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Ketzelsdorf

1393 Die Gebrüder Ludwig und Rudolf von Dirna verkauften an Hans (Johann I.) 39, Hartneid IV. 42 und Georg II. 41 v.Liechtenstein 29 Pfund Geldes, gelegen zu Ketzelsdorf auf 16 Ganzlehen, auf zwei behausten Hofstätten und auf einem Holz, was mehr dazu gehört zu Feld und zu Dorf, und das Gericht daselbst. (Johanna Mattner-Geschichte der Stadt Poysdorf.S.178).

 

1406 Afra von Wallsee wurde abermals Witwe.1.Gatte Hartneid IV. 42 von Liechtenstein. Vom 21.,Mai ist eine Urkunde erhalten, durch die ihr Hartneid V. 53 von Liechtenstein, ihr Sohn erster Ehe, und dessen Vettern Johann II. 50 und Heinrich V.51 verschiedene Einkünfte überließen : 29 Pfund Pfenn. zu“Checzleinstorff“, das Gericht zu Ober- und Nieder-Eibesthal; Getreide- und Weinzehent in diesen drei Orten; Weingärten zu Mistelbach, Paasdorf und Eibesthal mit bestimmten Abgaben; 7 Pfund von der Mistelbacher Maut und allen Nutz und Gult auf den genannten drei Dörfern. Vielleicht war dies die Ablöse für ihren Anteil an der  Herrschaft, die 1414 ganz in Liechtensteinischem Besitz war.(Herrschaft Mistelbach). (Bretholz - Seite XCIII).

 

1406 leistete Hartneid V. 53 v.Liechtenstein mit seiner Mutter Afra Verzicht auf alle Ansprüche, die letztere an Otto von Meißau zu machen hatte, überließ ihr aber mit seinen Vettern alle ihre Nutzungen, Gülten und Güter, theils österreichische, theils passauische, theils freieigene Güter, wie Kätzelsthal, zu Ober= und Nieder=Eibesthal, Mistelbach und Poisdorf, ihr Leben lang zu haben und zu genießen. (Es kann nur vermutet werden,daß Ketzelsdorf gemeint ist,wegen der anderen erwähnten Orte. Anm.Huysza). (Falke I.S.438).

 

1411 Am 15.Dezember erfolgte in Wien durch Herzog Albrecht V. eine Belehnung von vier Liechtensteinischen Vettern, Heinrich, Hartneid, Johann und Ulrich,  mit dem halben Haus zu Hagenberg, mit dem halben Haus zu Gnadendorf und verschiedenartigem Besitz in Drösing, Katzelsdorf (oder Ketzelsdorf), Altruppersdorf, Schrettenberg, Pottendorf bei Feldsberg, wie ausdrücklich angegeben wird, Heumad, Rabensburg, Geresdorf, Paltramsdorf, Dobermannsdorf, Mistelbach, Oberhüttendorf, Liechtenwarth und „Asparen bei Stadelaw“....(Bretholz-Urbar 1414-Seite CII).

 

1417 hat Afra v.Wallsee ihr ganzes väterliches wallseeisches Erbe, das sehr bedeutend gewesen zu sein scheint, an Hartneid V. und seine Erben abgetreten; es werden erwähnt Güter zu Olmünzberg, bei dem Braunsberg, zu Chetzleinsdorf, bei Poisdorf, bei Strüpfing, zu Genserndorf, zu Siebenbrunn, zu Ebersdorf,bei Wolfkersdorf, zu Wentling, zuEibensbrunn, zu Helma, zu Nußdorf, zu Wülfleinsdorf bei Bruck an der Leitha und zu Reisenberg. (Falke I.S. 446).

 

1518 kaufte Hartmann I. 113 v.Liechtenstein den Brüdern Truchseß auf Stätz ihre Holden zu Ketzelsdorf ab. (Falke II.S.80).

 

1537 gehört das Dorf zur Herrschaft Wilfersdorf, die auch bis 1848 Dorfobrigkeit und Landgericht innehatte.( „Poysdorfer Geschichten“ - Band II.S.33 und Johanna Mattner-Geschichte der Stadt Poysdorf.S.178).

 

1550 Vermutlich . Urbar Register- Herrschaft Wilfersdorf und Mistlbach : zu denen Erbauungen und Contracten samentlich denen Herrn von Lichtenstein zeb: zugehörig, wie viel Haußgesessene, wie viel Gewandten Aecker und wie? Viertl auf der Herrschaft sind, was sie ordinari steigendt: und fallendt: gesell jährlichen der Herrschaft dienen.

Ketzelsdorf : Unterthanen allda - Ganzlehner..........................6

                                                        Halblehner..........................34

                                                        Drittl Lehner.....................3

                                                        Hofstädtler...........................5

                                                        Ausholden........................... 6

....Extra ordinari Dienst : .........Holzgeld........................20 Gulden, 37 Kreuzer, 2 Den.

 ( 52 Seiten gebunden im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - Heimatmuseum).

 

1570 Familienvertrag - Johann Septimius 128 v.Liechtenstein erhält Herrenbaumgarten, Schrättenberg und Ketzelsdorf. (Falke II.S.88 und 121).

 

1590 laut Bereitungsbuch - Die Herren von Liechtenstein haben die Ortsobrigkeit und die überwiegende Grundherrschaft. In Ketzelsdorf besitzen sie 39 von 41 Häusern. (Ingeborg Bogner-Die liecht.Herrsch.S.46).

Ortsobrigkeit : Herr Johanneß Septimius v.Liechtenstein gen Pollstorf. Weiterer Grundinhaber - Herr Eustachius von Althan gen Walterskirchen. (Ingeborg Bogner : Seite 128).

 

1591 August 28,Rabensburg : Erbteilung zwischen Hans Septimius 128 v.Liechtenstein-Nikolsburg und den Söhnen seines Bruders Hartmann II. 118 (nämlich Karl, Maximilian und Gundacker) auf Grund des Testamentes von Georg Erasmus 120 v.Liechtenstein. Darnach erhalten u.a. die Söhne Hartmanns: Rambspurg, Bernhartßtall,Ebenfeld....Reinthal; Weineinkommen in Schrättenperg....Haußprunn, Schönstraß, Liechtenwart....Markt Herrnpaumgartten samt Zugehör, Schrätenperg, Pottendorf - das öde Dorf- samt Zugehör, Katzlsdorf öde, Rottenlaimb öde, Entzesprunn öde, Wetzelstorff, Wilhelmstorff, Kötzelstorff, Walterskirchen, Maxendorf öde......(Liecht.Gegest.-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

 

1596 April 20, Feldsberg: Kaufvertrag zwischen Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg- für sich und seine Brüder Maximilian 138 und Gundacker 139 - und Hans Bernhard Fünfkirchen zu Steinaprunn, wonach der Fünfkircher alle erbeigentümlichen Güter im Markt Poisdorf, Herrn-Baumgarten - ausgenommen die 2 Roggendorfischen Lehen - und Khrut, dann im Dorf Wilhambstorf, Maxendorf, Wezlsdorf, Walterskirchen, Reinthal, Bernhardsthal und Käzlstorf verkauft. Damit werden u.a. auch die Streitigkeiten wegen des Reinthaler Teiches bereinigt. (Liechtenst.Regesten- in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1596 April 24.Wien: Die n.ö.Landstände verpfänden für jährlich 2650 fl.rheinisch an Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg, dessen Brüder und Erben das duplierte Zapfenmaß auf weitere 3 Jahre ab Georgi u.a. folgender Flecken und Oerter : Markt Wilfersdorf, Markt Mistelbach, Puelndorf, Khöttelsprunn, Lanzendorf, Eberstorff, Liechtenwart, Hausprunn, Flecken Rabenspurg, Bernhartsthall, Reinthall, Herrnpaumbgartten, Schrätenperg, Kazelstorff, Kezelstorff. (Liechtenst.Regest.-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1713 am 13.Jänner führte der Fürst Anton Florian von Liechtenstein (1656-1721) den Körneraufgabs- Achtelfonds für die Untertanen der Herrschaften Feldsberg,Rabensburg und Wilfersdorf ein, um den Untertanen in Notzeiten eine dauernde Hilfe zu bieten. Der Bauer brachte von jedem Metzen, den er zur Aussaat verwendete, ein Achtel zur Herrschaft. So sammelte sich im herrschaftlichen Getreidespeicher Korn an, das zum Teil bei Bedarf an die Bauern ausgegeben, zum anderen Teil jedoch verkauft wurde. Der erzielte Erlöß floss in den Geldfonds, aus dem die Untertanen Darlehen erhalten konnten.

Der Wilfersdorfer Fonds umfasste die Gemeinden : Bullendorf, Blumenthal, Ebersdorf, Eibestal, Erdpress, Gross Krut, Hüttendorf, Kettlasbrunn, Ketzelsdorf, Lanzendorf, Loidesthal, Maustrenk, Mistelbach, Obersulz, Paasdorf, Poisdorf, Wetzelsdorf, Wilfersdorf, Windisch-Baumgarten.

Dieser Körneraufgabs-Achtelfonds blieb auch nach dem Jahre 1848 weiter bestehen. Der Wilfersdorfer Fonds hatte im Jahre 1901 eine Summe von 136016 Kronen in der Kasse. Die Geldentwertung der Nachkriegszeit hat auch diese segensreiche Einrichtung vernichtet. 210 Jahre lang bestand der Fonds zum Nutzen unserer Heimat und seiner Bewohner. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.107,108).

 

HILFE IN DER NOT

1730 Laut Bericht vom 4.12. bekamen die Erdberger, Ketzelsdorfer, Obersulzer, Kettlasbrunner, Poysdorfer und Eibestaler Untertanen für ihre baufälligen Häuser das Bauholz zur Hälfte gratis, den anderen Teil gegen Bezahlung. (L.A.Wilfersdorf 5, 1729 bis 1730.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.110).

 

1766 hatten die Ketzelsdorfer Streit mit der Wilfersdorfer Herrschaft wegen der „Blumensuche“. Der Wetzelsdorfer Schafmeister trieb die Tiere auf die Weide, sodaß die Bauern die Wiesen und die Brachfelder nicht „einschlagen“ konnten. Mit der Aufhebung der Grundherrschaft im Jahre 1848 wurde auch die herrschaftliche „Blumensuche“ eingestellt. Das Ende der Dreifelderwirtschaft (Entfall der Brache) bedeutete auch das Ende der Schafzucht. (Johanna Mattner-Geschichte der Stadt Poysdorf.S.259).

 

ca.1785 ?Eine Beschwerde der Poysdorfer bei den Kommissären des Landes über die Herrschaft wurde ebenfalls vollinhaltlich abgewiesen. Die Poysdorfer vermeinten, dass ihnen die Getränkesteuer zu hoch angerechnet worden sei. Die Getränkesteuer war eine landesfürstliche Steuer und wurde vom Fürsten auf die Orte Poysdorf, Wetzelsdorf und Ketzelsdorf so verteilt, dass die Reicheren mehr und die Ärmeren weniger zu zahlen hatten, wobei aber die vorgeschriebene Summe unverändert blieb. Die reichere Poysdorfer Gemeinde fühlte sich durch diesen Vorgang benachteiligt, erzielte jedoch mit ihrer Beschwerde keinen Erfolg.(Ingeborg Bogner:Seite 140).

 

1784 „Bei Ketzelstorf die ao 774 angelöste 5. gräflich Koharische Unterthanen“ (Quelle im Häuserverzeichnis 1785 - im nächsten Absatz angeführt).

1785 Subrepartition Uiber die unterthaenige Haeuser, und Zugehoerungen der Hochfürstlich- Liechtensteinischen Majorat Herrschaft Wilferstorf  im Erzherzogthume Nieder Oesterreich des Viertls unter dem Mannhartsberge de ao 1785 Einlags Numerus 39. Bei Ketzelstorf - Ca.66 Namen bzw.Häuser angeführt.

 (Umfangreiches Werk, gebunden- aus dem Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - im Heimatmuseum).

 

1795 laut Topographischen Landschematismus ist Ketzelsdorf im Besitz der Liechtensteiner. Diese haben die Ortsobrigkeit und die alleinige Grundherrschaft. (Ingeborg Bogner:Die Liecht.Herrsch.S.50).

 

1795 Nach dem Landschematismus übte die Liechtensteinische Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht aus. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.134,135).

 

 

1822 Laut Topographischen Landschematismus haben die Liechtensteiner  (neben anderen Grundherren) die Ortsobrigkeit in Ketzelsdorf. Zugehörig der Herrschaft Wilfersdorf. Weiterer Grundinhaber - Staatz. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.55 u.128).

 

1822 Nach dem Landschematismus besass die Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht. (Ingeborg Bogner-S.136).

 

1929 Liechtensteinbesitz in der Gemeinde Katzelsdorf ?: = vermutlich Ketzelsdorf

0,5749 ha Acker           Bon.2-3

4,7302 ha Wiese           „       „

5,3051 ha Gesamtfläche = unter Oekonomieverwaltung (Seite 29,30).

(Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 16).

 

 

 

 

 

Poysdorfer Rundwanderweg : „Hubertusweg“ -......... Etwa 50 m vor der Hubertuskapelle von Ketzelsdorf biegt der Weg nach links und führt ostwärts bis zu einem Feldkreuz an der „Fürstenstraße“.........

(„Wandern im Weinviertel“ - Broschüre des Tourismusverbandes Östliches Weinviertel.Ausgabe 1997,Seite36).

 

Fürstenweg : Diese alte Straße war im Hochmittelalter die beliebteste Verbindung von der Donau nach Mähren und die Vorläuferin der späteren Brünnerstraße. Diese Straße hieß die „Venedigerstraße“ sie verband den Norden mit dem Süden, wo Venedig, „die Königin der Adria“, den Handel in der Hand behielt. Auf ihr reiste 1227 der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein als Frau Venus. Die Straße ging von Wien über Klosterneuburg,Korneuburg,Hornsburg,Mistelbach, folgte dem Zayatal bis Wilfersdorf, berührte Erdberg und führte über Ketzelsdorf und Herrnbaumgarten nach Nikolsburg. Diese alte Verkehrsstraße von Nikolsburg über Ketzelsdorf benützten die Pilger, die von Norddeutschland über Wien nach Rom pilgerten, sowie auch die Stadtboten von Brünn nach Olmütz und später auch die kaiserlichen Postreiter.

1564 besorgten Staatsboten den Postverkehr, welche einen bestimmten Weg benutzten : Wien,Wolkersdorf,Gaunersdorf,Wilfersdorf,Ketzelsdorf,Steinabrunn,Nikolsburg. Die Straße führte dann weiter über Brünn nach Schlesien. 1565 erhielt ein kaiserlicher Fußbote für eine Wegmeile 8 Kreuzer, die reitenden Boten erhielten für 7 Meilen 1 Gulden und 30 Kreuzer. Den Reitern wurde eine Tagesleistung von 7 Meilen im Sommer und von 6 Meilen im Winter vorgeschrieben. Die Postreiter verließen um 11 Uhr nachts Wien, waren um 3 Uhr früh in Wolkersdorf, um 5 Uhr in Gaunersdorf, um 8 Uhr in Ketzelsdorf und am Abend um 6 Uhr in Pohrlitz. Die Reisenden benutzten als Verkehrsmittel den Kobelwagen und die Kalesche.

Nach dem Wilfersdorfer Gewährbuch Folio 531 besaß Simon Hartl Postmeister zu „Kätzlsdorf“ 1688 ein behaustes Halblehen neben Hanns Voigt liegend, dazu gehörten 11 Quanten Äcker. Das Haus lag neben dem jetzt noch bestehenden Keller des „Gemein Schankhauses“ an der Fürstenstraße.

1690 war der Verkehr schon so groß, daß der Postmeister 6 Pferde und 2 Kaleschen halten mußte, aber keinen Kobelwagen. Diese Straße wurde nicht nur von den Postboten,Kaufleuten,Bauern und herrschaftlichen Fuhrleuten benutzt, sondern auch vom kaiserlichen Hof, denn Maria Theresia besuchte alle Jahre das Schloß Nikolsburg. Kaiser Josef II. reiste gern nach Brünn und Feldsberg, sodaß der Fürst Liechtenstein eine eigene Abzweigung über Schrattenberg nach Feldsberg bauen ließ, den sogenannten „Fürstenweg“.

Am 20.September 1709 ordnete Graf Karl Josef von Paar an, daß die Poststation von Ketzelsdorf nach Poysdorf verlegt werde, weil in Ketzelsdorf keine Kirche und keine Handwerker wären, die einen Schaden ausbessern könnten. Die Gemeinde klagte, daß durch die Verlegung der Post das Schankhaus entwertet würde und die Bauern die Vorspannleistungen verloren.

Der damalige Postmeister Simon Hartl hatte bereits 1702 in Poysdorf eine Hofstatt gekauft, in welcher die Poststation untergebracht wurde. 1715 verkaufte die Witwe ihr Ketzelsdorfer Posthaus an einen Ortsbewohner.

Südlich des Ortes am Fürstenweg, wurde 1952 der Ketzelsdorfer Friedhof errichtet, welcher am 29.Jänner 1953 eingeweiht wurde.Bis zu diesem Zeitpunkt wurden alle Ketzelsdorfer am Pfarrfriedhof in Walterskirchen beerdigt. ( „Poysdorfer Geschichten“ - Band II.S.35 und 36).

 

Auf Sommerzeile 1 befindet sich das älteste Gebäude von Ketzelsdorf, das ehemalige Gemeindegasthaus, welches ursprünglich wohl ein Ganzlehenhof war, welcher dem Gründer des Ortes gehörte. Nach altem Recht gebührte ihm als Richter und Stellvertreter des Grundherrn das Schankrecht zur Entlohnung für seine Mühe und Arbeit. Die Bewohner des Dorfes waren verpflichtet, nach dem Tavernenzwang den Tauf- Hochzeits- und Leichenschmaus hier im Gasthaus abzuhalten. Mit dem Ketzelsdorfer Hof war auch ein Amt des Grundherrn verbunden, das die Verwaltung des Herrenbesitzes für die ganze Umgebung führte. Deshalb bekam das Gebäude in der Renaissancezeit einen Stock für die notwendigen Räume. Als die drei Brüder Karl, Maximilian und Gundacker von Liechtenstein ihr Erbe neu verteilten und ordneten, wurde Wilfersdorf eine Herrschafts-Dominium, sodaß das Ketzelsdorfer Amt seine Bedeutung verlor.

Im Gasthaus fand das Banteiding statt,, sowie die Steuereinnahme und die Grundbuchssitzungen der fürstlichen Herrschaft, bei denen die gesamte Nachbarschaft versammelt war. Dabei durfte nie der goldene Tropfen fehlen. So brauchte man 1805 beim Banteiding 1 ¼ Eimer Wein, bei der Grundbuchssitzung ½ Eimer, bei der Gemeinderechnung 1 ½ Eimer usw. Immer gab es etwas zu trinken auf Gemeindekosten, so bei der Grenzbegehung, beim Stierkauf, bei der Aufnahme des Halters, beim Holzausmessen, beim Felberstoßen und bei verschiedenen Streifungen. 1848 hörten die Grundbuchssitzungen und Banteidinge auf. (Poysdorfer Geschichten 2. Band S.36 bis 38).

 

Triftstraße : Im Mittelalter führte dieser Weg als Viehtrift zu den Weidegründen am Poybach, wo sich neben der Feldmühle die Ketzelsdorfer Wiesen befanden. 1754 wurde westlich des Triftweges die Richterwiese 4 Tagwerke groß angeführt, östlich davon die Herrschaftshutweide, auf die der Wetzelsdorfer Schafmeister seine Herde trieb und östlich davon die Stierwiese. (Poysdorfer Geschichten. 2.Band S.40).

 

Winterzeile : Im Jahre 1771 wurde die Hausnummerierung eingeführt, wobei man mit Nr.1 in der Winterzeile westwärts des Fürstenweges begann. An die Häuser dieser Zeile schließen sich die Hausäcker an, welche ursprünglich von jedem Haus über die Flur „Alte Geringen“ bis zur Ketzelsdorfer Grenze gegen Erdberg reichten. Auf dem „Hausacker“ befand sich in der Kellerzeile auch der Weinkeller des jeweiligen Hauses. Durch Besitzwechsel ist diese alte Ordnung derzeit nicht mehr zur Gänze gegeben. (Poysdorfer Geschichten.2.Band S.41).

 

Ortsspitzname : Die Ketzelsdorfer waren stets erfüllt von einem großen Widerspruchsgeist. Hartnäckig beharrten sie auf ihrer Meinung, sie wollten zur Zeit der Gegenreformation nicht katholisch werden, was ihnen in dieser Zeit den Beinamen „Ketzersdorfer“ eintrug. (Poysdorfer Geschichten. 2.Band. S.43).

 

Sagen und Geschichten aus Ketzelsdorf : Eine Fürstin Liechtenstein verirrte sich bei der Jagd im großen Mistelbacher Wald und kam erst erschöpft in tiefer Nacht nach Wetzelsdorf. Doch fand sie dort überall verschlossene Türen und wandte sich deshalb dem nahen Ketzelsdorf zu, wo sie freundlich aufgenommen und gut bewirtet wurde. Zum Danke für die Güte und Gastfreundschaft schenkte die Fürstin den Ketzelsdorfern ein großes Stück Wald in Wetzelsdorf, das sie heute noch besitzen. „Zum Dank für den Wald“, wie es in einer Urkunde heißt, stifteten die Bauern ein Hochamt, das Holzleitenamt, das alljährlich am 27.Dezember begangen wird.

In einer anderen Geschichte wird erzählt, daß die Fürstin in ein Haus kam, in welchem die Bewohner froren, da sie nur einen Rauchfang in der Küche hatten und außerdem nichts zum heizen vorhanden war. Die Fürstin schenkte den Ketzelsdorfern daraufhin einen Wald, den die Ketzelsdorfer jedoch nur unter den Häusern aufteilten, welche zwei Rauchfänge besaßen und die Armen wieder leer ausgingen. (Poysdorfer Geschichten. 2.Band.S.43).

Wie die Ketzelsdorfer zu einem Wald Kamen, berichtet eine Sage : Ein reicher Graf wurde in seinem Walde von einem Unwetter überrascht und suchte Schutz in einer Höhle. Als er abends heimkehren wollte, verfehlte er den Weg und kam nach langer Wanderung nach Wetzelsdorf, wo er um Herberge bat. Er wurde abgewiesen und wanderte weiter. In Ketzelsdorf fand er freundliche Aufnahme. Zum Dank schenkte er ihnen einen Teil seines Waldes. Und „zum Dank für den Wald“ stifteten die Bauern das Holzleitenamt, das jährlich am 27.Dezember gelesen wird. (Johanna Mattner-Geschichte der Stadt Poysdorf.S.178).

Geschichtlich ist über den Wald folgendes zu berichten :“ 1422 widmeten Hans (vermutlich JohannIV.) 57, Heinrich (verm. VI.) 62, Georg (verm. IV.) 61 und Christoph (verm.II.) 60 von Liechtenstein 3 Leiten Holz in Eibesthal (die 2 „Quel“ und das „Eichel“) und den Zehent auf 8 Ganzlehen groß und klein sowie 12 Joch Äcker zu Kätzelsdorf“.  (Poysdorfer Geschichten. 2.Band S.43.)

 

„ 1460  am Sonntag Pauli Bekehr hatten die Ketzelsdorfer den Wald unter Hans (vermutlich Johann V.) 67 von Liechtenstein, der reich begütert war und eine unabhängige Herrschaft anstrebte, käuflich an sich gebracht, er war „ Hals- und Baßleiten“ genannt. Ketzelsdorf reichte den Herren Liechtenstein dafür jährlich 9 Pfund Denar  zu Weihnachten und ebensoviel zu Pfingsten nach Nikolsburg, dem damaligen Sitz des Geschlechtes,

das auch den Schirm und die Vogtei über den Wald hatte.“ (Poysdorfer Geschichten 2.Band. S.43).

 

Eine wahre Begebenheit wird aus dem Jahre 1681 berichtet, wo zwei Ketzelsdorfer Bauern (Elias Mayer und Michael Popp) heimlich einen armen Sünder vom Falkensteiner Hochgericht abschnitten, um mit dem Strick das Unglück von ihrem Vieh zu bannen. Die 2 Bauern drehten den Strick in die Kuhketten ein und hofften so auf das Glück im Kuhstall. Als die Geschichte bekannt wurde, galten beide als „unehrlich“, da sie den Galgen berührt hatten. Popp floh zuerst aus Ketzelsdorf und neben Mayer wollte kein Mensch wohnen. Beide mußten zur Strafe 6 Wochen in Band und Eisen zu Wilfersdorf arbeiten. (Poysdorfer Geschichten. 2. Band. S.44).

 

.........Noch bekannter jedoch  sind die Ketzelsdorfer durch ihre große Gastfreundschaft, die in einer Sage aufgezeigt wird. Darnach verirrte sich einst eine Fürstin Liechtenstein bei der Jagd im großen Mistelbacher Wald und kam erst in tiefer Nacht erschöpft nach Wetzelsdorf. Doch fand sich dort überall verschlossene Türen und wandte sich deshalb dem nahen Ketzelsdorf zu, wo sie freundlich aufgenommen und gut bewirtet wurde.

Zum Danke für die Güte und Gastfreundschaft schenkte die Fürstin den Ketzelsdorfern ein großes Stück Wald in Wetzelsdorf, das sie heute noch besitzen. („Herzstück des Weinviertels“- Land der Vielfalt vor den Toren Wiens v.Alexander Handler).

 

Nach einer Überlieferung waren es zwei Frauen aus einer im Poysdorfer Gebiet liegenden Ortschaft, die durch ein Hochwasser zerstört wurde. Beide wurden überall abgewiesen, nur die Ketzelsdorfer nahmen sich ihrer an und betreuten sie bis an ihr Lebensende. Zum Dank dafür kamen die Ortsbewohner in den Besitz von Feldern und Wäldern jener verschwundenen, nicht wieder aufgebauten Ortschaft. („Walther Franz Ziehensack-“Land zwischen Thaya und Zaya“ S.121).

 

 

 

Quellen : Jacob von Falke : Die Geschichte des Fürstlichen Hauses Liechtenstein. Band I.Seite 438,446.

                Derselbe            :  Band II. Seite 80.

                Robert Gloss : „Poysdorfer Geschichten“ - Band 2.Seite 33,

                Johanna Mattner : Geschichte der Stadt Poysdorf. Anläßlich 100 Jahre FF-Poysdorf.

                Ingeborg Bogner: Die Liechtensteinischen Herrschaften und ihre Untertanen in der Nordostecke von                     NÖ. 15.- 19.Jhdt.

Autor: Hans Huysza

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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