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Mistelbach

Älteste urk. Nennung- ca. 1125/30 de Mistelbach.

(Österr.Städtebuch 4.Band NÖ, 2.Teil H-P 1976,273-286 v.Dr.Bernhard Koch-Bibl.Huysza).

 

Erben der Herren von Mistelbach sind Ende des 14.Jahrhunderts schließlich die Herren von Liechtenstein gewesen, die Herren bzw.späteren Fürsten von Liechtenstein sind somit Grund- und Gerichtsherren der Marktgemeinde geworden. Das hatte aber schließlich zur Folge, daß sich das grundherrliche Verwaltungszentrum der Marktgemeinde weitgehend nach Wilfersdorf, einem damaligen Hauptsitz der Liechtensteiner, verlagerte. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 247 Beitrag von Bernhard Koch).

 

Oberster Zechherr aller Mistelbacher Zünfte war der Fürst Liechtenstein, weshalb die einzelnen Zünfte jährlich meist einen Dukaten der Herrschaft Wilfersdorf zu reichen hatte. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 260).

 

 

 

Anmerkung - noch zu klären : Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha Märheim 1974.Seite 51.

2.Huch von Mistelbach - Nur ein einziges Mal wird dieser Huch (= Hugo) genannt, und zwar 1140 als Spitzenzeuge, als ein Wernhardt von Falkenstein ein Gut zu Ottenthal an Klosterneuburg schenkte.( Reg.II/7 = FRA 4 n.617). Die betreffende Zeugenreihe lautet : Huch de Mistelbach, Rudegerus, Ratdoldus, Gundolt, Alwich, Eckerich, Altmann. .....Beziehungen der Mistelbacher zu jenen von Falkenstein, wie sie hier offenbar werden, ersieht man auch später noch aus der Tatsache, daß um 1150/60 ein Ramunt und Heinrich von Mistelbach, aber schon1136/41 Odalrich und Ramunt de Ualchensteine nebeneinander als Zeugen genannt sind.....Rabenstein ist nun aber wohl (nach H.Wolf, Falkenstein,S.36 ff.) eine im Raum Falkenstein neben der sogenannten Feste gelegene Burg, die im 13.Jh.Zentrum einer eigenen, von der Burg Falkenstein verschiedene, liechtensteinsche Herrschaft gewesen ist. Enge (wohl verwandtschaftliche) Beziehungen scheinen nach obigem somit die alten Falkensteiner mit den Mistelbachern und den Liechtensteinern verbunden zu haben, doch reicht die karge Quellenlage nicht aus, diese näher zu präzisieren.

Da Huch von Mistelbach nur ein einzigesmal genannt wird, könnte man vermuten, daß er sich ansonsten unter einem anderen Zunamen verbirgt, wie das ja in jener Zeit  des öfteren üblich gewesen ist

Die eben hervorgehobenen Beziehungen der Mistelbacher zu den Rabensteinern in Falkenstein und die anscheinend alten Verbindungen der Liechtensteiner zu ihnen lassen den Gedanken reifen, daß unser Huch der Mistelbacher etwa mit dem Liechtensteinischen Stammvater Hugo (1130 bis ca. 1147 nachweisbar) gleichzusetzen sein könnte.

Dagegen scheint zu sprechen, daß vor dem Kauf der Herrschaft Mistelbach Ende des 14.Jhs. seitens Johanns von Liechtenstein nicht die geringsten Anhaltspunkte für Liechtensteinschen Besitz in Mistelbach zu Tage treten.

Auch ein weiterer Hugo, Hugo von Aigen (-Weierburg),(K.Lechner, Herrschaft und „Markt“ Weierburg, Jahrb.f.Landeskunde NÖ 32,1956, S.94-125) ein sehr naher Verwandter des Liechtensteiners, (H.Mitscha-Märheim, Liechtenstein, Jahrb.“Adler“,1973) lebte um dieselbe Zeit. Beide, Liechtensteiner und Aigner, zeigen enge Beziehungen zu den Vohburger Grafen, was gut zu unserer Ansicht über die Herkunft Erlwins von Mistelbach paßt.

Zu Ende des 13.Jhs. hatte das Stift Heiligenkreuz in Mistelbach einen Besitz von 2 ½  Mansen (Bauerngütern), über deren Herkunft wir leider nichts wissen. Dieser Besitz ist bis 1544 in Heiligenkreuz nachweisbar und wurde damals vom Stift an die Prandt in Niederkreuzstetten abgestoßen. Diese 2 ½  „Bauernlehen“ könnten etwa aus der frühzeitigen Zerschlagung eines Meierhofes entstanden sein. Und nach einem solchen Hof  könnte etwa unser Huch von Mistelbach um 1140 seinen Namen in Kloserneuburg geführt haben.............

Sowohl die Liechtensteiner als auch die Aigener hatten aber im 13.Jh. enge Beziehungen zum Stift Heiligenkreuz, wo sie auch ihre Grablege erwarben.-

Die Frage, wer dieser „Huch“ von Mistelbach gewesen ist, muß bis auf weiteres unbeantwortet bleiben !

 

12.Jahrhundert. Der Karner (heute Katharinenkapelle), der seit dem 12.Jh. der Unterbringung der Gebeine aus dem um die Kirche gelegenen Friedhof diente, war offenbar bereits im 14.Jh.voll. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974. Seite 84).

 

1227 am 20.Mai traf der steirische Minnesänger Ulrich von Liechtenstein auf seiner abenteuerlichen Turnierfahrt als „Frau Venus“ in Mistelbach ein, wo er ein ritterliches Kampfspiel abhielt........(Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim 1974.Seite57).

 

1295 wurde ein Urbar angelegt. „Hie ist vermerkt das guet des Herrn Bertlems von Liechtenstein seel.Wittib angezaigt ist zu Mistelbach „ Angeführt sind bedeutende Waldanteile.(Fitzka I,S 46).Anmerkung Huysza: Unter Bertlems v.Liechtenstein könnte Albert I. von Sanct Petronell 12 gemeint sein.- erstmals genannt 1234, gest.zwischen 1282 und 1285.

 

1295 Vermutlich Irrtum : Titelseite - „Urbarium und Register über die Gütter zu Mistelbach In Ao 1Z95.  2.Seite: „Hie ist Vermerkt, das gut, das Herrn Hertleins von Liechtenstein Selige Witib auz geczaigt ist zu Mistelbach. zcetera zc.“

Letzte Seite : „Nota das Regihter ist geschriben am Montag vor Sanct Johanns tag zu Sunnleuten. Anno Domini Mil“ „lesimo Trecentehimo ssonagehimo quinto. = 1395 (Anmerkung Huysza : 1395 ist das Todesjahr des Hartneid IV. 42 von Liechtenstein. Vermählt 1373 mit Afra, Tochter des Friedrich von Wallsee (diese heiratet 1396 Alber Stuchs von Trauttmansdorff,gest.8.Juli 1430, sep.Wien, Maria Stiegen). Hartmann war 1388 Landeshauptmann von Steiermark. Dieses Urbarium befindet sich im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf (Museum).- Umfang 42 Seiten.

Auf Seite 23 in der 13.Zeile......Weingarten bei des Spital Weing...........

Auf Seite 27...... Vermutlich alle Holzleiten sind angeführt.

Auf Seite 27 in der 14.Zeile....Purgstall erwähnt.

Auf Seite 36 - Badstube angeführt.

Vorletzte Seite : ....Auch ist ze merkhen die Vogtey ze Hykkendorff, ze Lanzendorff  mit dem todt, mit allen gerichte, und auch mit der Vogtey Ebndorf, mit Vogtey Rorbach, mit allem gericht und vogtey gen Mistelbach, und wer einen Pflug hat auff der obgenandten Vogtey, der soll drey Verttl tun, für das ackhern gen Mistelbach, das weiland auff dem Mayrhoff gewesn ist.

Letzte Seite : „ Nota die, die da sullen treibn auff die waid gen Mistellbach. Item die von Hederstorff, die von Wezelßdorff, die von Mistellbach, die von Amaizs und die von Siebn Hiertn. (Urbar 1395 aus dem Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - Heimatmuseum).

 

1362 Stiftung des Spitals. Bestätigungsurkunde vom 10.April. Für die dazugehörige Spitalskirche ist die Errichtung im Jahre 1316 gesichert, offenbar eine Sühnehandlung des Hadmar von Mistelbach wegen einer kirchlich bedenklichen Ehe mit Elisabeth von Winkel, verwitweter von Sonnberg - daher auch das Patrozinium Elisabeth......Zweifellos wurde vor 1320 auch das Spital errichtet.......Es wird freilich erstmals 1362  erwähnt, seither aber immer wieder, allein oder zusammen mit dem „geistlichen Lehen im Spital“, eben der Spitalskirche. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 145,146).

 

1383 ist das Haus genannt.(Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag)

1383/1396 verkauften die Trautmannsdorf an Hans (Johann I.)39 v.Liechtenstein der von den Volckensdorfern ein restliches Viertel der Feste gewann. Auch nach dem Sturz des Hofmeisters Hans v.Liechtenstein durfte die Familie die Feste Mistelbach behalten, auch eine Pfandschaft der Afra Stuchsin auslösen. Mistelbach gehörte fortan bis 1848 zur Liechtensteiner Hft.Wilfersdorf. (Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

1383 verlieh der Herzog  Albrecht    an Johann I. 39 v.Liechtenstein alle die zu Mistelbach gehörigen Güter, welche ihm Stuchs von Trautmannsdorf verkauft hatte. Johann vergrößerte in diesem Jahr den Besitz noch bedeutend. (Falke I. S.360).

 

1384 verkaufen die Brüder Johann und Albrecht von Wolkersdorf ihren Anteil an der Festung in Mistelbach (ein Viertel) etc. und Güter zu Schönstraß und in anderen Orten an Johann (I. 39 oder II. 50) v.Liechtenstein. (Heimat im Weinland-Jg.1962-S.101).

 

1394 fällt Johann I. 39 v.Liechtenstein in die „Ungnade“ des Herzogs Albrecht III. nachden er als sein Hofmeister durch mehr als 25 Jahre die Regierung des Landes geführt hatte- die Habsburger nehmen den Liechtensteinern  sämtliche Besitzungen südlich der Donau in Ober- und Niederösterreich ab. (G.Wilhelm-Stammtafel).

....; was aber den Liechtensteinern und ihren Erben in unsern, des Herzogs Albrecht Landen bleiben soll, das ist : zuerst die Herrschaft, Stadt und Feste Feldsperg mit Zugehörung; sodann die Festen Ravenspurg, Ringleinsdorf und Mistelbach, sodann die Feste Ulrichskirchen mit aller Zugehörung.......(Falke I.S.374).

 

1394 fällt Johann bei Herzog Albrecht in Ungnade und verliert alle Besitzungen nördlich der Donau. Vermutlich behielt die Familie Liechtenstein die Feste Mistelbach.

1395 ist die Feste Mistelbach genannt (Birken-Verlag „Burgen u.Schl.v.Bisamb.bis Laa).

1406 überläßt Hartneid V. 53 v.Liechtenstein seiner Mutter Afra(von Wallsee) Güter wie Kätzelsthal, Ober- und Nieder Eibesthal, Mistelbach und Poisdorf, ihr Leben lang zu haben und zu genießen.(Falke I.S.438).

 

1406 Afra von Wallsee wurde abermals Witwe.1.Gatte Hartneid IV. 42 von Liechtenstein. Vom 21.,Mai ist eine Urkunde erhalten, durch die ihr Hartneid V. 53 von Liechtenstein, ihr Sohn erster Ehe, und dessen Vettern Johann II. 50 und Heinrich V.51 verschiedene Einkünfte überließen : 29 Pfund Pfenn. zu“Checzleinstorff“, das Gericht zu Ober- und Nieder-Eibesthal; Getreide- und Weinzehent in diesen drei Orten; Weingärten zu Mistelbach, Paasdorf und Eibesthal mit bestimmten Abgaben; 7 Pfund von der Mistelbacher Maut und allen Nutz und Gult auf den genannten drei Dörfern. Vielleicht war dies die Ablöse für ihren Anteil an der  Herrschaft, die 1414 ganz in Liechtensteinischem Besitz war.(Herrschaft Mistelbach). (Bretholz - Seite XCIII).

 

1411 Am 15.Dezember erfolgte in Wien durch Herzog Albrecht V. eine Belehnung von vier Liechtensteinischen Vettern, Heinrich, Hartneid, Johann und Ulrich,  mit dem halben Haus zu Hagenberg, mit dem halben Haus zu Gnadendorf und verschiedenartigem Besitz in Drösing, Katzelsdorf (oder Ketzelsdorf), Altruppersdorf, Schrettenberg, Pottendorf bei Feldsberg, wie ausdrücklich angegeben wird, Heumad, Rabensburg, Geresdorf, Paltramsdorf, Dobermannsdorf, Mistelbach, Oberhüttendorf, Liechtenwarth und „Asparen bei Stadelaw“....(Bretholz-Urbar 1414-Seite CII).

 

1414  Im Liechtenstein Urbar umfangreiche Besitzungen in Mistelbach.

 

1414 Die Vogtei oder Schirmherrschaft über Leut und Gut der Herren von Nieder Altaich im Dorfe Nieder Absdorf versahen nach Band 4, Seite 169 der n.ö.Weistümer laut Urbar vom Jahre 1414 die Herren von Liechtenstein und erhielten dafür zu Lichtmeß 6 Pfund Wiener Pfennig und zu Michaelis 5 Mut Vogthaber.

Damals waren die Liechtensteiner auch Vogteiinhaber in Mistelbach, Lanzendorf und Hüttendorf. (Ingeborg Bogner : Die Liechtenst.Herrsch. S.133).

 

Im Urbar v.1414 sind 9 Liechtenstein-Herrschaften angeführt : Nikolsburg,Dürnholz, Lundenburg, Falkenstein, Feldsberg, Rabensburg, Mistelbach, Hagenberg, Gnadendorf. ( B.Bretholz S.XXIV).

 

1419 Benefiziatenhaus Barnabitengasse Nr.8, neben dem Pfarrhof. Ehem. Wohngebäude der St.Johannes-Benefiziaten. Stiftung unter dem Patronat der Familie Liechtenstein. (Dehio 1990).

1436 erbt Christoph II. 60 v.Liechtenstein u.a. das Schloß Wilfersdorf. Er stirbt am 5.Oktober 1448 und wird begraben in Mistelbach. (Wilh.Stammt.VIII-4)

Zwischen 1441 und 1446 stirbt Ulrich 58 v.Liechtenstein. Erstmals genannt 15.Dez.1411. Vermählt mit Ursula,Tochter des Ulrich von Stubenberg. Begraben in Mistelbach. (Wilh.Stammt.T.2.,VIII-2).

1443 überläßt Kaiser Friedrich dem Christoph II.v.L. den Weinumgeld zu Mistelbach...(Falke I.S.453).

Die Burg war nach dem Erdbeben in diesem Jahr baufällig und wurde wohl noch im 15.Jh. abgebrochen.(Birken-Verlag „Burgen u.Schl.v.Bis.bis Laa“)

1444 wurde eine Messe, welche die beiden Brüder Christoph und Georg zu Mistelbach gestiftet hatten, wegen Baufälligkeit des Schlosses nach dem Spital zu Feldsberg übertragen. ( Falke I.S.456)                        zw. 1441 und 1446 stirbt Ulrich 58 v. Liechtenstein. Begraben in Mistelbach (Wilh.Stammt.VIII-2)

1444 stirbt Georg IV 61 v.Liechtenstein, zwischen 19.März und 15. Juni . Begraben in Mistelbach. (Wilh.Stammt.VIII-3)

1452 Teilungsvertrag - Auf Johann V. 67 und Heinrich VII. 68 v.Liechtenstein und ihre Brüder fielen dagegen zunächst Stadt und Schloß Feldsberg, sodann das aus der Capellenschen Erbschaft erworbene Steiereck, ferner Mistelbach, Hakenberg, Ravensburg,, Renkenstein, Dürrnholz u.s.w., mit allem, was zu diesen Herrschaften und Schlösserngehörte. (Falke I.S.466).

 

1452 erhält Johann V. 67 v. Liechtenstein  am 13.Juli bei der Güterteilung - mit seinen Brüdern die Güter Feldsberg, Steyregg, Mistelbach, Dürnholz, Rabensburg und Hagenberg. (Wilh.Stammt.IX-1)

 

1456 hatte Johann V.v.L. einen Streit über die Vogtei der Pfarrkirche zu Mistelbach.(Falke I.S.474).

1456 Bewaffnete Streitigkeiten zwischen König Ladislaus und dem Kaiser. (Die Liechtensteiner auf der Seite des Königs).

1458 rückte der neu erwählte König v.Böhmen Georg Podiebrad mit Heeresmacht gegen den Kaiser an die Donau. Dabei litten besonders die liechtensteinischen Besitzungen. Feldsberg und Mistelbach waren in Flammen aufgegangen, daß kein Haus übrig geblieben war. (Falke I.S.478).Samt Schloß (Birken-Verl.)

1459 wurde am 12.August Wilhelm 64 v.Liechtenstein auf der Heimreise von der Brünner Zusammenkunft Kaiser Friedrichs III. mit dem König Georg Podiebrad von Böhmen ermordet. Begraben in Mistelbach. Seine Frau wurde hierauf irrsinnig und starb. (Wilh.Stammt.IX-9)

 

12.Jahrhundert. Der Karner (heute Katharinenkapelle), der seit dem 12.Jh. der Unterbringung der Gebeine aus dem um die Kirche gelegenen Friedhof diente, war offenbar bereits im 14.Jh.voll. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974. Seite 84).

 

Als Bestattungsort scheint für einige Familienmitglieder der

Liechtensteiner - Mistelbach auf. Man kann annehmen, daß

diese im Karner bestattet  waren.

 

1494 erhielt Christoph III. 69 v.Liechtenstein von Kaiser Maximilian die Belehnung mit allen österreichischen Lehen, nämlich Herrenbaumgarten, Reichenstein, Hagenberg, den Lehen zu Rabensburg, der Mühle zu Ungarisch-Haslau, den Zehnten zu Mandrisdorf, den Getreidezehnten zu Altenlichtenwart, zu Aspern, zu Stadelau, dem Dorf Kaildorf, Schrattenberg, mit der Feste Heilingberg, Pulndorf, dem Schloß Ruttenstein, dem Landgericht über Königswiesen, desgleichen mit allen Gütern, so gegen Mistelbach gehören, und allen Gütern, so gegen Mistelbach gehören, und allen ihren Zugehörungen und Vogteien. (Falke I.S.504).

 

Seit 1497 ist die „Gruftkirche“ bzw.St.Maria in der Gstetten nachweisbar. Sie war vermutlich die alte romanische ursprüngliche Pfarrkirche. Die tiefgelegene Krypta dieser Kirche erreichte man nach Aussage Fitzkas (1901,S.93) auf 27 abwärts führenden Stufen; ihre Decke war, wie auch aus einem alten barocken Wallfahrtsbildchen ersichtlich(Abb.9), von zahlreichen Säulenpfeilern getragen, ihr Inneres mit menschlichen Gebeinen angefüllt, daher auch ihr Name „Gruftkirche“, der seit 1497 nachweisbar ist. Als Erklärung für diese Tatsache bietet sich folgender Gedankengang an. 12.Jahrhundert. Der Karner (heute Katharinenkapelle), der seit dem 12.Jh. der Unterbringung der Gebeine aus dem um die Kirche gelegenen Friedhof diente, war offenbar bereits im 14.Jh.voll.......Die neue, im 15.Jh. errichtete Pfarrkirche sollte aber auf dem Raume des alten Friedhofes hier erstehen. Da war es nun naheliegend, die Krypta der alten, nun aufzulassenden Pfarrkirche als Knochenlager für die Gebeine der hier vorerst zu exhumierenden Gräber zu benützen, da im Karner dafür kein Platz mehr war.

1784 wurde die „Gruftkirche“ abgetragen. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974. Seite 84 und 85).

 

1504 Erbeinigung - Hartmann I. 113 v.Liechtenstein erhielt die Herrschaft, Stadt und Schloß Feldsberg, das Schloß Haggenburg, die Feste Ravensburg, die Feste und Herrschaft Mistelbach mit allen ihren Zugehörungen. (Falke II.S.16).

 

1504 erhältHartmann I.113 v.Liechtenstein im Familienvertrag die Güter Feldsberg, Rabensburg, Mistelbach, und Hagenberg. (Wilh.Stammt.X-12).........die Feste und Herrschaft Mistelbach mit allen ihren Zugehörungen. (Falke II.S.16.)

1514 schlichtete Kaiser Maximilian einen Streit, den Hartmann mit dem Stifte Heiligenkreuz hatte über Unterthanen des Hartmann zu Mistelbach und Hagenberg wegen Robott und Steuer, welches alles Hartmann zu Recht erkannt wurde. (Falke II.S.80).

 

1550 Vermutlich . Urbar Register- Herrschaft Wilfersdorf und Mistlbach : zu denen Erbauungen und Contracten samentlich denen Herrn von Lichtenstein zeb: zugehörig, wie viel Haußgesessene, wie viel Gewandten Aecker und wie? Viertl auf der Herrschaft sind, was sie ordinari steigendt: und fallendt: gesell jährlichen der Herrschaft dienen.

Mistlbach : Unterthanen allda - Ganzhäußer.......................15

                                                     Halbhäußer........................37

                                                     Ganzlehen.......................... 2

                                                      Halblehen..........................27

                                                      Viertl Lehen...................... 6

                                                      Hofstädten..........................52

                                                      Halbe Hofstädte...................28

                                                      Viertl Hofstädte....................2

                                                       Vogtholde............................16

                                                       Ausholden............................48

                                                       Die Padtstuben.......................1

Freyhäußer : Rathshaus, Welzerhof?, S: Johan Benef:, S:Sebastian Ben :, Spital, Schul. 

Herrlichkeiten :.......Das Kirchen Lehen in der Spitalkirchen

Item das Spitaldasselbst,

Ein Beneficium S: Johannis darüber die Herrn von Liechtenstein Vogt und Lehensherrn sind.

 ( 52 Seiten gebunden im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - Heimatmuseum).

 

1553 versetzt Wolf Christoph 91 v.Liechtenstein den Getreidezehent zu Mistelbach und Reinthal. (Falke II.S.54). Er starb durch einen Sturz beim Pferderennen in der Nähe von Dürnholz.

1553 26.Juni: Wolf Christoph 91 v.Liechtenstein-Nikolsburg stellt seinen Vetter Georg Hartmann I. 115 v.Liechtenstein-Nikolsburg aug Veldsperg und Steyregg einen Schuldbrief über 448 fl rheinisch 1 Schill. 6 Pfen. aus und haftet dafür mit seinen Gütern in Niederösterreich, insbesonders mit seinem Teil am Getreidezehent zu Mistelbach und Reintall, die bis zur Tilgung der Schuld zur Nutzung überlassen werden.(Liecht.Reg.-in Heimatk.Beibl.Nr.6-1965-S.24).

 

1566 Vergleich zwischen Hartmann II.  118 v.Liechtenstein mit seinen Vettern, Johanns VI.Söhnen......wegen Schirmung der Vogtei zu Mistelbach, welche Hartmann beanspruchte, sollen die Urkunden nachgesehen und danach entschieden werden....(Falke II.S.87).

 

1570 erhält Sebastian III.119 bei der Güterteilung  Mistelbach und Poisdorf. (Wilh.Stammt.XII-11).....den  Markt Mistelbach, die Dörfer Poisdorf, Lanzendorf und einige andere....(Falke II.S.89 und 100).

 

Nach 1574 - „Anschlag und Betheurung Mistlbach sambt andern Stückhen und Guettern so Herrn Georg Eraßmen und Herrn Hainrichen beden Gebriedern Herrn von Liechtenstain von Nicolspurg nach Absterben weilennd Herrn Sebastian von Liechtenstain von Nicolspurg soligen zu Starllung? seiner ergenden Guetter angefallen sein.

MARCKHT MISSTLBACH es folgt Auflistung auf 16 Seiten.....

(Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - im Heimatmuseum- Sebstian III.Nr.119 starb am 16.8.1574).

 

1585 stirbtChristoph IV. 93 v.Liechtenstein. Begraben in Mistelbach. (Wilh.Stammt.XI-9)

Er verkauft 1560 Nikolsburg an Ladislaus von Keretschin.....

 

1590 laut Bereitungsbuch - Die Herren von Liechtenstein haben die Ortsobrigkeit und die überwiegende Grundherrschaft. Im Markt Mistelbach besitzen sie 163 von 164 Häusern. (Ingeborg Bogner-Die liecht.Herrsch.S.46).

Ortsobrigkeit : Frau Hartmanin v.Liechtenstein gen Wilfersdorf. Weiterer Grundinhaber - Dechant zur Dr. Johanneß auf der Widten. (Ingeborg Bogner : Seite 129).

 

1592 hatte Karl  v.Liechtenstein das Beneficium St.Katharina dem Sohne des n.ö.Regierungsrates Dr.Karl Stredele mit der Bedingung verliehen, daß er Geistlicher werden sollte.

1593 ergeht der kais.Befehl an den Dechant, gegen die Türkengefahr die Mauern auszubauen.(Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

1596 April 24.Wien: Die n.ö.Landstände verpfänden für jährlich 2650 fl.rheinisch an Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg, dessen Brüder und Erben das duplierte Zapfenmaß auf weitere 3 Jahre ab Georgi u.a. folgender Flecken und Oerter : Markt Wilfersdorf, Markt Mistelbach, Puelndorf, Khöttelsprunn, Lanzendorf, Eberstorff, Liechtenwart, Hausprunn, Flecken Rabenspurg, Bernhartsthall, Reinthall, Herrnpaumbgartten, Schrätenperg, Kazelstorff, Kezelstorff. (Liechtenst.Regest.-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1596 Zunftwesen - Die Leinenweber zu Mistelbach anerkennen den Liechtensteiner als ihren obersten Zech- und Schutzherrn und zahlen hiefür 1 Dukaten. 15.5.1596, die Handwerker, der Hufschmied am 30.6.1596 und die Schuhmacher am 26.4.1605. (L.A.Wilfersdorf 5,bis 1609.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.88).

 

1597 im Liechtenstein Urbar heißt es : Wir haben vor Zeiten das Schloß auf dem Berge gehabt gegenüber der Kirche, wie allda noch die Schloßmarch zu sehen ist. Die Verteidigungsaufgaben gigen an die Kirchenburg über, als Verwaltungsgebäude dienten im NW-Teil des Hauptplatzes das „Herrenhaus“ und das „Dienerhaus“. (Birken-Verl.)

 

1597 Nach dem Urbar - wurde die Robot für Mistelbach mit 400 Gulden jährlich abgelöst. Später verlangte die Herrschaft wieder zwei Tage in der Woche Robot, bei Anbau - und Erntearbeiten drei und vier Tage. Der Schiedsspruch der angerufenen Kommissionsräte bestimmte zwei Robottage in der Woche, im Jahr 104. Die Herrschaft wurde jedoch belehrt, möglichst keine Neuerungen durchzuführen, weil sonst leicht Mißstimmigkeiten heraufbeschworen werden könnten. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.82).

Als in Mistelbach eine Feuersbrunst gewütet hatte, ersuchten die Abbrändler um Robotbefreiung auf drei Jahre an, so wie es den Hörersdorfern und Sinzendorfern Untertanen bewilligt worden war. Nach einem Prozess erlaubte der Fürst die Verringerung von zwei Tagen auf einen Tag in der Woche. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.82).

Verletzte sich ein Untertane beim Roboten so schwer, dass er den Bader braucht, so wird der Heilerlohn bezahlt. Das ist auch bei einem armen Mädchen der Fall gewesen, welches unter den Robotwagen geraten war.(1717 bis 1721). Dazu war die Herrschaft verpflichtet. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.83).

 

Um 1600 wurde der Schafflerhof erbaut. Hauptsächlich die Herrschaft Wilfersdorf hielt in Mistelbach viele Schafe.

1721 gab es 419 fürstliche Schafe. 157 Tiere hielten sich der Meister und 113 die Knechte, insgesamt waren  also 689 Tiere vorhanden.

1791 gab es in der Mistelbacher Schäferei 600 Tiere. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 255).

 

1602 wollte Fürst Karl v.Liechtenstein das Patronatsrecht käuflich erwerben, was jedoch zurückgewiesen wurde. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974. Seite 105).

 

1602 Heiratsabrede Gundacker mit Agnes von Ostfriesland. Agnes erhielt nach den Haussatzungen des Grafen von Ostfriesland ein Heiratsgut von 20.000 Gulden und dazu eine reiche Ausstattung an Kleidern, Schmuck, Silbergeschirr, Wagen und Pferden. Gundacker verschrieb ihr als Leibgedinge 6000 Gulden von und mit der Herrschaft Mistelbach als Wittwensitz. (Falke II.S 271).

 

1606 erhält Gundaker 139 v.Liechtenstein im Familienvertrag die Güter Wilfersdorf, Mistelbach, Poysdorf und Ringelsdorf. (Wilh.Stammt.XIII-13 und Falke II.S.133,134).

1602 Heiratsabrede Gundacker mit Agnes von Ostfriesland. Agnes erhielt nach den Haussatzungen des Grafen von Ostfriesland ein Heiratsgut von 20.000 Gulden und dazu eine reiche Ausstattung an Kleidern, Schmuck, Silbergeschirr, Wagen und Pferden. Gundacker verschrieb ihr als Leibgedinge 6000 Gulden von und mit der Herrschaft Mistelbach als Wittwensitz. (Falke II.S 271).

 

ca.1609 - Zunftwesen . Die Meister des Kürschnerhandwerks zu Mistelbach suchen an, der Fürst von Liechtenstein möge beim Kardinal von Dietrichstein zu Nikolsburg intervenieren, dass sie auch beim Nikolsburger Jahrmarkt ihre Waren feilhalten dürfen, da ja auch die Nikolsburger zu Poisdorf, Mistelbach, Feldsberg und Hohenau, also in Liechtensteinischer Jurisdiktion und anderen Orten in Österreich verkaufen dürfen. (L.A..Wilfersdorf 5, bis 1609.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenstein.Herrschaften.S.87).

Die Herrschaft schützt ihre Untertanen auch gegen  die Willkür der Handwerker. Als die Fleischhackermeister von Mistelbach, Poisdorf und Wilfersdorf den Preis des Rindfleisches steigern und zwar das Pfund von 4 ½ auf 5 Kreuzer, da bittet Johann Caspar Willigers, Fürst Max Liechtensteins Regentens, die niederösterreichische Regierung, dies abzustellen.

1.6.1571 : Die Fleischhackerzunft in Mistelbach anerkannt den Herrn von Liechtenstein als ihren Schutzherrn. (L.A..Wilfersdorf 5, bis 1609.In Ingeborg Bogner: Die Liechtenst.Herrsch.S.87).

 

ca.1660 Maut - Über Kettlasbrunn : Wir haben auch eine Maut auf den Hörter Tanz, allein zu den Mistelbacherischen Jahresjahrmärkten als zu Pfingsten und Michaeli.  Es hat auch zu alten Zeiten eine Maut zu Kettlasbrunn gehabt, die kann wieder aufgerichtet werden. Ist nicht aufgerichtet. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.86).

ca.1660 Maut - Über Mistelbach : Wir haben eine Maut daselbst wird jährlich verlassen per 150 Gulden Richter und Rath. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.86).

 

1667 Eine umfangreiche Beschwerde gegen den Fürsten selbst erhoben die Mistelbacher bei der Röm.Kais.Majestät direkt mit Umgehung des Dienstweges. Darüber steht folgendes geschrieben :

„ Kurzer Extrakt ! aus der von Mistelbach bei der Röm.Kais.Majestät eingegebene Beschwerdeschrift.

1) Karl von Liechtenstein habe am 20.8bris 1597 ein beiläufiges Urbarium oder Beschreibung aller bei dem Markt Mistelbach habender Herrlichkeiten und Nutzbarkeiten aufgerichtet und kraft dessen die damalige Robot auf 400 Gulden bares Geld ausgesetzet.

Die Zeit hätte sich geändert und die Obrigkeit hatte kein Geld mehr angenommen, sondern sie gezwungen, in der Weise die Robot in Natura zu leisten und nicht nur 2 Tage in der Woche, sondern auch in den Wochen des Anbaues, Ernte und anderer Zeit 3 und 4 Tage mit Rösser und Handarbeit zu verrichten.

Noch dazu lasse die Obrigkeit andere drei auf 70 Joch sich erstreckende Hofbreiten, so auch einen Acker von 60 Joch, der von einem Mistelbacher Untertan „Prasser“ konfisziert worden ist, bebauen und mit Ross- und Handrobot versehen.

Würde nun das jetzige mit dem vorigen verglichen, so ergebe sich daraus, dass die Robot das zehnfache sei und übertreffe. Da das Jahr hindurch auf jeden Roboter mit Ross die Wochen nur 2 Tage und auch für jeden Tag nur 56 Kreuzer, da man doch solches mit einem Geld bezahlen muss, angeschlagen oder geraitet worden, so geben 24 Rossrobott wöchentlich 36 Gulden, jährlich aber 1872 Gulden.

Item wären 108 Handrobot, und da von einem aufgenommenen Taglöhner jeden Tag 15 Kreuzer gerechnet, werden wöchentlich 36 Gulden, jährlich aber 1872 Gulden.

Und da hiezu die weitere eytraordinari Fuhren wenig ist von 24 Rossrobot das Jahr über 300 Gulden ertrage, so bringen die jetzige jährliche Roboth (der gemeinen Panierrossrobot und Inleuthhandrobot umgerechnet) in allem bey 4000 Gulden.

2)  Zur Gemain gehörig  wären ein Holz dreizehn Leuten wie auch Baaderleuthen und dafür der Herrschaft 73 Gulden gedienet und der Notdurft nachgeholzt.

Im Jahre 1606 sei es ihnen vom Fürsten Gundackher völlig weggenommen worden.

3)  Sie hätten ein altes Pannbüchl gehabt, das hätte man ihnen weggenommen. Zuerst hätten sie jedes Viertel per 2 Gulden, später 3 Gulden 30 kr., und jetzt 2 Gulden  30 ? und  6 Kreuzer Aufschlaggeld zu zahlen.

Außerdem wären ihnen jährlich zu Pfingsten 100 Eimer Pannwein aufgebürdet.

4) Die Obrigkeit verlange eine Osterehrung paar Centner Schmalz, etliche 100 Stück Eier, 4 Stück Kälber   ? ungefähr 40 Gulden.

5) Sie müssten einen fürstl. ordinari Boten halten und mit 300 Gulden besolden.

6) Sie müssten von 132 Häusern wie dieselben mit 570 Gulden geben, da aber 52 öd sind, 492 Gulden geben, während die Kaiserl. Pfarrholden nur pro Haus 1 Taller bezahlen.

7) Die Maut zu Mistelbach ist ihnen weggenommen worden und sie müssen von ihrem Kauf- und Verkaufs Notdurften die ordentliche Maut bezahlen.

8) Die Viehweide wurde den Mistelbachern entzogen und daraus der Schaflhof gemacht, so dass sie ihr Vieh in den Wald treiben müssen und samt den Pfarrholden müssten sie 15 Gulden Weitgeld zahlen.“

 

Zu diesen Klagepunkten erwiederten  einzeln der Beauftragte des Fürsten Dr.Hofmann und hierauf der Fürst Hartmann selbst.

Die eingebrachte Beschwerde ist wie vorauszusehen von beiden grösstenteils widerlegt worden. Die Mistelbacher hatten wohl kein Recht, dies oder jenes zu fordern, sonst wäre es ihnen in der folgenden Verhandlung am 15.April 1666 von den Kommissionsräten sicher zugesprochen worden. Der Entscheid der Räte lautete so, wie Dr.Hofmann die Rechtslage geschildert hatte.

Für beide streitende Parteien folgte jedoch im Nachsatz eine Rechtsbelehrung.

„ „ Im übrigen sollte der fürstl. Herr beclagte die Cläger wieder den selblichen Landtsbrauch und Herkomben, sowohl in der Richterwahl, alß auch Waisengeldten und ander mit kheiner Neuerung beschweren....““

„“ Und dass aber die Cläger in einer solchen grossen Anzahl Ihro Kays. Maj. selbst behelliget, da sie doch ihre etwa gehabte beschwährung  mit ainem außschus hetten gehörigen orthen anbringen können ist ihnen solches mit Ungnaden allen ernstes für dißmahl verwiesen, auch bei Ihro Kays. Maj. höchster Unnachlässiger straff und wärkhlicher Verschaffung dero Personen in den allhiesigen Stattgraben, alda in bana?t und Eyse zu arbeithe, auferlegt, sich hinfür dergleichen Unfueg gewisslich zu enthalte und Ihrer fürstl. obrigkeit allen schuldige respect und gehorsamt zu erzeigen, da sie aber noch etwa in daß künftigerweislich beschwerde zu haben vermainen möchte, haben Sie solche alß den mit gebührender ordnung und bescheidenheit fürzubring.

Acto Wienn d. 15.Marty Anno 1667.““ (L.A.Wilfersdorf 5, 1663 bis 1678. In Ingeborg Bogner:Seite 140 bis 143).

Der schwierige Streitfall war somit im Sinne der Herrschaft entschieden und die Mistelbacher Kläger erhielten eine ernste Verwarnung mit Androhung von Strafarbeit in Stadtgraben.

Nach den eben zitierten Akten aus dem Archiv zu Vaduz erscheinen uns die Liechtensteiner als gerechte Herren, die ihre Untertanen vorschriftsmässig behandelten, ihnen gegen fremde Gerichtsbarkeiten beistanden und bei Beschwerden gegen sie selbst beweisen konnten, dass die vorgebrachten Beschuldigungen zu Unrecht erhoben worden waren. (Ingeborg Bogner : Seite 143)

 

1698 am 15.4. unterschreibt Fürst Maximilian von Liechtenstein die Weinhauerordnung der Mistelbacher Hauerzunft. (L.A.Wilfersdorf 5, 1697 bis 1705. In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.101).

HAUER. Im Stiftbrief der Hauerzunft Mistelbach heißt es : „Die ehrsame Hauerzunft in dem fürstlich Liechtensteinschen Markte Mistelbach hat ohne Zweifel aus göttlichem Antriebe und zur größeren Ehre Gottes und der übergebenedeiten Jungfrau und Mutter Gottes, Maria, auch in untertänigster Dankbarkeit gegen den durchlauchtigsten hochgeborenen Fürsten und Herrn Maximilian,  des hl.römischen Reiches Fürsten von und zu Liechtenstein, auf unser untertänigstes Bitten zur Erhaltung guter Manneszucht eine fürstliche Freiheit, besagte Hauerzunft zu Mistelbach, gnädigst bewilligt bekommen; 20.Mai 1698.-“ (Dir.Fritz Bollhammer : In Heimatbuch des Verwaltungsbezirkes Mistelbach. Band II. Seite 144).

 

1713 am 13.Jänner führte der Fürst Anton Florian von Liechtenstein (1656-1721) den Körneraufgabs- Achtelfonds für die Untertanen der Herrschaften Feldsberg,Rabensburg und Wilfersdorf ein, um den Untertanen in Notzeiten eine dauernde Hilfe zu bieten. Der Bauer brachte von jedem Metzen, den er zur Aussaat verwendete, ein Achtel zur Herrschaft. So sammelte sich im herrschaftlichen Getreidespeicher Korn an, das zum Teil bei Bedarf an die Bauern ausgegeben, zum anderen Teil jedoch verkauft wurde. Der erzielte Erlöß floss in den Geldfonds, aus dem die Untertanen Darlehen erhalten konnten.

Der Wilfersdorfer Fonds umfasste die Gemeinden : Bullendorf, Blumenthal, Ebersdorf, Eibestal, Erdpress, Gross Krut, Hüttendorf, Kettlasbrunn, Ketzelsdorf, Lanzendorf, Loidesthal, Maustrenk, Mistelbach, Obersulz, Paasdorf, Poisdorf, Wetzelsdorf, Wilfersdorf, Windisch-Baumgarten.

Dieser Körneraufgabs-Achtelfonds blieb auch nach dem Jahre 1848 weiter bestehen. Der Wilfersdorfer Fonds hatte im Jahre 1901 eine Summe von 136016 Kronen in der Kasse. Die Geldentwertung der Nachkriegszeit hat auch diese segensreiche Einrichtung vernichtet. 210 Jahre lang bestand der Fonds zum Nutzen unserer Heimat und seiner Bewohner. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.107,108).

 

„SPITAL“ MISTELBACH

1362 Stiftung des Spitals. Bestätigungsurkunde vom 10.April. Für die dazugehörige Spitalskirche ist die Errichtung im Jahre 1316 gesichert, offenbar eine Sühnehandlung des Hadmar von Mistelbach wegen einer kirchlich bedenklichen Ehe mit Elisabeth von Winkel, verwitweter von Sonnberg - daher auch das Patrozinium Elisabeth......Zweifellos wurde vor 1320 auch das Spital errichtet.......Es wird freilich erstmals 1362  erwähnt, seither aber immer wieder, allein oder zusammen mit dem „geistlichen Lehen im Spital“, eben der Spitalskirche. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 145,146).

 

Das Spitalseinkommen für 8 Personen betrug 1641zusammen 230 fl 29 kr ½ den.;

1643 wurde es als zu gering bezeichnet, der Pacht trage nur die Hälfte der früheren Jahre.

1644? Im folgenden Jahr stiftete Agnes von Liechtenstein 2000 fl für den Unterhalt von 4 weiteren Personen im Mistelbacher Spital. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 145,146).

 

1660 hatte der Spitalsvater dafür zu sorgen, daß im Spital Ordnung, Ruhe und Frieden herrsche; daß in der Früh, zu Mittag und am Abend sowie vor und nach dem Essen wie auch vor und nach dem Schlaf gebetet werde; daß die Spitaler jeden Tag zur Kirche gehen und für ihre Wohltäter beten und viermal im Jahr zum Tisch des Herrn treten. Seit 1660 erhielten sie an Fasttagen auch ein warmes Essen.

Im Jahre 1660 war hier Platz für 13 Personen,

1665 erweiterte Sidonia von Liechtenstein die Stiftung um 7 Plätze und gab dafür u.a. die Angermühle bei Bullendorf.......

Am 29.April 1674 schenkte Sidonia von Liechtenstein dem Mistelbacher Spital 642 fl 28 kr.

1676 waren 18 Personen im Spital. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 156).

1714 senkte man daher die Zahl der Spitaler auf 15. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 157).

 

Valentin Platschko, fürstlicher Untertan zu Wilfersdorf wurde auf seine Bitte am 18.4.1722 in das Spital (Altersheim) zu Mistelbach aufgenommen, da er 40 Jahre lang der Herrschaft treu gedient hatte. (L.A.Wilfersdorf 2, Anschaffungen, Ehrungen und Gnadengaben.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.112).

1737 Laut Amtsbericht vom 22.1. befanden sich zwei Hospitale zu Mistelbach und Poisdorf, zu Wilfersdorf aber nur ein armes Haus. (L.A.Wilfersdorf 3, 1712 bis 1743. In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.112).

Eine Originalquittung bezeugt die von der Durchlaucht der Fürstin Sidonia zu Liechtenstein, geborene Gräfinzu Salm-Reiferscheid, durchgeführte Schenkung an das Spital (Altersheim) zu Mistelbach im Betrage von 642 Gulden 28.Kreuzer Kap. (L.A.Wilfersdorf 3, Processe der Beneficien,Mistelbach. In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.112).

Nicht nur alleinstehende Leute wurden in das Spital aufgenommen, sondern auch Eheleute, z.B. das Ehepaar Wehofer am 4.9.1731.

Der Wilfersdorfer Hauptmann Wagner schrieb, dass ein Spitaler jährlich 33 Gulden 48 Kreuzer kostete.

War im Spital keine Stelle frei, so wurde bis zum Vakantwerden einer solchen oft nur einem armen alten Untertanen zu seinem Lebensunterhalt einfach beigesteuert, damals dem Georg Baumberger. (L.A.Wilfersdorf ad 3, Spital. In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.113).

Das Pfründnerhaus in Mistelbach wurde von Hartmann von Liechtenstein am 24.12.1641 gestiftet. 8 Pfründner können darin aufgenommen werden. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.114).

( hochfürstl. Spitalsstiftung v. 24.Cezember 1641).

 

1743 ließ der Fürst, da die Spitaler durch viele Jahre kein Kleid bekommen hatten und daher zerlumpt und zerrissen umhergingen, für sie Trübauer Tuch anschaffen.

1745 mußte wegen der üblen Wirtschaft für das Spital Geld aufgenommen werden. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 158).

 

1754 wurden im Spital noch 4 Stübeln zugebaut.

1758 zählte man 20 Spitaler,... (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 145,146).

1770 ist erstmals überliefert, daß der Landschaftsphysikus auch die Spitaler behandelte und mit den nötigen Arzneien versah. Dabei wird angemerkt, daß er auch die Gefangenen im Landgericht daraufhin untersuchte, ob sie die Folter aushalten würden.

1782 wird berichtet, daß wieder die Einnahmen nicht hinreichten und daher 300 fl ausgeliehen werden mußten. (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 158).

 

1873 12.September-Kaufvertrag zwischen der Mistelbacher Armenspital Kirche Beneficium St.Elisabeth als Verkäufer-dann dem Herrn Karl Putz als Käufer. Gartenanteil Parz.473.(Zettelnotiz-Vertrag und Plan im Herrschaftsarchiv?).

 

1876 - 1880 Verhandlungen mit der Stadtgemeinde Mistelbach wegen Übernahme.(Zettelnotiz - verm.Herrschaftsarchiv).

 

1904 am 20.Juni begann „die Niederräumung der alten Spitalskirche.....“.(Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite155).

 

1916 22.Juni-Schreiben:.....da ja die Auslagen für die von 13 auf 8 herabgesetzten Pfründnern ursächlich der stets wachsenden Teuerung seit Jahren nicht mehr gedeckt werden können........(Zettelnotiz-vermHerrschaftsarchiv).

 

Vor 60 Jahren schloss das „Mistelbacher Spital“ seine Pforten.

Georg Göstl in den Mitteilungen der Stadtgemeinde Mistelbach Folge 4/88-Oktober, 35. Jahrgang S.13

1316 gründeten Hadmar von Mistelbach und seine Gattin Elisabeth von Winchel das Spital mit der Spitalskirche, und stifteten Grundbesitz, um die wirtschaftliche Basis zu schaffen, dass dieses Spital, sprich Altenheim, leben kann.

1383 kaufte, nachdem die männliche Linie der Herren von Mistelbach ausgestorben war, Johann von Liechtenstein aus Nikolsburg das Kirchenlehen, das Spital daselbst mit dem sonstigen Mistelbacher Besitz. Es verblieb in Liechtenstein‘schem Besitz bis in unser Jahrhundert. Die Spitalskirche (auch Elisabethkapelle) befand sich bis 1904 mitten auf der heutigen Mitschastraße. Auf dem Gelände des Postamtes und südlich davon standen die immer wieder erneuerten Gebäude des Spitals und seiner Nebengebäude. Das Gebiet bis zur Landesbahn führt heute noch den Riednamen „Hinterm Spital“.

Es wurden bis 20 Insassen, Spitäler, später Pfründtner genannt, aufgenommen, diese mussten Mistelbacher Bürger sein, die ihr Brot nicht mehr selbst verdienen konnten.

Der letzte Neubau des Spitals fand 1884 statt, heute Oserstraße 11. Das Grundstück Mitschastraße 10 war damals der Garten zum Spital und es war auch von hier der Eingang.

1905 wurde die heutige Elisabethkapelle mit starker finanzieller Unterstützung des Fürsten Liechtenstein, errichtet. In den alten Stiftungsvertrag stiegen Gemeinde und Pfarre als Nachfolger ein. 1909 wurde von 8 Pfründtnern berichtet, 1923 waren 6 Heiminsassen wahlberechtigt. Im Sterbebuch der Pfarre findet man mit 27. November 1928 als letzten verstorbenen Pfründtner: Andreas Fuhrmann, 1846 geboren.

1930 wurde das Grundstück geteilt, privat verkauft. In das Spital zog der Gendarmerieposten als Mieter ein.

Die älteste soziale Mistelbacher Einrichtung, „Das Spital“, gehörte nach 612 Jahren der Vergangenheit an.

 

1741 am 28.7. suchen die Mistelbacher Untertanen wegen des erlittenen Schauerschadens um Robotbefreiung und Korn für den künftigen Winteranbau an. Schon am 7.8.1741 erfolgt darauf die Antwort. Sie müssen arbeiten, erhalten jedoch das nötige Korn für den Anbau aus dem Kastenamt gegen Entrichtung des gewöhnlichen Aufgab- Achtels. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.82).

 

1743 Nach einem Regierungserlass vom 17.1.1673 wurden den Abbrändlern bei Feuersbrunst 3 Freijahre gegeben, d.h. dass sie 3 Jahre von allen „ordinari und extra ordinari“ befreit sein sollten.

Mistelbacher Abbrändler ersuchten um eben diese 3 Freijahre, konnten sich aber mit ihrer Forderungen beim Fürsten nicht durchsetzen. So musste durch eine Advokatur der Streit beigelegt werden. Dies geschah am 16.3.1743, wobei den Mistelbachern ihre Freijahre zugestanden wurden. (L.A.Wilfersdorf 5, 1729 bis 1739.In Ingeborg Bogner:Seite 139).

 

1751 Maria Theresianische Fassion. In der Dominikalfassion über die Joseph Wenzl Liechtensteinische Herrschaft Wilfersdorf Nr.389 - angeführt Mautbestand : Mistelbach 654 fl, Wilfersdorf 385 fl 45 kr. a 5 va = 20793 fl. Schätzsumme. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.68).

 

1752 Laut Verordnung vom 14.November ist die Erbauung von „Inleutheußln“ verboten. Trotzdem bittet Caspar Kirchmayer um die Consens, auf seinem Preßhaus ein Inleutstübel bauen zu dürfen, weil er als alter Mann keine Wohnung habe und nicht imstande sei, Herbergzins zu bezahlen. Der Bau wird ihm am 17.3.1760 von der fürstlichen Hofkanzlei bewilligt, er muß aber die schuldige Robot wie andere Inleutstübler verrichten. Das sind zwölf Tage im Jahr. (es könnte sich auch um Mistelbach handeln-Anm.Huysza).(Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.82).

 

1755 erlaubt Fst.Liechtenstein, die zum Kirchenbau erforderlichen Steine von dem abgeödeten Schloß zu nehmen. (Birken-Verlag Burgen u.Schlösser vom Bisamberg bis Laa/Thaya).S 142.

1768 verkaufte die Witwe Ölwein den Mitterhof an Fst. Karl Josef v. Liechtenstein. (vermutlich 251).

 

1785 Subrepartition Uiber die unterthaenige Haeuser, und Zugehoerungen der Hochfürstlich- Liechtensteinischen Majorat Herrschaft Wilferstorf  im Erzherzogthume Nieder Oesterreich des Viertls unter dem Mannhartsberge de ao 1785 Einlags Numerus 39. Bei Mistelbach - Ca.350 Namen bzw.Häuser angeführt.

 (Umfangreiches Werk, gebunden- aus dem Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - im Heimatmuseum).

 

1790 Beschwerde von Anton Arthaber zu Mistelbach wegen hoher Robot u,dgl.

Antwort des Inspektor und Amtmann Joseph Anton Horny vom 7.7.1790 : „Die Herrschaft Wilfersdorf war niemals gewohnt, ihre Untertanen willkürlich zu behandeln, sie kann im Gegenteil beweisen, dass von ihren Untertanen aus einerangewohnten Prozeßsucht die ofentbaheste in den Gesäzen selbst begründete herrschaftlichen Rechte nur zu oft willkürlich und ohne Grund angefochten worden sind. (L.A.Wilfersdorf ad 6, Mistelbach. In Ingeborg Bogner:Seite 139).

 

1795 haben laut Topographischen Landschematismus die Liechtensteiner in Mistelbach die Ortsobrigkeit, (neben anderen Grundherrschaften).(Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.53).

 

1795 Nach dem Landschematismus übte die Liechtensteinische Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht aus. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.134,135).

 

1802 verkaufte die Liechtenst.Hft.Wilfersdorf den Mitterhof (Tulferhof) an die Marktgemeinde samt der damit verbundenen Schankgerechtigkeit. (Birken-Verlag „Burgen u.Schlösser“ vom Bisamb.bis Laa/TH.S 142).

 Der Baumgarten und die Weingärten hinter dem Mitterhof sind auch jetzt noch deutlich erkennbar (Winzerschulgelände), sie zählen zweifellos zum Urbesitz des Hofes;....

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird der Freihof im Oberdorf meist Tulferhof genannt, in der Folge, vor allem im 18.Jahrhundert, fast ausnahmslos Mitterhof (Mitterhofseite für die heutige Waldstraße). Neben den spärlichen Herrschaftsbüchern (für das 18.Jahrhundert) gibt die Theresianische Fassion (1751) eine zusammenfassende Darstellung des Mitterhofes; bald hernach ging er in der Herrschaft Wilfersdorf auf (1787).

(Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 162,163).

 

Inschrift am Gebäude – der ehemaligen Maschinenfabrik Heger links oben bei der Toreinfahrt:

Erbaut 1537 – Wiedererbaut 1955

(Abgelesen von Hans Huysza -November 2001).

 

Wilhelm Tulfer erscheint am 8.Juli 1554 als Liechtensteinischer Hauptmann (= Herrschafts-Oberbeamter) in Rabensburg und als Schwager des Sebastian Prannt  von Greiczensteten und Prannsekh, wobei er schon „vom Mitterhof“ genannt wird. Im Liechtensteinischen Lehensregister (1553-1558) wird er unter dem 12.März 1557 als „Wilhalbm Tilffer vom Mitterhof zu Mistelbach erwähnt. Er muß also schon vor 1558, wie er später angab, auf dem Mitterhof gesessen sein; vielleicht zogen sich die Verkaufsverhandlungen wegen der Verlassenschaftsverhandlungen längere Zeit hin(bzw.die schriftlichen Ausfertigungen).

1567 erscheint Wilhelm Tulfer als Bestandsinhaber (des Liechtensteinischen Gutes) in Mistelbach....(Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 167,168).

 

1691 Am 1.September hoben die niederösterreichischen Verordneten das von Fürst Maximilian von Liechtenstein erlassene Verbot seiner Untertanen auf, sich beim Ausschank im Mitterhof Getränke zu holen.

 (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 170).

 

1768 am 15.Juli verkaufte Ferdinand Joachim Mechtl von Engelsberg den Mistelbacher Mitterhof um 10.000 fl an den Johann Georg Öhlwein und dessen Ehefrau Maria Elisabeth. Das Ehepaar Öhlwein war der letzte Besitzer des Mitterhofes vor dessen Aufgehen im großen umliegenden Besitzkomplex der Liechtensteiner.

Die Witwe Maria Elisabeth Öhlwein verkaufte am 1.Oktober 1787 den Mitterhof um 15.000 fl an den Fürsten Karl Joseph 251 oder 296 v.Liechtenstein zur Herrschaft Wilfersdorf.(NöLA, Alte GE  UMB 168 und Koll.Arch.Mistelbach, sowie Wr.Diöz.Arch.Fasz.Mistelbach). (Mistelbach Geschichte Band I.Herbert Mitscha-Märheim.1974.Seite 171).

 

„Der Mitterhof“ – Der Mitterhof (später Tulferhof) in der Waldstraße 46 war im Besitz des Fürsten Karl Joseph von Liechtenstein und besaß schon um 1600 eine ganzjährige Schankberechtigung.

1900 wird der Mitterhof als Gasthaus des Herrn Czech Ludwig angegeben. Ferdinand Heger sen., der im Hause Waldstraße Nr. 44 seit 1895 eine Schmiede betrieb, erwarb im Zuge der Erweiterung einer Landmaschinenfabrik das ehemalige Gasthaus Waldstraße Nr. 46.

(Mistelbacher Rundschau – SPÖ- 32. Jahrg. Nr. 2/Nov. 2005. . „Die Geschichte der Mistelbacher Gasthäuser“ v. Vizebgm.RR Alfred Englisch u. Karl Kleibl).

 

 

1822 Laut Topographischen Landschematismus haben die Liechtensteiner  (neben anderen Grundherren) die Ortsobrigkeit in Mistelbach.  Zugehörung zur Herrschaft Wilfersdorf. Weitere Grundinhabung - Barnabitencollegium Mistelbach. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.55 u.129).

 

1822 Nach dem Landschematismus besass die Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht. (Ingeborg Bogner-S.136).

 

ca.1827 Robotzusammenstellung - ....Hiezu sind verzeichnet 1 Badstube  in Mistelbach...(Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.79).

 

Das Rathaus-wirtshaus

Schon vor 1350 entstand das Rat­hauswirtshaus und war im Besitz der Herrschaft. 1874 wurde das Haus samt Turm abgerissen und als Hotel Rathaus neu gebaut. Als das Rat­haus im Jahre 1901 in das neue Amtsgebäude übersiedelte, wurde das Haus Hauptplatz Nr. 1 nur mehr als Gemeindegasthaus und Hotel Rathaus verwendet.

1962 war das Ende des Rathaus­wirtshauses. Die Sparkasse errich­tete 1963/64 ihr neues Gebäude.

Einige Gemeindeleutgeb auf dem Rathauswirtshaus:

1625 Georg Haas

         1666  Josef Hollaus

         1890  Franz Haller

         1927  Franz Trestler

         1948  Georg Josume

         1951  Franz u. J. Hoffmann

 

(Mistelbacher Rundschau – SPÖ- 32. Jahrg. Nr. 2/Nov. 2005. „Die Geschichte der Mistelbacher Gasthäuser“ v. Vizebgm.RR Alfred Englisch u. Karl Kleibl).

 

nach 1880 wurde das Plateau vom Verschönerungsverein zum Park umgestaltet; da aber die Bäume nicht recht wachsen wollten, wurden

1897 die Reste der Grundmauern ausgehoben. (Birken-Verlag).

bis 1848 gehörte Mistelbach zur Liechtensteiner Herrschaft Wilfersdorf.

1885 Bau des Landes-Siechenheimes. Fürst Johann II. spendet 5000 fl. Bekommt zwei Freibetten.(Fitzka I.S 225)

1895 schenkte Fürst Johann II. der Gemeinde seinen Ausstellungs-Obelisk im hiesigen Stadtpark. Die Stadtgemeinde-Vertretung ließ auch an demselben eine Marmortafel anbringen, worauf folgende Worte zu lesen sind :“Zur Erinnerung an die land=forstwirtschftl. und gewerbliche Ausstellung 1895. Gewidmet von Sr. Durchlaucht dem regierenden Fürsten Johann von und zu Liechtenstein.“ (Fitzka I.S236)

1896 widmete Se.Durchlaucht Fürst Liechtenstein 160 fl zur Errichtung einer meteorologischen Beobachtungsstation. (Fitzka I.S.237).

Ehem.Wetterwarte, im Stadtpark; turmartiger Rohziegelbau auf Sockel mit neugot Dekor, erb. von Karl Weinbrenner, A.20.Jh. (Dehio 1990.S.746).

1898 wurde von der Stadtgemeinde-Vertretung bestimmt, daß zur Erinnerung an Se.Durchlauchr den derzeit regierenden Fürsten Johann II. von und zu Liechtenstein die frühere Wienerstraße von nun an „Liechtensteinstraße“ genannt werde. (Fitzka I.S238).

1898 Errichtung des städtischen Museums- Se.Durchlaucht der regierende Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein spendete dem städtischen Museum sogleich, als er nur von der Errichtung desselben in Kenntnis kam, zehn Stück Pergamenturkunden und überdies auch mehrere Abschriften und Auszüge von solchen Urkunden, welche auf Mistelbach bezughabende Daten enthalten.

1904/05 Elisabethkirche wird nach einen Entwurf vom Fürstl. Architekten Karl Weinbrenner erbaut (ehemalige Spitalskirche Stiftung 1316-wurde 1383 an Liechtenstein verkauft lt.G.Göstl). (Dehio 1990).

Die erste Elisabethkirche war ein romanischer Bau, der vermutlich im 14. oder 15. Jahrhundert gotisiert worden ist, was an ihren Strebepfeilern und Fenstern zu erkennen war. Diese Kirche war nicht die erste Pfarrkirche Mistelbachs, sondern diente vornehmlich alten und gebrechlichen Menschen, denen der Gang hinauf in die

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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