beiden Ortschaften Ebenfeld, dem Markt Landshut, Reinthal, den Weingärten zu Schrattenberg und Bilawitz; in der Herrschaft Hohenau mit dem Schloß und allem sonstigen Zubehör von Herrlichkeiten und Nutzungen, in Absdorf, Hausbrunn, Schönstraß, Palterndorf, Dobernstorf, Lichtenwart, Ringestorf, Waltersdorf. Alle diese Güter besaß nach dem Vertrage Johann Septimius allein. Da aber der andere Teil, die Söhne seines Bruders Hartmann, den Anspruch an die Hälfte hatten, so trat Johann Septimius ihnen dafür die Herrschaft Herrenbaumgarten sammt allem Zugehörigen und allen davon abhängigen Ortschaften ab. (Falke II.S.104,105).

1591 August 28,Rabensburg : Erbteilung zwischen Hans Septimius 128 v.Liechtenstein-Nikolsburg und den Söhnen seines Bruders Hartmann II. 118 (nämlich Karl, Maximilian und Gundacker) auf Grund des Testamentes von Georg Erasmus 120 v.Liechtenstein. Darnach erhalten u.a. die Söhne Hartmanns: Rambspurg, Bernhartßtall,Ebenfeld....Reinthal; Weineinkommen in Schrättenperg....Haußprunn, Schönstraß, Liechtenwart....Markt Herrnpaumgartten samt Zugehör, Schrätenperg, Pottendorf - das öde Dorf- samt Zugehör, Katzlsdorf öde, Rottenlaimb öde, Entzesprunn öde, Wetzelstorff, Wilhelmstorff, Kötzelstorff, Walterskirchen, Maxendorf öde......(Liecht.Gegest.-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1591 stirbt Georg Erasmus 120 v.Liechtenstein. Seine Hinterlassenschaft wurde am 28.August zwischen seinen Neffen, Hartmanns II. 118 Söhnen (Karl 131,Maximilian 138,Gundaker 139 und seinem Bruder Hans Septimius 128 geteilt....Johann Septimius trat ihnen dafür die Herrschaft  Herrenbaumgarten sammt allen Zugehörigen und allen davon abhängigen Ortschaften ab...... (Falke II.S.105).

 

1596 am 20.April verkaufte Hans Bernhardt Fünfkircher zu Steinabrunn um 36.000 Gulden rheinisch und 300 Dukaten Leitkauf seinen Besitz im Markt „Poisdorf, Herrn Paumbgartten und Kruth, dann im Dorff Wilhalmbstorf, Maxendorf, Wezlstorf, Walterskhirchen, Reinthal, Bernhardsthal und Käzlstorf gelegen, alles für Erb und frey Aigenthumb, allein die zwei Lehen zu Herrn Paumgartten, Rogendorfferische Lehen ausgenommen“, an Karl von Liechtenstein und seine minderjährigen Brüder. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49).

 

1596 verkaufte Hans Bernhard v.Fünfkirchen seinen Freihof in Herrnbaumgarten an Karl 131 und Anna v.Liechtenstein; dies bestätigte K.Rudolf II. 1603 durch seine Verleihung. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

1596 April 20, Feldsberg: Kaufvertrag zwischen Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg- für sich und seine Brüder Maximilian 138 und Gundacker 139 - und Hans Bernhard Fünfkirchen zu Steinaprunn, wonach der Fünfkircher alle erbeigentümlichen Güter im Markt Poisdorf, Herrn-Baumgarten - ausgenommen die 2 Roggendorfischen Lehen - und Khrut, dann im Dorf Wilhambstorf, Maxendorf, Wezlsdorf, Walterskirchen, Reinthal, Bernhardsthal und Käzlstorf verkauft. Damit werden u.a. auch die Streitigkeiten wegen des Reinthaler Teiches bereinigt. (Liechtenst.Regesten- in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1596 Fürst Karl 131 v.Liechtenstein. Sein erster ziemlich bedeutender Ankauf, durch den er seinen Besitz vermehrte - indem er von Hans Bernhard von Fünfkirchen die demselben gehörigen Besitzungen zu Poisdorf, Herrenbaumgarten, Kruth, Walterskirchen, Reinthal, Bernthal und Kätzelsdorf erwarb. (Falke II.S.229).

 

1596 April 22, Feldsberg : Hans Bernhard Fünfkircher zu Steinaprunn verkauft an Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg - auch für seine Brüder Maximilian 138 und Gundacker 139 - den obern und untern Freyhof im Markt Poistorff, den Freyhof im Markt Böhamischen Khruth samt Zugehör, den Freyhof zu Herrnpaumbgartten..., dann die Zehente und Dienste zu Feld und zu Dorf in Poistorf, Herrnpaumbgartten, Behamischen Khrutt, Wözlstorff, Walterskhirchen, Reinthall, Bernhartestall und Käzelstorff samt Zugehör. (Liecht.Regesten-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

1596 April 24.Wien: Die n.ö.Landstände verpfänden für jährlich 2650 fl.rheinisch an Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg, dessen Brüder und Erben das duplierte Zapfenmaß auf weitere 3 Jahre ab Georgi u.a. folgender Flecken und Oerter : Markt Wilfersdorf, Markt Mistelbach, Puelndorf, Khöttelsprunn, Lanzendorf, Eberstorff, Liechtenwart, Hausprunn, Flecken Rabenspurg, Bernhartsthall, Reinthall, Herrnpaumbgartten, Schrätenperg, Kazelstorff, Kezelstorff. (Liechtenst.Regest.-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1596 verpfändeten die Landstände den Liechtensteinern für 3 Jahre das duplizierte Zapfenmaß (Getränkesteuer) auf ihren Besitzungen Herrnbaumgarten, Schrattenberg, Katzelsdorf und Ketzelsdorf. Diese verpachteten es weiter. (Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.53).

 

1598 am 23.Juli zu Feldsberg hatten die drei Brüder Karl 131,Maximilian 138 und Gundaker 139 v.Liechtenstein eine neue Schätzung der gesamten Familiengüter vorgenommen und danach den Anteil eines jeden festgestellt. Karl 131 erhielt die Herrschaften Feldsberg und Herrenbaumgarten, deren Einkünfte auf 98.163 Gulden festgesetzt waren...... (Falke II.S.131).

 

1599 kehrte der Sohn Hartmanns II. 118 Karl 131 v.Liechtenstein wieder zur katholischen Religion zurück. Damit wurde auch auf seinen Herrschaften das katholische Bekenntnis wieder eingeführt.

Am 28.2. 1599 überließ Generalvikar Klesel  Karl die Zehntrechte.(Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.99).

 

1599 Als Karl von Liechtenstein wieder zur katholischen Religion zurückkehrte, kam eine Neuregelung mit dem passau’schen Offizial Bischof Klesel am 28.2. zustande. Karl v.Liechtenstein erhielt den Zehnt in Schrattenberg und Herrnbaumgarten, sowie alle Gefälle und Dienste um jährlich 9 Gulden 7 Kreuzer und ½ Pfennige. Dafür übernahm er die Leistungen der Gemeinde, besserte die Bezüge des Pfarrers auf und sicherte ihm folgende Deputate zu : 120 Gulden Geld, 30 Eimer Wein, 30 Eimer Bier, je 2 Muth (1Muth = 18,45 hl) Halbtrait und Hafer, je 2 Metzen gestampfte Hirse und Gerste, 2 Eimer Kraut, 2 Fuder Heu, 3 Fuder Stroh und benötigtes Holz. Der Genuß der Pfarrgründe blieb dem Pfarrer.

Wären diese Leistungen regelmäßig erbracht worden, hätte der Pfarrer keine Nahrungssorgen gehabt, doch wurden die Deputate oftmals nicht richtig eingehalten, wie einige Schriftstücke der Pfarrer an das Fürstenhaus bestätigen (22.10.1632, 4.6.1647, 1.6.1656, 19.1.1661). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S115).

 

1599 am 26.9. schließen die Bürger Wolf Kropf und Wolf Perger von Herrnbaumgarten mit Hans Kienast von Krechtenberg auf Schrattenberg, Bestandsinhaber  von Feldsberg und Herrnbaumgarten, einen Kontrakt. Sie pachten auf sechsthalb Jahre von Michaelis (29.9.) 1599 bis Georgi (Sonntag um 23., 24. April) 1605 den Zapfenmaßbestand von Herrnbaumgarten um 188 Gulden, wobei Hans Kratwoll und Veit Peyer bürgen.(Liecht.Archiv.Fasz.Herrnbaumgarten). Dieser Vertrag griff tief in das wirtschaftliche Leben der Gemeinde ein, da bisher die Hauer den Wein, den sie nicht im Großen verkaufen konnten, frei ausschenkten .

Da die Fuhrleute, die den Weineinkauf meist auf eigene Rechnung vornahmen, nur zu einer Menge von je 10 Eimern einkauften, konnten viele ihren Wein nicht loswerden.

Die Gemeinde verhandelte mit Fürst Karl Eusebius 143, für das Schankrecht als Zapfenmaß 40 Gulden  und für Panschank (alleiniges Schankrecht) 40 Gulden zu zahlen. Damit dürfte das Gemeindegasthaus seinen Anfang genommen haben.(ehem.Gemeindearchiv im Pfarrarchiv Schrattenberg). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.54).

Hans Bernhard von Fünfkirchen verkauft seinen Freihof  an Karl und Anna von Liechtenstein, was

1603 durch Verleihung Rudolfs II. (1576-1612) bestätigt wird. Der Freihof der Roggendorfer umfaßte 2 Ganzlehen. Der Hof samt seiner Freiung war mit 100 Gulden veranschlagt, jedoch erbrachten Bergrecht, Wein- und Getreidezehnte sowie Robotgelder 5.220 Gulden. (Weigl, Histor.Ortsnamenb.,H“). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.54).

 

1605 Gesundheitswesen - In früheren Zeiten mußte Gesundheitspflege mit den im Haus befindlichen Mitteln und mit Lebenserfahrung, beeinträchtigt durch Aberglauben betrieben werden. Eine Besserung trat erst ein, als 1605 die Barmherzigen Brüder, eingeführt von Fürst Karl von Liechtenstein, in Feldsberg ein Spital errichteten. Man stand Epidemien ebenso hilflos wie der hohen Kindersterblichkeit gegenüber. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.156).

 

1606 am 23.8. befahl Fürst Karl v.Liechtenstein seinem Pfleger in Feldsberg, den neuen Pfarrer einzuführen. Es solle ihm alles gereicht werden, was seine Vorgänger auch hatten, und die unbestellten Pfarräcker sollen geackert werden.(Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.107).

 

1606 wurde der Vertrag (Grundlage die Schätzung von 1598) am 29.September in Feldsberg von den Brüdern unterzeichnet. (Falke II.S.132 und Wilhelm-Stammtafel T.4.XIII-5).

 

1613 Juni 14 verlieh Wolfgang Sigmund Herr zu Losenstein- Raggendorferischer Lehensträger- dem Fürsten Karl 131 v.Liechtenstein ............den Hof zu Herrnbaumgarten, den ganzen Zehent auf 2 Ganzlehen und 13 Pfund Geldes auf Überländ daselbst. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.140).

 

1613 am 14.April ließ der Fürst ein Inventar der Pfarrkirche aufnehmen, das gemeinsam mit dem Inventar des Pfarrhofes 1615 ein anschauliches Bild ergibt.........(Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.99 u.132).

 

1613 am 14.April führt Fürst Karl von Liechtenstein lediglich einen Flecken Weingarten in der Baumgartleiten als Kirchenbesitz an. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.138).

 

1616 forderte Fürst Karl bei der Neuordnong der Pfarrbestiftung das Patronat über Herrnbaumgarten und Schrattenberg, was der Generalvikar verweigerte.(Liecht.Archiv Fasc.Schrattenberg). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.990).

 

1623 in den ständigen Unruhen (des 30 jährigen Krieges) litt die öffentliche Ordnung und Fürst Karl I. v.Liechtenstein erließ eine „Polizeiordnung für Herrnbaumgarten“. (Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.54).Auch die Aufgaben des Schulmeisters sind darin festgehalten. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.209).

 

1625 verankerte Fürst Karl in seiner Polizeiordnung Schutz und Förderung der Religion.(Raupach, Evangel.Ö III,S.317). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.99).

 

1632 am 22.10. Pfarrer Blasius Gollrath bat den Fürsten um Auszahlung der 120 Gulden, auf die er bereits ein Jahr warte, um den ganz baufälligen Pfarrhof herrichten zu lassen. Er wird vertröstet, der Pfarrhof stürzt ein. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.107 u.145).

 

1635 am 5.März richtete Pfarrer Ulrich Fragner an den Fürsten die Bitte um Bauholz und Material zur Sanierung des desolaten Baus (Kirche). (Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.118).

 

 1635 forderte Karl Eusebius 143 v.Liechtenstein, Sohn Karls, vom Pfarrer ein Verzeichnis jener Leute, die nicht zur österlichen Beichte gegangen waren. Es waren 26 Personen. (Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.160).

 

1636 gingen 6 Personen nicht zur Osterbeichte. (Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.100).

 

1636 Am 14.7. bittet der Pfarrer, daß die Strafgelder, die zur Zeit der grassierenden Seuche den Bewohnern abgenommen wurden, für die Erbauung des Gotteshauses verwendet werden, wie es dem Willen des Fürsten entspricht.

1636 oder 1637 dürfte der Neubau des Gotteshauses erfolgt sein, da die Gemeinde in einer Eingabe an den Fürsten am 11.12.1637 erwähnt, daß dieser für den Kirchenbau Holz und Material hergegeben, und der Pfarrer Geld dazu geliehen habe. Ob die heutige Pfarrkirche in ihrem älteren Teil von 1637 datiert, ist nicht sicher, jedoch dürfte der Turm aus dieser Zeit stammen. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.118).

 

1637 am 11.12. erhält die Marktgemeinde vom Fürsten den Auftrag, den Pfarrhof zu errichten. Die Gemeinde lehnt dies ab, da sie 3.000 Gulden Schulden hätte, und die Errichtung Sache des Pfarrers sei. Am 25.9.1658 erhielt die Gemeinde wiederum den fürstlichen Befehl, den Pfarrhof herrichten zu lassen. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.145).

 

1649 Pfarrer Gottfried Frische (Frischim) Fürst Karl Eusebius 143 v.Liechtenstein schlug ihn am 18.7. vor und wurde am 15.8.1649 vom Patron präsentiert.(Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S108).

 

1656 Pfarrer Ambros Glögl wandte sich an den Fürsten, daß er seit einem Jahr kein Geld erhalten habe, d.h. er muß seit mindestens einem Jahr hier gewirkt haben. Mit dem Patron überwarf er sich, als er sagte, daß er kein abhängiger Vikarius, sondern Pfarrer für sich sei. Daraufhin wurden ihm bei der Herrschaft Feldsberg die Deputate gesperrt. Als die Bitte um Ausfolgung nichts nützte, verließ er die Pfarre.....(Ord.Archiv HB Abt.Prozessionen). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S108).

 

1663 Aus diesem Jahr dürfte ein „Verzeichnis der Benachbarten und wie viel Geschütz befinden“ stammen.(Liechtenst.Archiv). Angeführt sind ca.54 Namen und deren Bewaffnung. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.56).

 

1669 Der Brand vom 5.Oktober vernichtete auch die mit Schindeln gedeckte Kirche. Pfarrer Ainetmaier bat 1670 den Fürsten um Baumaterial für die Kirche. Die Gemeinde unterstützte dieses Ansuchen mit der Bemerkung, daß die Liechtensteiner auch Stifter des alten Gotteshauses waren. Der Fürst gab taugliches Holz aus dem Baumgartner Wald.(Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.118).

 

1669 am 31.10. hat der Pfarrer den Fürsten um Hilfe für den Bau des Pfarrhofes gebeten : 12 Stamm Langholz für Mäuer, 10 Stk.Bundtram, 14 Stk.Bodentram für die Stube, 10 Stk. Tram fürs Vorhaus, 30 Paar Gespörholz, 62.000 Stk. Schindeln für Kirche und Pfarrhof sowie 50 Schock Dachladen. Der Fürst bewilligte dazu Föhrenholz aus dem Theinwald und Eichen aus dem Baumgartner Wald. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.145).

 

1672 Pfarrer Martin Ainetmaier. Ein gewaltiger Brand äscherte Kirche und Pfarrhof ein, sodaß er den Wiederaufbau durchführen mußte, wobei ihm der Fürst hilfreich zur Seite stand. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.108).

 

1678 wurde der Pfarrhof abermals eingeäschert. Wiederum bat der Pfarrer den Fürsten um Hilfe, da die Gemeinde ihrer Aufgabe zur Neuerrichtung nicht nachkommen wolle.(Liecht.Archiv Fasc.HB).

1678 am 27.4. wandte sich die Gemeinde an das Consistorium, ob sie den Pfarrhof bauen müsse. Trotz positivem Bescheids verzögerte sich der Pfarrhofbau .(Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.145).

 

1680 - 1712 Pfarrer Matthäus Franz Wiepauer......war gebürtiger Feldsberger.....erhielt am 2.4.1672 in der Kapuzinerkirche zu Tulln auf den Tischtitel vom Fürsten Karl Eusebius von Liechtenstein die Priesterweihe.......(Ostbair.Grenzmarken 1929,S.51 ff). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S109).

 

1699 Der Hausbesitz der Kirche Herrnbaumgarten - Die Kirche hatte zwei untertänige Häuser in Dobermannsdorf ( 1 Ganz- und 1 Halblehen), für die jährlich 1 bzw. ½ Gulden Dienst geleistet werden mußte, sowie auch Veränderungsgebühren bei Todesfall oder Hausübergabe.(1699 erstm.erwähnt).

Diese beiden Untertanen standen unter der Vogtei des kaiserlichen Vizedomamtes und bezahlten dafür Vogteigeld. 1762 erkaufte Fürst Wenzel von Liechtenstein die Vizedom’schen Stücke und Gülten zu Dobermannsdorf und damit auch die Vogtei über die beiden Kirchenholden.

Die neue Herrschaft begnügte sich nicht mehr mit dem geringen Vogteigeld, sondern verlangte Robot und gebührende Leistungen. Die Kirchenholden wehrten sich, wurden zu Geldstrafen verurteilt und suchten Schutz beim Pfarrer von Herrnbaumgarten. Dieser wandte sich an die niederösterreichischen Landrechte, wurde jedoch unterrichtet, daß ein Schutz nicht möglich sei, da die Einkünfte der Kirche nicht im Gültbuch verzeichnet waren. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.139).

 

1700 Die Gemeinde bezahlte am 16.September 170 Gulden Tranksteuer (Taz), die 1596 in das Eigentum der Liechtensteiner gekommen war.(Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.57).

 

1706 Kündigung des Schulmeisters. .....Der Schulmeister teilte dies in einer Eingabe am 9.4.1706 dem Fürsten mit, ebenso, daß er 1704, zur Zeit der Rebellion, dreimal gezwungen war, an die March zu ziehen......Am 10.4.1706 erläßt der Fürst den Auftrag, ihn in seinen Rechten zu schützen und nicht zu kündigen.(Liecht.Archiv Fasc.HB).......Obwohl der Fürst sein Einverständnis zur Kündigung nicht erklärte, kümmerte sich die Gemeinde nicht darum, sodaß am Florianitag der Amtmann persönlich in Herrnbaumgarten erschien. Jedoch nutzte auch sein Zureden nichts, da die Gegner Weiß sagten, daß dies nicht die Angelegenheit des Fürsten sei, da schließlich die Gemeinde den Lehrer bezahle. Den Versetzungswunsch des Lehrers bzw.seine Forderung von 200 Gulden Schadenersatz unterstützte der Fürst am 19.8.1706 schriftlich. Die Versammlung der Bürger dürfte ziemlich mäßig ausgefallen sein, da der Amtmann am 1.9. von den „allzu groben“ Herrnbaumgartnern berichtet.  In einer Eigabe an den Fürsten beklagte sich Weiß, daß der Geschäftsgang nun schon ein ¾ Jahr dauere, und er einen Schaden von 509 Gulden habe. Der Fürst verlor die Geduld und befahl am 23.3.1707, daß die Rädelsführer entweder die Kosten ersetzen oder eingesperrt werden. (Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.209,210).

 

1712 starb Johann Adam Andreas 157 v.Liechtenstein. Die Fideicommiß= und Primogenitur läßt das Testament den Weg des Vertrages gehen, nämlich Troppau und Jägerndorf, Hohenstadt, Schildberg, die sogenannte Glashütte, Schönberg und Goldenstein, desgleichen von der Primogenitur Feldsberg, Herrenbaumgarten in Österreich, Blumenau,Proßnitz und Eisgrub in Mähren. (Falke II.S.352).

 

1713 Pestjahr. Zur Pflege der Angesteckten wurden zwei „Ziehknechte“ (Krankenwärter) für 51 Kreuzer täglich aufgenommen. Am 13.9. gab der Fürst nachträglich seine Zustimmung. (Liecht.Archiv Fasc.HB) (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.58).

Das Pestbild von 1713 könnte eventuell vom hiesigen Maler Milota stammen. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.129).

 

1724 bekam der Schulmeister aus dem herrschaftlichen Kastenamt für das Wetterläuten jährlich ½ Metzen ? Wein, ½ Metzen Korn und ½ Metzen Hafer und von Wein aus Gutwilligkeit 1/8 Eimer. Am 19.1.1724 bat Schullehrer Weidlich um 1 Eimer jährlich, erhält aber nur ½ Eimer zugesprochen.(Liecht.Archiv). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.217).

 

1732 am 17.April brannte das Dachwerk der Kirche ab, der Turm brannte vollständig aus.......Wiederum gab die Herrschaft Holz um 52 Gulden 33 Kreuzer.(Pfarrakten). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.119).

Bei dieser Renovierung wurde auch der Turm um 1 ½ Klafter ( 1 Klafter = 1,9m) erhöht, und das Kirchendach mit Ziegeln eingedeckt. Die Zimmererarbeit besorgte der fürstliche Zimmermeister Josef Trescher aus Feldsberg für 144 Gulden 9 Kreuzer, die Maurerarbeit der fürstliche Maurermeister Paul Rath aus Wilfersdorf für 29 Gulden 18 Kreuzer.......(Inschrift im Turmknauf) (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S119).

 

1772-1781 Franz Josef I. 250 v.Liechtenstein. Er war mit Maria Leopoldine vermählt, die in jungen Jahren zu jenen fünf „Fürstinnen“ gehörte, die mit Kaiser Josef II. befreundet waren. Zu ihren Festen, die sie im Sommer und Herbst in Feldsberg und Eisgrub abhielt, fand sich der Kaiser gerne ein. Sie waren mit Veranlassung, daß die sogenannte Fürstenstraße von Erdberg über Ketzelsdorf und Herrnbaumgarten nach Feldsberg ausgebaut wurde. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.40).

 

1581 am 3.Juli gibt Kaiser Rudolf II. über Ansuchen des Grundherrn von Herrnbaumgarten, Septimus 128 von Liechtenstein, für dessen Markt Herrn Paungartten einen jährlich zu Ägidi (1.September) zu haltenden Jahrmarkt.

1789 am 25.5. wird dieses Recht bestätigt und der Markt auf den Bartholomäustag (24.August) verlegt. (Bereits 1572 wird ein alter Markt erwähnt, jedoch gibt es keinen Beweis dafür vor 1581). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.53).

 

1778 Pfarrer Johann Michael Bernard (Bernardi). Feierte am 14.6. nach der Beilegung einiger Streitigkeiten am Dreifaltigkeitsfest in Anwesenheit der Fürstin Maria Leopoldine v.Liechtenstein(Gattin von Fürst Franz Josef I. 250 v.Liechtenstein, der Dechante Johann Tirkshofer von Hauskirchen, Valentin Kanneisser von Walterskirchen und des Patrons Johann Michael Plattner seine Sekundiz. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S110).

 

1780 beanstandet der Dechant von Walterskirchen das Schulgebäude. Das Kreisamt beauftragt daher die Herrschaft, eine neue Schule zu bauen, die so groß sein soll, daß für jedes Kind genug Raum und Licht vorhanden ist. Die Herrschaft ließ nun einen Überschlag machen: der untere Teil, ein Preßhaus, wird als Zimmer für den Lehrer hergerichtet, der obere Teil, der aus einem Schulzimmer und einem Raum für den Schulmeister besteht, soll zu 2 Schulzimmern ausgebaut werden. Als Kosten wurden 609 Gulden 2 Kreuzer veranschlagt.

1781 wurde der Bau ausgeführt, jedoch betrug die Endsumme um 457 Gulden 26 Kreuzer 3 Pfennige mehr als angenommen. Die Hälfte davon sollte die Gemeinde tragen, die diese Summe mit Ansuchen vom 17.2.1783 gerne der Herrschaft angelastet hätte, die jedoch ablehnte. (Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S 213).

 

ca.1784 Das Armeninstitut - .....Viel erhielten die Armen durch die Gabriel Randl’sche Stiftung und vom fürstlichen Hause Liechtenstein. (Protocoll I.der Verordnung S.161,177). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.154).

 

 

1795 laut Topographischen Landschematismus ist Herrnbaumgarten im Besitz der Liechtensteiner. Diese haben die Ortsobrigkeit und die alleinige Grundherrschaft. (Ingeborg Bogner:Die Liecht.Herrsch.S.49).

 

1795 Nach dem Landschematismus übte die Liechtensteinische Herrschaft Feldsberg das Landgericht aus. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.134,135).

 

Ab 1820 hob die Herrschaft Feldsberg die Grundsteuer, die die Urbarialsteuer ersetzte, ein. Die Zehntsteuer von 83 Gulden 2 Kreuzer forderte das Niederösterreichische Landhaus. Pfarrer Haresser protestierte dagegen, da die Pfarre keinen Zehnt einhob und trug in einer Audienz Kaiser Ferdinand I. (1835-1848) seine Bitte vor. (Liecht.Archiv Fasc.HB) (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.116).

 

 

1822 nach dem Topographischen Landschematismus besitzen die Liechtenstein die Ortsobrigkeit und die ausschließliche Grundobrigkeit.  Zugehörig der Herrschaft Feldsberg (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.55 u.125).

 

1822 Nach dem Landschematismus besass die Herrschaft Feldsberg mit Delegation der Herrschaft Rabensburg das Landgericht. (Ingeborg Bogner-S.136).

 

1847 am 14.8. wurden die Deputate aus der Gültbucheinlage gestrichen. Pfarrer Haidvogel führte am

24.3.1849 Einkünfte von 640,23 Gulden und Ausgaben von 19,11 Gulden an. (Liecht.Archiv Fasc.HB). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.116).

 

1848 Da durch das Grundentlastungspatent die Ablösung der Zehnte sowie aller Leistungen an Kirchen und Pfarren ausgesprochen wurde, meldete die Gutsinhabung Feldsberg auch die Deputate zur Ablösung an. Sie begründete dies damit, daß sie aus ehemaligen Zehentrechten hervorgegangen seien.

1853 am 8.Jänner wurde vom Bezirkskommissär von Theyenthal der Standpunkt vertreten, daß durch die Überlassung der einstigen Zehntrechte an den Fürsten ein Vertrag geschlossen worden sei, so daß von keiner Zehntschuld gesprochen werden könne. Es handle sich um ein Übereinkommen, das von der Ablösung als rein private Sache nicht berührt werde. Die Herrschaft legte Berufung ein. Am 15.4. 1853 bestätigte jedoch das Ministerium des Inneren den Urteilsspruch. Da auch der Antrag der Herrschaft, auf die Deputate freiwillig gegen eine Entschädigung (260 Gulden jährlich) zu verzichten, von den Pfarren abgelehnt wurde, blieb das Einkommen zum Nutzen der Nachfolger erhalten. (Pfarrl.Gedenkbuch S.61 ff). (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S116).

Die Bezüge des Lehrers von der Herrschaft waren bei der Grundentlastung zur Ablösung angemeldet worden. Es wurden dafür 220 Gulden Grundentlastungsobligationen überwiesen, die 11 Gulden 55 Kreuzer trugen. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.220).

 

 

1836-1858 Alois II. Josef 272 v.Liechtenstein. Mit ihm endet die Reihe der Gutsherrn. Das Jahr 1848 brachte mit der Auflösung des Untertanenverbandes auch die Lösung von der Gutsherrschaft. Im Hause Liechtenstein hat Her

Objekt: Ort
Zustand: Österreich
Land / Region: Niederösterreich

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