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Watenstein

 (Kirchberg an der Pielach)

 BURGSTALL einer Ministerialenburg

Ausführliche Beschreibungen des Burgstalles lieferten W. Leeb (1911) und H. P. Schad‘n (1953). Schad‘n schreibt: „Am rechten Ufer der Pielach zieht sich ein bewaldeter Bergrücken hin, dem eine etwa 500 m breite, 20 m hohe Terrasse vor­gelagert ist. An deren Rand liegt ungefähr 1 km westlich vom Orte Kirchberg ein doppelt umwallter Kegelstutz ... Der Grund gehört teilweise zum Aubauernhof, der am Ufer der Pielach steht, teilweise zur Herrschaft Kirchberg-Fridau. Der Grundriß der Anlage ist oval, der Plattendurchmesser des Mittelwerkes beträgt 18 bis 34 m, die Höhe 4 bis 7 m, von der Grabensohle an gemessen. Um das Plateau zog sich, etwa 2 m vom Rande entfernt, eine Ringmauer hin, von der im W noch Teile erhalten sind; die N-Seite, wo der Boden stark ansteigt, wird von einem Walle eingesäumt, in dem ebenfalls eine Mauer zu stecken scheint. Das Innere ist von tiefen Gruben durchsetzt, die davon herrühren, daß die Grundmau­ern der Gebäude ausgebrochen wurden. Der Innenwall fällt nach außen 1,5 - 2 m, gegen den Burghügel etwas weniger ab. Der Außenwall hat geringere Ausmaße; er ist im 5 und SO ganz eingeebnet, sein Umfang beträgt etwa 175 m. Kegel und Wälle sind aus Kalksteinen und mergeliger Erde aufgebaut, aus denen der Boden der Hochfläche besteht. Etwa 200 m westlich der Burgstelle eine gefaßte Quelle.« Beim Abtransport bedeutender Steinmengen wurden in einem Gewölbe Gefäß­scherben, drei Pferdeschädel und andere Knochen gefunden. Brocken von Hütten­lehm mit Geflechtabdrücken, Keramikbruch, auch von großen Vorratsgefäßen, fanden sich in und um den Burgstall, ohne daß eine wissenschaftliche Untersu­chung vorgenommen worden wäre. Die Bevölkerung spricht vorn »öden Gschloß«. Bergseitig gegen den »Hauswald« liegt die »Hauswiese‘<. Auch die »Hausstatt<‘, die 500 m weiter im 55W am Fuß des »Hauswaldes« liegt, gehörte zur Burg. Ein an den Ecken abgerundetes Viereck, 34 x 31 m, ist von einem schmalen Graben und einem niedrigen Wall umschlossen und deutet auf einen zur Burg gehörigen Vichhof zuruck.

Als Meierhof der Burg wird der Hof Wagenstein im NW des Erdwerks ange­sehen; eine curia Watenstain erscheint schon 1321 in einem Göttweiger Zehent­verzeichnis.

Nach der Burg ist auch der Berggipfel „Watenwies« im W von Kirchberg be­nannt. Auf ihm wurde 1663 ein Kreidfeuerplatz eingerichtet.

Watenstein war eine bedeutende Burg. In seiner Lage im Tal, nicht allzuweit von der Pielach ist sie die Vorläuferin der Burg Kirchberg. Nahezu 50 Urkunden überliefern den Namen Watenstein bzw. den der Watensteiner.

Watenstein ist wie Weissenberg eine Gründung der Ministerialen von Rabenstein. 1266 hatte Wichard v. Rabenstein einen Bruder Heinrich v. W. (FRA 11/81 Nr.

66). Eine Rabensteinerin, vermutlich eine Schwester Heinrichs, heiratete um 1260 Ulrich II. v. Hintperch-Pillichsdorf und erhielt zwei Jahrzehnte später die Burg Watenstein. Auch Besitz zu Loich kam 1276 von einem (Rabenstein-)Weissenber­ger an die Pillichsdorfer. Ulrich 1. v. Pillichsdorf hatte zwei Söhne, Jakob 1. und Konrad II.; beide nannten sich auch nach Watenstein. Hartneid, der Sohn Jakobs, starb 1336 kinderlos; Ulrich (Gattin Erweib) hinterließ nur die beiden Töchter Kunigunde und Anna. Den 1303-1323 genannten Hauch (Hugo) den Watenstei­ner, der in Brunn(kirchen) bei Göttweig Besitz hatte, halte ich für den Gatten der Alheid v. Pillichsdorf (gest. 1310), einer Schwester Ulrichs IV. Pillichsdorf-Waten­stein. Er war dadurch der Begründer der jüngeren Watensteiner, die sich auch nach dem nahen Marberg nannten. Eine andere Schwester Ulrichs IV. Richardis ehelichte um 1285 Gundaker v. Radelberg. Auch die Weissenberger hatten sowohl in (Unter-)Radelberg wie in Brunn Besitz. Von den jüngeren Watensteinern nann­te sich ein Mathe nach W. und sein Bruder Starchard bald nach Marberg, bald nach Watenstein. Die Watensteiner waren mit den Mainburgern verschwägert. 1382 ist Stefan der Watensteiner v. Mainburg genannt. Noch 1441 machte ein Hanns Watenstayner eine Stiftung nach Lilienfeld. Die jüngeren Watensteiner waren aber sozial nicht sehr hoch gestellt und trugen W. von Adeligen zu Lehen, die erst wieder 1396 erfaßt werden können. Damals war die Burg wie die Weis­senburg in drei Besitzanteile aufgeteilt und hatte denselben Besitzgang wie die Weissenburg. 1/3 der Veste Watenstein, das der Hofmeister Hans v. Liechtenstein besessen hatte, kam nach dessen Sturz damals an Rudolf v. Wallsee, 2/3 wurden von den Pottendorfer 1411 an Heinrich v. Kling verkauft. Ein 1417/18 genannter Hans der Watensteiner hatte Besitz im Gölsental. 1494 wird W. bei der Vergabe der Weissenburg nicht mehr mitgenannt. Der Herrschaftssitz war talaus nach Kirchberg verlegt worden. Die Burg W. wurde verlassen.

(Schweickhardt VI 295 - L. Koller, MbAV X 1911, 31 - W. Leeb, ebda 47, 55 -K. Moßler, Sonntagsbeil. z. »Volkszeitung« Juni 1929, 5. 293 [Funde] - Binder 1125 - Schad‘n 160 [unter Kirchberg!] - HONB 111/2, 249; VII 58 - Buchinger 218)

 

( Burgen u. Schlösser in NÖ. Zwischen Araburg u. Gresten. Seite 60, 61 ).

Autor: Hans Huysza

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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