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Weitenegg

(Leiben/Melk)

 

Weitenegg und Freienstein sind die einzigen Ruinen niederösterreichischer Donauburgen oberhalb Melk. Weitenegg besaß zwei annähernd gleichwertige Wehrtürme, je einen im 0 und W der gestreckten Absdinittsburg. Sie wurde im Zwiesel von Donau und Weitenbach auf einem di~ Donau entlangziehenden Felskamm angelegt. Der kurze, aber steile Zugang erfolgte vom 0 her. Durch ein ehemaliges Tor ge­langt man in einen Vorhof mit Gebäude. Gegenüber ein verfallener Turm, nach Vi­schers Stich 1672 einst der höchste Turm der Burg. Er bleibt zur Rechten (die rech­te Hand der Angreifer war nicht durch den Schild gedeckt) wenn man durch ein breites Tor dem geschlossenen Innenhof zustrebt. An der Turmseite des Hofes ein Wohngebäude mit großen Bogenfenstern, an der Donauseite ein durch Strebepfeiler abgestützter Wohntrakt. An der N-Seite des nächsten Hofes Reste des Palas mit a!tem Mauerkcrn und gewölbten Räumen im Erdgeschoß. Quer zum Hof ein mehrgeschossiger jüngerer Überbau über der breiten Durchfahrt in den nächsten Hof. Rechts und links nach der Durchfahrt je ein erhaltenes Küchengebäude. An der N-Seite dieses letzten Hofes keine weiteren Gebäude an der Ringmauer, an der Donauseite das Erdgeschoß mehrerer gewölbter Räume. Im Hintergrund des Hofes, nach W vorgeschoben, der viereckige, oben etwas verjüngte Berchfrit. Ein vorkra­gender Umgang ruht auf Steinkonsolen und Steinbogen; er war früher mit einem Pultdach abgedeckt, die Hakensteine und Löcher sind erhalten. Der Zinnenkranz, der den Turm krönt, ist restauriert. Durdi einen dreieddgen Anbau im N wurde der untere Teil des Berdifrits fünfeckig (wie der von Nieder-Wallsee). Die Decke dieses Anbaues ist eine Wehrplatte.

Die hintereinander angeordneten Tore und Höfe ergeben den Typ einer Ab­sdinittsburg. Nach der Eroberung eines Abschnittes stand der Angreifer sofort neuen Bollwerken gegenüber. Selbst wenn der letzte Hof erobert war, bot der Berchfrit den Verteidigern einen sicheren Zufluchtsort.

Um 1150 kam W. von den Grafen von Tengling-Peilstein an die Hochfreien von Pernegg und von diesen um 1220 an die nach Reidisunmittelbarkeit strebenden Hochfreien von Legenbach-Rehberg. Als diese i. j. 1236 ausstarben, hatte sich die provzncia Witenekhe (1253 so genannt), oder, wie es später hieß, die comitia (Graf­schaft> Weiten et Reh perg, eine Sonderstellung erworben, die bis 1513 weiterwirkte, obwohl das Gebiet schon 1236 an die Babenberger fiel. Vor 1260 und 1284—1290 war W. den Kuenringern verliehen. 1263 ist Heinrich Stamer landesfürstlidier Burggraf auf Weitenegg. 1301 gab Kg. Albrecht 1. die Herrschaften Rehberg und Persenheug-Ispertal seiner Tochter Agnes, der Witwe des Ungarnkönigs Andreas 111., als Ausstattung fUr die Zeit der Witwenschaft. 1364 starb Agnes, die genann­ten Besitvungen blieben aber bis 1513 vereinigt. 1365 schenkte sie Hz. Rudolf IV. der neugegründeten Propstei Allerheiligen iu St. Stephan in Wien.. Der Herzog wagte aber nicht K. Karl IV. (der Kaiser war der Schwiegervater des Herzogs) um seine Zustimmung i.u bitten, da dieser verlangt hatte, daß mit der Mitgift seiner Tochter die verpfändeten Burgen (siehe Freienstein) ausgelöst wurden. Der Kaiser wäre mit einer Preisgabe landesfürstlichen Besitzes nicht einverstanden gewesen. Außerdem wurde 1368 festgestellt, daß Grafschaft und Burgen in Weitenegg und Rehberg, die Burg in Persenbeug, die Mauten in Ybbs und Emmersdorf lebens-rechtlich vom heiligen römischen Reich abhängig wären und die Schenkung Rudolf IV. (obwohl er die Güter vom Reich zu Lehen trug) ohne kais. Zustimmung keine Rechtskraft erlangen könnte. Die Propstei mußte 1368 verzichten.

1374 war W. an die Herzogin Violanta v. Mailand, vor 1395 an Hans v. Liechtenstein,

nach 1400 an Bischof Berthold v. Freising verpfändet. Im Streit zwischen Hz. Albrecht VI. und K. Friedrich III. floh der Wiener Bürgermeister Wolfgang Holzer hierher. Ein Herr von Säusenegg, wahrscheinlich Burggraf zu Persenbeug, eroberte 1463 W. für Hz. Albrecht VI., der sie 1472 Kaspar v. Rogendorf anvertraute. 1486—1492 hiel­ten die Ungarn die Burg besetzt. 1492 und 1503 war W. wieder verpfändet, wurde aber von K. Maximilian 1. ausgelöst. Er trat 1513 W. im Tauschwege als freies Eigen an die Herren von Seisenegg ab, sodaß die Trennung der Herrschaften W. und Persenbeug erfolgte. Die aus Kroatien stammenden Herren von Lappitz, die bereits die Vesten Seisenegg, Leiben und Rappoltenkirchen erworben hatten, gewan­nen 1531 auch Weitenegg. 1542 brachte Anna v. Lappitz die Herrschaften W. und Leiben (die fortan vereinigt blieben) ihrem Gatten Joachim Volkhra zu Steina­brunn (t 1559) zu. Vor 1567 wurde Wolf Dietrich v. Trauttmansdorff zu Totzen­bach (Gatte der Christina v. Volkhra) Besitzer der Herrschaft. Hans Christoph Geyer zu Osterburg erwarb sie 1617. Die Burg war nach dem Ausbau im 16. Jh. in gutem Zustand, hatte 1591 zwei rote Türme und konnte 1645 erfolgreich gegen die Schweden verteidigt werden. 1661—1738 besaßen die Sinzendorfer die Herr­schaft W. und Leiberi, doch konnte nicht geklärt werden, warum Vischer 1672 als Sdiloßbesitzerin eine Frau aus der Familie Colalto nennt. 1738 erwarben die Edlen von Fürnberg den Besitz. Josef Edler v. Fürnberg (siehe Lubercgg) verkaufte die Herrschaften an K. Franz 1. Sie wurden mit den anderen kais. Patrimonial­herrschaften vom Familiengüterfonds (Direktion in Leiben, bzw. Pöggstall) ver­waltet und gingen nach 1918 an den Kriegsgeschädigtenfonds über. In. der Folge übernahme~i die Osterreichischen Bundesforste, Forstverwaltung, die Betreuung der Ruine. Derzeit ist Dr. Wipplinger Besitzer.

         (Burgen u. Schlösser in NÖ. Burgen u. Schlösser an der Donau. Birken – Verlag. Seite 86 bis 89)

Autor: Hans Huysza

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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