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Obersulz

...Schon 1322 vermacht Gf. Konrad v. Schaunberg für den Fall seines kinderlosen Todes das Eigengut zu Sulz, die Dörfer Loidesthal und Blumenthal seinen Schwager Ulrich v. Maissau, doch soll Konrads Gattin Alhait ihre Morgengabe Sulz bis zum Lebensende innehaben.

...... Erst durch sein Testament vom 12.V.1353 wird die Erbschaft endgültig geregelt. Loidesthal und Blumenthal fallen wirklich an die Maissauer, das Eigengut Sulz blieb wohl Konrads Brüdern vorbehalten. 17 Halblehen, 10 Hofstätten und die Mühle unter dem Dorfe Obersulz kamen 1372 von Heinrich Prunner v.(Windisch-) Baumgarten durch Kauf an Heinrich v. Rauhenstein.(Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

1491 verkauft Veit v. Ebersdorf  das Dorf Obersulz an die Herren v.Liechtenstein, doch haben die Ebersdorfer (von Ernstbrunn) noch 1524 Zehente in Obersulz. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

1520 bestätigt Papst Leo X. neuerlich dem Kloster (Michaelbeuern) neben anderem auch den Besitz der Pfarre Obersulz.

Als mit dem Tode von Graf Wolfgang II. von Schaumberg dieses Geschlecht in männlicher Linie ausstarb, erhob auch sein Oheim, Wolf von Liechtenstein, Ansprüche auf das Erbe.

Kaiser Ferdinand I. erklärte aber alle Güter der Schaumberger als landesfürstliche Lehen, die an den Landesfürsten zurückfallen müssten; sein Nachfolger Maximilian II. nahm den gleichen Standpunkt ein.

Erst nach langen Verhandlungen und nach Zahlung einer hohen Geldsumme gelang es den Erben, das waren die beiden Geschlechter Starhemberg und Liechtenstein, in den Besitz der Güter zu kommen.

Obersulz gehörte nun zur Herrschaft Wilfersdorf, wobei sich Georg von Liechtenstein auch den ganzen Zehent, der eigentlich dem Kloster Michael­beuern gehörte, aneignete und für kurze Zeit sogar den Kirchenschlüssel an sich brachte. Nach einer Klage des damaligen Pfarrers Braun mußte er die Schlüssel zurückgeben und erhielt außerdem eine Geldbuße.

Georg von Liechtenstein rächte sich mit einer Klage bei der niederöster­reichischen Regierung, daß der Pfarrer seine seelsorglichen Pflichten vernach­lässige. Die Gemeindeväter mußten wohl oder übel zu Gunsten des Fürsten aussagen, so daß der Pfarrer vom Fürsten bestraft werden durfte; außerdem beauftragte die niederösterreichische Regierung den Abt von Michaelbeuern als Vogt und Lehensherr zu handeln. Leider unterließ Abt Johannes Süß (1567— 1580) diese einmalige Gelegenheit, die alten Rechte in Obersulz wiederum geltend zu machen. Pfarrer Braun allerdings erhielt 1567 eine Rechtfertigung und die Liechtensteiner den Befehl, den Pfarrer in Ruhe zu lassen.

Wolf von Liechtenstein ließ am 7. April 1574 eine Rotte in den Pfarrhof eindringen, den Pfarrherrn herausschleppen, die Getreidevorräte fortschaffen und das Wirtschaftsgebäude versiegeln. Dafür wurde nun ein lutherischer Prediger angestellt. Darin ist auch die Ursache für das Vorgehen der Liechten­steiner zu sehen -  sie waren Anhänger der Lehre Luthers. Oftmalige Ein­gaben an die Regierung durch Pfarrer Braun blieben erfolglos und er selbst starb in Armut und Not, ohne jemals wieder in die Pfarre zurückgekehrt zu sein.

Der lutherische Pastor Viereckh verweigerte dann die Annahme des Gregorianischen Kalenders. Sein Nachfolger wurde Pastor Burkard. Es ver­gingen in der Folge 28 Jahre bis Obersulz wieder einen katholischen Pfarrer bekam. Der Staatsmann Bischof Melchior Kiesel begann in Österreich mit einer katholischen Restauration und auch Gundacker von Liechtenstein schloß sich wieder dem katholischen Glauben an. Am 20. Dezember 1602 erhielt Ober­sulz einen katholischen Pfarrer namens Machnizki. An diesen wandte sich nun der Michaelbeuernabt Martin Hattinger. Das Antwortschreiben vom 4. Sep­tember 1604 schildert die großen Schwierigkeiten, die der Wiederaufbau des katholischen Glaubens mit sich bringe. Trotzdem sei es gelungen, zu Ostern 1603 die Gläubigen in Obersulz, Loidesthal und Blumenthal wiederum zu den Ostersakramenten zu bringen. Außerdem berichtet Pfarrer Machnizki, daß die Zugehörigkeit von Obersulz zu Michaelbeuern trotz verschwundener Aufzeichnungen durch einen Grabstein von Frater Benediktus aus Peuern zu beweisen sei.

Daraufhin schrieb Abt Ulrich Hofbauer am 9. September 1614 an Gund­acker von Liechtenstein und machte seine Rechte auf Obersulz geltend. Da keine Antwort kam, machte der Abt eine Eingabe bei der Regierung in Wien und wandte sich außerdem an Bischof Kiesel, der aber trotz schriftlicher Auf­forderung an Grundacker von Liechtenstein ebenfalls nichts erreichte.

Mit der Eingabe des Klosters an die Regierung begann der langandau­ernde Prozeß um die Wiedergewinnung der Rechte in Obersulz. Die Originalurkunden waren von den Schaumbergern in Besitz genommen worden und alle Grund- und Zehentbücher hatten die Liechtensteiner nach Wilfersdorf gebracht; das Kloster besaß nur vidimierte Abschriften. Abt Michael Trometer (1637—1676) ließ nichts unversucht, um die alten Akten wieder zu erlangen und übergab die Causa dem Professor für Kirchenrecht in Salzburg, P. Gregor Kimpfler von Scheyern, mit sämtlichen vorhandenen Unterlagen. Nachdem die Akte tatsächlich in einem Salzburger Archiv aufgefunden wurden, nahm Abt Michael nach einem Gutachten von Professor P. Ludwig Engl von Melk den Prozeß 1667 neuerlich auf. Rechtsanwalt Dr. Lochmayr, vom Kloster beauf­tragt, legte die Originalurkunden bei der Regierung in Wien vor, die deren Echtheit 1668 anerkennen mußte.

Der 1673 ergangene Urteilsspruch verpflichtete schließlich die Liechten­steiner zur Rückgabe der Pfarre Obersulz samt Patronatsrecht und Zehent, außerdem seien die bisher aus der Pfarre gewonnenen Einnahmen dem Kloster zurückzuzahlen.

Nach einem Einspruch von Seiten des Fürsten entschied die Regierung 1675 wie oben. Die festgesetzte Übergabe der Einkünfte am 30. Jänner 1676 scheiterte an einem Aufhebungsgesuch der fürstlichen Advokaten. Außerdem konnte man sich nicht über die Höhe der Zahlungen einigen, da das Kloster nicht im Besitz der Zehentbücher war. Das Kloster verweigerte wegen der noch nicht erfolgten Rückzahlungen die Unterhaltskosten für die Pfarre Ober­sulz zu übernehmen.

Am 3. März 1682 übernahm endlich P. Wolfgang Sauerwein vom Kloster Michaelbeuern die Pfarre und erhielt wegen seines fortgeschrittenen Alters noch einen Kooperator, P. Felix Reber, zugeteilt. Beide litten große Not und waren weitgehend auf die Mildtätigkeit der Nachbarspfarren angewiesen.

Um die Prozesse mit den Liechtensteinern endlich abzuschließen, schickte der Abt dem Prior P. Josef Miller nach Wien, was zu einem neuen Schieds­spruch der Regierung vom 10. August 1690 führte. Darin wird der Fürst ver­pflichtet, den Drittelzehent zu Obersulz, die sechs Viertelweingärten „Hinter dem Berg“ und sieben Pfarrholden abzutreten gemeinsam mit den seit 1575 geflossenen Früchten.

Die Herausgabe des Zehents von Blumenthal und Loidesthal verweigerte der Fürst, was schließlich dazu führte, daß die Regierung die Herausgabe der Bücher forderte. Damit war die dem Kloster entzogene Summe von 136.212 fl 10 kr für den Zeitraum von 1575 bis 1690 bekanntgeworden. Der Prior suchte aber vernünftigerweise einen Vergleich zu erreichen, was schließlich auch ge­lang. Das Kloster verzichtete auf die Zehentansprüche in Blumenthal und Loidesthal. Der Fürst zahlte trotzdem statt der geforderten 50.012 fl nur 25.000 fl. Demgegenüber stehen Prozeßkosten für das Kloster in der Höhe von 20.000 fl, die aber folgende Erfolge brachten:

1.     Die Wiedergewinnung des Patronatsrechtes in Obersulz,

2.     mehrere Weingärten,

3.     ein Drittelzehent in Obersulz,

4.     ein halber Zehent von Loidesthal und Blumenthal,

  1. 25.000 fl als Entschädigungssumme.

(Festschrift zur Weihe der Ortskirche Blumenthal 1973 – Seite 20 bis 22).

 

 

.......Auch hier in Ober-Sulz  fand die neue Lehre Luthers geneigten Eingang. Bei der Gelegenheit haben im Jahre 1563 die beiden Brüder Georg VII. 96 und Wolf II. 97 von Liechtenstein, welche Besitzer des Ortes waren, den gewesenen Pfarrer Johann Prauner abgesetzt, die Zehenten abgenommen, die Kirchenschlüssel an sich gerissen und einen Pastor gewaltthätig dafür eingesetzt. Erst nach Verlauf vieler Jahre ward die Bevölkerung von Ober-Sulz, wieder zur katholischen Glaubenslehre zurückgebracht. (Vorwort von Erzbischof Jachim in 300 Jahre Pfarrkirche Obersulz 1973).

 

1574 zogen die Liechtenstein Einkünfte des Kl. Michelbeuern an sich, mußten sie aber 1697 zurückerstatten. (Burgen u. Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

.....Der letzte männliche Vertreter des Hauses Schaumberg hatte die Kinder seines Schwagers Erasmus von Starhemberg als Erben eingesetzt, desgleichen aber erhob auch sein Oheim Wolf von Liechtenstein Anspruch auf das Erbe. Kaiser Ferdinand I. beendete kurzfristig den aufkommenden Streit dadurch, daß er die Besitzungen der Schaumberger als landesfürstliche Lehen und damit an den Landesfürsten als zurückgefallen erklärte. Maximilian II. setzte diese Haltung noch fort. 1572 aber gelangten die beiden Geschlechter Starhemberg und Liechtenstein  nach langen Verhandlungen und Zahlung einer hohen Geldsumme doch noch in den Besitz des Erbes. Georg von Liechtenstein war damit nicht nur Herrschaftsinhaber von Obersulz, sondern übte auch die Rechte über die Pfarre aus. Seine erste Maßnahme war die Aneignung des gesamten Zehents, der eigentlich dem Kloster Michaelbeuern gehörte und außerdem für den Unterhalt des Pfarrers herangezogen wurde. (300 Jahre Pfarrkirche Obersulz S.23-24).

 

1585 vermachte Wolf  97 v.Liechtenstein in einem Testament 40 fl. zur Erbauung der Schulen in Wilfersdorf, Loidesthal, Kettlasbrunn und Obersulz. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.51).

 

1590  Von den weltlichen Grundherren hat Hartmann II. 118 v.Liechtenstein (gest.1585), 59 Häuser in Obersulz, dazu in Blumenthal 34 und in Loidesthal 51. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

Liechtenstein in Obersulz

 

1590 Frau Hartmanin von Liechtenstain gen Wilffersdorff Obrigkeit 59 Häuser (von 98). (Häuserzahl und  Untertanszugehörigkeit 1590 - Bezirk Gänserndorf S.6).

 

 

 

 

 

Die Stiftsherrschaft Michelbeuern ist noch über 1848 hinaus verzeichnet. Anderseits wurde das Dorf damals zur Liechtensteinischen Herrschaft Wilfersdorf gerechnet. Die Liechtenstein hatten auch jahrhundertelang die Vogtei über die Stiftsholden. (Burgen u. Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

 

Quellen : OSR.Willibald Leisser : Kettlasbrunn im Weinviertel.“Ein Wallfahrtsort seit der Pestzeit“.

                Burgen und Schlösser in NÖ. Birken - Verlag. „Vom Marchfeld bis Falkenstein“. Seite 106.

                300 Jahre Pfarrkirche Obersulz - Heimatbuch der Pfarrgemeinde Obersulz 1973.

                Franz Rauscher : Häuserzahl und Untertanszugehörigkeit der Grundholden in den Gemeinden des                               politischen Bezirkes Gänserndorf im Jahre 1590. Herausgegeben 1948. (Bibl.Huysza.)

 

Liechtenstein in OBERSULZ

 

...Schon 1322 vermacht Gf. Konrad v. Schaunberg für den Fall seines kinderlosen Todes das Eigengut zu Sulz, die Dörfer Loidesthal und Blumenthal seinen Schwager Ulrich v. Maissau, doch soll Konrads Gattin Alhait ihre Morgengabe Sulz bis zum Lebensende innehaben.

...... Erst durch sein Testament vom 12.V.1353 wird die Erbschaft endgültig geregelt. Loidesthal und Blumenthal fallen wirklich an die Maissauer, das Eigengut Sulz blieb wohl Konrads Brüdern vorbehalten. 17 Halblehen, 10 Hofstätten und die Mühle unter dem Dorfe Obersulz kamen 1372 von Heinrich Prunner v.(Windisch-) Baumgarten durch Kauf an Heinrich v. Rauhenstein.(Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

1491 verkauft Veit v. Ebersdorf  das Dorf Obersulz an die Herren v.Liechtenstein, doch haben die Ebersdorfer (von Ernstbrunn) noch 1524 Zehente in Obersulz. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

1550 Vermutlich . Urbar Register- Herrschaft Wilfersdorf und Mistlbach : zu denen Erbauungen und Contracten samentlich denen Herrn von Lichtenstein zeb: zugehörig, wie viel Haußgesessene, wie viel Gewandten Aecker und wie? Viertl auf der Herrschaft sind, was sie ordinari steigendt: und fallendt: gesell jährlichen der Herrschaft dienen.

Obersulz : Unterthanen allda - Ganze Lehen..................3

                                          Drey Viertl Lehen....................2

                                                    Halb Lehen....................38

                                                     Hofstädten.....................26.

Ordinari Michaeli Dienst :...............Von der Gaißleiten Holzgeld.................1 Gulden.

.....Pannwein wird ihnen fürgelegt 40.Eimer.

Herrlichkeiten :........Das Kirch oder Pfarr Lehen.      

 ( 52 Seiten gebunden im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - Heimatmuseum).

 

.......Auch hier in Ober-Sulz  fand die neue Lehre Luthers geneigten Eingang. Bei der Gelegenheit haben im Jahre 1563 die beiden Brüder Georg VII. 96 und Wolf II. 97 von Liechtenstein, welche Besitzer des Ortes waren, den gewesenen Pfarrer Johann Prauner abgesetzt, die Zehenten abgenommen, die Kirchenschlüssel an sich gerissen und einen Pastor gewaltthätig dafür eingesetzt. Erst nach Verlauf vieler Jahre ward die Bevölkerung von Ober-Sulz, wieder zur katholischen Glaubenslehre zurückgebracht. (Vorwort von Erzbischof Jachim in 300 Jahre Pfarrkirche Obersulz 1973).

 

1574 zogen die Liechtenstein Einkünfte des Kl. Michelbeuern an sich, mußten sie aber 1697 zurückerstatten. (Burgen u. Schlösser in NÖ. Birken-Verlag und Hans Wolf :Erläuterungen.Seite 355).

 

.....Der letzte männliche Vertreter des Hauses Schaumberg hatte die Kinder seines Schwagers Erasmus von Starhemberg als Erben eingesetzt, desgleichen aber erhob auch sein Oheim Wolf von Liechtenstein Anspruch auf das Erbe. Kaiser Ferdinand I. beendete kurzfristig den aufkommenden Streit dadurch, daß er die Besitzungen der Schaumberger als landesfürstliche Lehen und damit an den Landesfürsten als zurückgefallen erklärte. Maximilian II. setzte diese Haltung noch fort. 1572 aber gelangten die beiden Geschlechter Starhemberg und Liechtenstein  nach langen Verhandlungen und Zahlung einer hohen Geldsumme doch noch in den Besitz des Erbes. Georg von Liechtenstein war damit nicht nur Herrschaftsinhaber von Obersulz, sondern übte auch die Rechte über die Pfarre aus. Seine erste Maßnahme war die Aneignung des gesamten Zehents, der eigentlich dem Kloster Michaelbeuern gehörte und außerdem für den Unterhalt des Pfarrers herangezogen wurde. (300 Jahre Pfarrkirche Obersulz S.23-24).

 

1585 vermachte Wolf  97 v.Liechtenstein in einem Testament 40 fl. zur Erbauung der Schulen in Wilfersdorf, Loidesthal, Kettlasbrunn und Obersulz. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.51).

 

1590  Von den weltlichen Grundherren hat Hartmann II. 118 v.Liechtenstein (gest.1585), 59 Häuser in Obersulz, dazu in Blumenthal 34 und in Loidesthal 51. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

Liechtenstein in Obersulz

 

1590 Frau Hartmanin von Liechtenstain gen Wilffersdorff Obrigkeit 59 Häuser (von 98). (Häuserzahl und  Untertanszugehörigkeit 1590 - Bezirk Gänserndorf S.6).

 

1590 laut Bereitungsbuch - Die Herren von Liechtenstein haben die Ortsobrigkeit und die überwiegende Grundherrschaft. In Obersulz besitzen sie 59 von 98 Häusern. (Ingeborg Bogner-Die liecht.Herrsch.S.46).

Ortsobrigkeit : Frau Hartmanin v.Liechtenstein ge Wilfersdorf. Weiterer Grundinhaber - Carl von Herberstein gen Mazen, Joachimb von Zinzendorf ge Ernstbrunn, Kloster beire, Pfarrer zur Obersulz. (Ingeborg Bogner : Seite 130, 131).

 

1614 bis 1667 bekam der Obersulzer Schulmeister jährlich 24 Gulden, 15 Metzen Halbtreid und 20 Eimer Bier. (L.A.Wilfersdorf ad 3,Obersulz, 1568 bis 1667.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.118).

 

1614 bis 1676 setzen sich die Einkünfte des Obersulzer Pfarrers zusammen aus : 100 Gulden Bargeld, ½ Mut Weizen, 3 Mut Halbtreid, 2 Mut Hafer und  40 Eimer Wein.(L.A.Wilfersdorf ad 3,Obersulz 1568 bis 1690.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.122).

 

1713 am 13.Jänner führte der Fürst Anton Florian von Liechtenstein (1656-1721) den Körneraufgabs- Achtelfonds für die Untertanen der Herrschaften Feldsberg,Rabensburg und Wilfersdorf ein, um den Untertanen in Notzeiten eine dauernde Hilfe zu bieten. Der Bauer brachte von jedem Metzen, den er zur Aussaat verwendete, ein Achtel zur Herrschaft. So sammelte sich im herrschaftlichen Getreidespeicher Korn an, das zum Teil bei Bedarf an die Bauern ausgegeben, zum anderen Teil jedoch verkauft wurde. Der erzielte Erlöß floss in den Geldfonds, aus dem die Untertanen Darlehen erhalten konnten.

Der Wilfersdorfer Fonds umfasste die Gemeinden : Bullendorf, Blumenthal, Ebersdorf, Eibestal, Erdpress, Gross Krut, Hüttendorf, Kettlasbrunn, Ketzelsdorf, Lanzendorf, Loidesthal, Maustrenk, Mistelbach, Obersulz, Paasdorf, Poisdorf, Wetzelsdorf, Wilfersdorf, Windisch-Baumgarten.

Dieser Körneraufgabs-Achtelfonds blieb auch nach dem Jahre 1848 weiter bestehen. Der Wilfersdorfer Fonds hatte im Jahre 1901 eine Summe von 136016 Kronen in der Kasse. Die Geldentwertung der Nachkriegszeit hat auch diese segensreiche Einrichtung vernichtet. 210 Jahre lang bestand der Fonds zum Nutzen unserer Heimat und seiner Bewohner. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.107,108).

 

HILFE IN DER NOT

1730 Laut Bericht vom 4.12. bekamen die Erdberger, Ketzelsdorfer, Obersulzer, Kettlasbrunner, Poysdorfer und Eibestaler Untertanen für ihre baufälligen Häuser das Bauholz zur Hälfte gratis, den anderen Teil gegen Bezahlung. (L.A.Wilfersdorf 5, 1729 bis 1730.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.110).

 

 

 

1753 Die Liechtensteiner Untertanen erwirtschafteten im Vergleich zu anderen höhere Erträge. Es überrascht uns darum keineswegs, wenn z.B. in Obersulz Liechtensteinische Bauernhäuser um 7 Gulden zum Verkauf angeschlagen worden sind, dagegen im selben Ort zu gleicher Zeit Sinzendorferische, nach Ernstbrunn gehörige, um 3 Gulden. (Franz Thiel. Lt.Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.106).

 

1785 Subrepartition Uiber die unterthaenige Haeuser, und Zugehoerungen der Hochfürstlich- Liechtensteinischen Majorat Herrschaft Wilferstorf  im Erzherzogthume Nieder Oesterreich des Viertls unter dem Mannhartsberge de ao 1785 Einlags Numerus 39. Bei Obersulz - Ca.124 Namen bzw.Häuser angeführt.

 (Umfangreiches Werk, gebunden- aus dem Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - im Heimatmuseum).

 

1795 laut Topographischen Landschematismus ist Obersult im Besitz der Liechtensteiner. Diese haben die Ortsobrigkeit und die alleinige Grundherrschaft. (Ingeborg Bogner:Die Liecht.Herrsch.S.50).

 

1795 Nach dem Landschematismus übte die Liechtensteinische Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht aus. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.134,135).

 

 

1822 Laut Topographischen Landschematismus haben die Liechtensteiner  (neben anderen Grundherren) die Ortsobrigkeit in Sulz. Durch die Herrschaft Wilfersdorf. Weitere Grundinhaber - Roggendorf, Stift Heil.Kreuz, Ernstbrunn, Stift Michlbayern.  (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.55 u.130, 131).

 

1822 Nach dem Landschematismus besass die Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht. Genannt „Sulz“(Ingeborg Bogner-S.136).

 

Die Stiftsherrschaft Michelbeuern ist noch über 1848 hinaus verzeichnet. Anderseits wurde das Dorf damals zur Liechtensteinischen Herrschaft Wilfersdorf gerechnet. Die Liechtenstein hatten auch jahrhundertelang die Vogtei über die Stiftsholden. (Burgen u. Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

Faszikel Nr.12 Undatiert : „Vorläuffiger Local Befundt über Die zu dem bencfiico anßer Lieben Frauenkltor m dem Kayl Schloß Eberstorf an der Donau gehörige Heußer und Überländt zu OBERSULTZ....??.

(Im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf- im Heimatmuseum).

 

 

 

Sagen, Schwänke und andere Volkserzählungen aus dem Bezirk Gänserndorf -

Beiträge für den Unterricht-Folge 20. Hans Hörler. Gesammelt von der Lehrerschaft des Bezirkes 1951.

Seite 55 - Nummer 111Das Florianikreuz :  Jeden Samstag besuchte Fürst Liechtenstein, der im Schlosse in Wilfersdorf seinen Wohnsitz hatte, die Obersulzer Mariahilf-Kapelle, um dort dem Nachmittagsgottesdienste beizuwohnen. Dies tat er auch an einem Apriltage des Jahres 1774.

Als er auf seiner Herfahrt die Höhe des Kapellenberges (Kalvarienberges ?) erreichte, sah er, daß ein Teil des Ortes, und zwar die Häuserzeile von Nr.141 bis 161 in Flammen stand. Die Ortsbewohner waren fast durchwegs auf den Feldern beschäftigt und der Ort war nahezu menschenleer. Ein Liechtenstein’sches Regiment, das längere Zeit im Orte stationiert war, war am gleichen Tag nach Mistelbach abgezogen worden. Der Pulverturm, der auf dem Wachtberge stand, war in Gefahr, von den Flammen ergriffen zu werden. Glücklicherweise trieb der sich drehende Wind das Feuer in eine andere Richtung. Zur Erinnerung an diese Feuersbrunst und zum Danke dafür, daß der Ort nicht vollständig eingeäschert wurde, ließ Fürst Liechtenstein an der Stelle, von wo er das Feuer zuerst erblickte, eine große Gedenksäule, das „Florianikreuz“ errichten.

Weiters erzählt die mündliche Überlieferung, der Fürst habe zur Bereitung des Mörtels anstatt des Wassers roten Wein verwenden lassen.

 

122 Jahre lang dauerte ein Prozess der Fürsten von Liechtenstein mit dem Salzburger Benediktinerstift Michaelbeuern über den Zehent in der Pfarre Obersulz.

Auch Loidesthal wurde bis in die jüngste Zeit von Michaelbeuern betreut.

(Sepp Forcher in der ORF Sendung „Klingendes Österreich“ im ORF 2 am 3.1.2006)

           

 

Quellen : OSR.Willibald Leisser : Kettlasbrunn im Weinviertel.“Ein Wallfahrtsort seit der Pestzeit“.

                Burgen und Schlösser in NÖ. Birken - Verlag. „Vom Marchfeld bis Falkenstein“. Seite 106.

                300 Jahre Pfarrkirche Obersulz - Heimatbuch der Pfarrgemeinde Obersulz 1973.

                Franz Rauscher : Häuserzahl und Untertanszugehörigkeit der Grundholden in den Gemeinden des                               politischen Bezirkes Gänserndorf im Jahre 1590. Herausgegeben 1948. (Bibl.Huysza.)

 

                Ingeborg Bogner: Die Liechtensteinischen Herrschaften und ihre Untertanen in der Nordostecke von       NÖ. 15.- 19.Jhdt.

               Hans Wolf : Erläuterungen zum Historischen Atlas der österr.Alpenländer. 6.Teil. N.Ö.

Autor: Hans Huysza

 

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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