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Kettlasbrunn

www.kettlasbrunn.com/

1395 Urbar von Mistelbach - auf Seite 30 sind Untertanen von Kettlasbrunn angeführt. (Urbar 1395 im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf im Heimatmuseum).

 

Der Besitz der Schwestern Agnes und Alheid, Töchter des Alber des Truchsessen v.Feldsberg, der bereits verstorben war, kam 1280-4 durch Rudolf v.Habsburg Liutold und Heinrich v.Kuenring. Ein Leutold v. Kuenring gab seiner Tochter Anna als Heimsteuer die Festen Wilfersdorf und Kettlasbrunn. Sie brachte diese ihrem  Gatten Heidenreich v.Maissau zu. Ein Maissauer vermachte die Feste Wilfersdorf mit dem Dorf Kettlasbrunn Christoph II. 60 v.Liechtenstein. Kettlasbrunn war bis 1440 ldf.Lehen, seither empfingen die Liechtenstein nur mehr die Feste Wilfersdorf.(Burgen u.Schlösser in NÖ. Birken-Verlag).

 

Im Jahre 1436 verschaffte Otto von Meißau auch die Feste Wilfersdorf sammt dem Dorf Köttelsbrunn und anderen Dörfern, welche vom Hause Österreich zu Lehen rührten, an Christoph II. 60 v.Liechtenstein. (Falke I.S.452).

Am 29. Januar 1436 vermachte Otto von Maissau seinem Oheim Christof von Liechtenstein -Nikolsburg u.a. die Feste Wulfleinsdorf samt dem Dorf Kothansprunne. (OSR Leisser-“Kettlasbrunn Im Weinviertel“.S.38u.NöLA,Liechtenst.Reg.-in Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart S.135, der Ort wechselte auch in die Gerichtsbarkeit der Liechtensteinischen Herrschaft  in Wilfersdorf. Leisser S.47).).

Am 12.Mai 1439 gibt Jorg (verm.Georg IV.) 61 v.Liechtenstein-Nikolsburg dem ehrbaren Knecht Hanns dem Götesbrunner zu Lehen 1 Pfund Pfennig Geld zu Lantzendorff auf vier Hofstätten (= fürstliche Untertanen), die bisher der ehrbare Knecht Kristoff von Lach hatte. (OSR Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.38-aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart S.135).

1481 Sept.18 verkauft Hans Zimmerauer, Pfleger zu Mollenburg, dem Heinrich VII. 68, Christoph III. 69 und Georg V. 70 von Liechtenstein den Getreidezehent in Kettlasbrunn auf 9 ganzen Lehen weniger eines Drittels groß und klein, zu Feld und zu Dorf, so von Veiten von Ebersdorf zu Lehen gewesen ist, solcher Gestalt, weil sie sich mit dem Herrn von Ebersdorf verglichen und vereint haben, daß sie solchen Zehent ledig und frei sollen und mögen inne haben, nutzen und nießen, versetzen, verschaffen, damit handeln, verkaufen und geben, wie siees gelüstet.(Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart S.135).

Im 15.Jahrhundert entzogen laut Pfründenverzeichnis die Liechtensteiner aus Wilfersdorf der Mistelbacher Kirche die Pfarre Kettlasbrunn als Lehenschaft. So wurde Kettlasbrunn eine auf das Ortsgebiet  beschränkte Patronatspfarre (bis 1978). (OSR.Leisser-“ Kettlasbrunn im Weinviertel“ S.10).

 

1509  Ältestes Dokument in der Pfarre Kettlasbrunn. Im Haupturbario der Fürstlichen Herrschaft in Wilfersdorf vom Jahre 1514 wird von Kirchenlehen und Kirchendienst berichtet. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel S.9).

1514 nach dem Urbar sind einige Familiennamen angeführt. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.46).

1530 Einlage über die Herrschaft Wilfersdorf, darunter über Kettlasbrunn : Pfenniggült, Zins von Lehen und Viertellehen, die keine Behausung haben und nicht gestiftet sind ; Überländ, Feldlehen, Getreidezehent und Weinzehent. (OSR Leisser - „Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.38 aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart S.136-aufgelistet in Geldbeträgen und Getreidemaßen).

 

1537 ist 1 Liechtensteinische Ziegeleie in Kettlasbrunn erwähnt. (Fritz Bollhammer : Im Heimatbuch des Verwaltungsbezirkes Mistelbach. Band II. Seite 150).

 

Im Jahre 1540 kaufte Georg VI. 75 v.Liechtenstein von Hans Starkhauser den Hof Kettelsbrunn, der dessen freies Eigen war, mit allen Zugehörungen von Gülten, Zehnten, Bergwerken, Holzungen u.s.w.). (Falke II.S.31).

1540 verkauft Hans Startzhauser dem Georg VI. 75 v.Liechtenstein den Hof zu Kettlasbrunn, der freieigen ist, und alle seine Zugehörung, nämlich vier Holden, den Getreidezehent, der in den Hof geraith worden, samt dem, so in den Hof gehört, Wiesmahd, Pergwerkh und Gehölz. (OSR. Leisser - „Kettlasbrunn im Weinviertel“. S.38 - aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart S.137= genauer beschrieben und Falke II.S.31).

1550 hatte Kettlasbrunn nach dem Urbar : 21 Ganz-, 51 Halblehner, 17 Hofstätten; zu den 1900 Schafen, die hier gehalten werden, sind die Wiesen um Wilfersdorf und Kettlasbrunn „deputiert“. Der Stadel ist mit einer Mauer zu umgeben. Die Herrschaft genießt das Pfarreinkommen; aus den Pfarräckern ließ sich eine Hofbreiten machen. (Mistelbach  Vergangenheit-Gegenwart.S.137 ).

 

1550 Vermutlich . Urbar Register- Herrschaft Wilfersdorf und Mistlbach : zu denen Erbauungen und Contracten samentlich denen Herrn von Lichtenstein zeb: zugehörig, wie viel Haußgesessene, wie viel Gewandten Aecker und wie? Viertl auf der Herrschaft sind, was sie ordinari steigendt: und fallendt: gesell jährlichen der Herrschaft dienen.

Kotelsbrunn : Unterthanen allda : Ganzlehner................21

                                                         Halblehner ................51

                                                         Hofstadten..................17

Pannwein : Wird ihnen fürgelegt 40. Eimer.

Ein Schafhof allda : Darinen werden Schafe gehalten 1900 Stück........

Herrlichkeiten :........Das Pfarr und Kirchenlehen dasselbst.         

 ( 52 Seiten gebunden im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - Heimatmuseum).

 

1554 verleiht Siegmund Graf zu Dierenstein, Herr von Ebersdorf, dem Georg Hartmann I. 115 v.Liechtenstein-Nikolsburg den Zehent auf neun ganze Lehen zu Kettlasbrunn zu zwei Drittel. (OSR.Leisser - „Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39 aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.137 ).

1559 Lehensbrief des Herrn Hans Wilhelm von Raggendorf über die Kettlasbrunner Lehen auf Georg VII. 96 v.Liechtenstein. (Mistelbach Vergangenheit - Gegenwart.S.137).

 

1560 Auszug aus dem Urbar : Anzahl der Lüße Holz in Kettlasbrunn angeführt. (Faszikel  Umfang 8 Seiten

im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf im Heimatmuseum).

 

um 1580 unter Septimus (Johann Septimius) 128 v.Liechtenstein war die Einigkeit in der Gemeinde gestört, es gab Streitigkeiten zwischen Pfarrer und Gemeinde, die Zeiten waren unruhig, es gab Anzeigen, Angebereien, Klagen, Beschwerden, die in Wilfersdorf einliefen; so hieß es, daß der Pfarrer gesagt hat : „Der Septimus ist ein Heide“. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.145 ).

1582 erklärt sich die Gemeinde bereit, den Pfarrhof und die Kirche sowie alles, was dazu gehört, in gutem Bauzustand zu erhalten. Am 27.Mai wurde festgesetzt, was dem Pfarrer gereicht werden sollte : an Geld jährlich 50 fl rh., je ein Mut Hafer und Weizen, 16 Eimer Wein, 3 Luß Holz; er hat 3 Tagwerk Wiesen, 16 Joch Äcker, 3 gute Melkkühe. Dazu gab Herr Wolf 97 v.Liechtenstein : ein Mut Korn, 8 Eimer Bier, aber nur unter der Bedingung, daß die Gemeinde ihre vorher erwähnte Verpflichtung erfüllt. Die Gemeinde versprach, die Wiesen dem Pfarrer zu mähen, die Felder zu ackern und zu düngen und die Frucht abzuschneiden; dafür genoß die Gemeinde alles, was zur Kirche gehörte, und auch den Schank. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.138).

1585 berichtet Khlesl an die Regierung, daß im Dekanate Mistelbach Wolf 97 v.Liechtenstein’s Erben einen flaccianischen Prädikanten u.a. auch in Kettlasbrunn mit Namen Laurentius habe. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.138.Aus Wiedemann I,Seite 428).

1585 vermachte Wolf  97 v.Liechtenstein in einem Testament 40 fl. zur Erbauung der Schulen in Wilfersdorf, Loidesthal, Kettlasbrunn und Obersulz. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.51).

1589 Lehensbrief des Hans Wilhelm von Raggendorf über die 9 Lehen auf Georg  v.Liechtenstein (siehe 1559). (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.139).

1590 hatte Frau Hartmannin v.Liechtenstein (Witwe Hartmanns II. 118 v.Liechtenstein die Ortsobrigkeit und alle 73 Häuser inne. (Bereitungsbuch über Kettlesbrunn im NöLA- lt.Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.139).

Kettlasbrunn blieb ein Zugehör der Liechtensteiner Hft.Wilfersdorf. (Burgen u.Schlösser in NÖ.-Birken-Verlag).

 

1590 laut Bereitungsbuch besitzen ausschließlich die Liechtensteiner in Kettlasbrunn die Grundherrschaft und die Dorfobrigkeit.  Frau Hartmanin v.Liechtenstein gen Wilfersdorf (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.47 u.128).

 

1590 laut Bereitungsbuch - Die Herren von Liechtenstein haben die Ortsobrigkeit (neben anderen Grundherren)  und die überwiegende Grundherrschaft. (Ingeborg Bogner-Die liecht.Herrsch.S.46 u.49).

 

Es ist merkwürdig, daß das Dorf Kettlasbrunn nach dem Bereitungsbuch des Jahres 1590 keine anderen Grundherren als die Liechtensteiner kennt. 1795 hingegen besitzen auch die Barnabiten von Mistelbach Untertanen in Ketlasbrunn, aber nur vorübergehend : 1822 sind die Liechtensteiner wieder die ausschließlichen Grundherren. (Ingeborg Bogner: Die Liechtenst.Herrsch. S.54).

 

1596 am 24.April verpfänden die nö.Landstände dem Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg das verdoppelte (duplierte) Zapfenmaß u.a. auch in Khötlsprun. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39 aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.139 ).

1596 April 24.Wien: Die n.ö.Landstände verpfänden für jährlich 2650 fl.rheinisch an Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg, dessen Brüder und Erben das duplierte Zapfenmaß auf weitere 3 Jahre ab Georgi u.a. folgender Flecken und Oerter : Markt Wilfersdorf, Markt Mistelbach, Puelndorf, Khöttelsprunn, Lanzendorf, Eberstorff, Liechtenwart, Hausprunn, Flecken Rabenspurg, Bernhartsthall, Reinthall, Herrnpaumbgartten, Schrätenperg, Kazelstorff, Kezelstorff. (Liechtenst.Regest.-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1596 Musterregister (NÖLA,Ständische Akten): Einige Namen sind angeführt. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.46).

Nach 1600 hatte die Schafflerei 1400 Schafe, die Herrschaft verfügte über einen Ziegelofen. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.140).

1613 am 14.Juni verlieh Wolfgang Sigmund Herr zu Losenstein -Raggendorferischer Lehensträger-dem Fürsten Karl 131 v.Liechtenstein etliche Stück und Zehent zu Kettlasbrunn. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39 aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.140).

1617  hatte die Wilfersdorfer Herrschaft in Kettlasbrunn : 19 Ganz-, 52 Halblehner, 16 Hofstätt und keine Viertellehner. (OSR.Leisser .“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39 aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.140).

1617 Mai 1. gab es Schulen u.a. auch in Kettlasbrunn, worüber der Fürst Liechtenstein Patron war. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.140-aus Diss.Univ.Wien,I.Bogner,Seite 120).

 

1617 gab es im Bereich der Herrschaft Wilfersdorf acht Schulen. Das „sumarische Verzeichnis aller auf dieser Herrschaft befindlichen Kirchen, Kapellen, Pfarreien, Lokalien und Schulen vermög hochfürstl.Zirkularverordnung: 1.Mai 1617“ zählt folgende Schulorte auf :

Wilfersdorf  Patron  Fürst Liechtenstein.

Bullendorf          „       Pfarrer zu Wilfersdorf

Kettlasbrunn       „       Fürst Liechtenstein

Blumenthal         „       Fürst Liechtenstein

Loidesthal           „       Kloster Michelbaiern

Eibesthal             „       Barnabiten Mistelbach

Wetzelsdorf         „       Landesfürst

Poysdorf              „       Baron Bartenstein

Bei den Schulen in Loidesthal, Eibesthal und Poisdorf musste die Herrschaft Wilfersdorf für die Gebäudeerhaltung beisteuern. (L.A.Wilfersdorf 3. In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.120).

 

1623 bekam der Pfarrer von der Herrschaft u.a. für die Versehgänge ein Roß. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.64 und 100 fl infolge der Geldentwertung-aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.141).

1624 streckte der Fürst Liechtenstein den armen Untertanen von Köttlesprunn Korn und Hafer vor. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart S.141-lt.I.Bogner,Diss.Univ.Wien,Seite 107).Auch 1625 gleicher Text.

1625 Februar 19: Die Leute waren verarmt, litten große Not, da es an Korn und Hafer mangelte; die Herrschaft sollte aushelfen, später wollten sie alles mit Geld bezahlen. (Auch erwähnt in Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.107).

Juli : In der Rebellionszeit nahmen Freund und Feind dem Bauer die Pferde weg, auch Wagen und Vieh, zündeten die Häuser an; trotz ihrer großen Schulden verlangte man die Kontribution, dem Hans Pillwein nahm die Herrschaft 24 Joch zur Hofbreiten weg, sodaß er den Fürsten um Rückgabe des Grundes bat. Der Wein war schlecht geraten, der Baulohn war höher als der Wert der Fechsung.  (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.141).

 

1628,1629 und 1630 ließ Fürst Gundaker 139 v.Liechtenstein verschiedene Verordnungen bezüglich der Kinderlehre, des Gebetes, der Beichte und Kommunion von der Kanzel verkünden. Zuwiderhandelnden drohte er Strafen an.  (Anlaß war die Gegenreformation). (OSR. Leisser- „Kettlasbrunn im Weinviertel“. S.10).

1632 hatte Kettlasbrunn 76 fürstliche Häuser, von denen jedes 4 fl 5 Schilling 10 den., mehr 8 fl 20 den. und 1 ½ Metzen Getreide als Kontribution lieferte, das machte aus : 354 fl 40 kr, mehr 614 fl 20 kr und 3 Mut 4 Metzen Getreide. Die Leute beklagten sich beim Fürsten, daß der Pfarrer nicht predigen konnte. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.142).

1634 Die Herrschaft Wilfersdorf litt mehr als die anderen in der Umgebung durch die hohen Kriegslasten, sodaß der Fürst Gundacker sich bei der Regierung beschwerte. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.142).

1643 : Bei Kriegsgefahr retteten sich die Bewohner in die gut verschanzte Kirche. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39).

1645 : Im Schwedenkrieg ließen sich die Kettlasbrunner nicht herbei, das Wilfersdorfer Schloß zu verteidigen, sie flohen lieber in die Wälder. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39).

1645 im Schwedenkrieg lösten sich alle Bande der Ordnung, da die Bauern der Herrschaft keine Robot  leisteten, ungehorsam und trotzig waren; die Herrschaft traute sich nicht, sie zu strafen. Die Wohlhabenden waren schon längst in Wien. Das Jägerhaus plünderten die Schweden aus und führten alles auf Wagen weg gegen Obersulz. Zweimal brandschatzte der Feind die Orte der Wilfersdorfer Herrschaft, auch die kaiserlichen Soldaten raubten und plünderten, sodaß die Bauern ganz verzagt und mutlos wurden; besonders arg trieben es die Ungarn, welche unmenschlich hausten. Die Leute zahlten die kaiserliche Steuer und die schwedische Kriegskontribution, sodaß sie verarmten. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.143).

1648/49 schuldete die Gemeinde der Herrschaft 116 Metzen Korn, 126 Metzen Hafer und 38 Metzen Heiden. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.144).

1657 überließ Graf Hans Ludwig von Hoyos  dem Fürsten Liechtenstein den Zehent auf 9 ganzen Lehen weniger ein Drittel (am 17.April). (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.145).

 

ca.1660 Maut - Über Kettlasbrunn : Wir haben auch eine Maut auf den Hörter Tanz, allein zu den Mistelbacherischen Jahresjahrmärkten als zu Pfingsten und Michaeli.  Es hat auch zu alten Zeiten eine Maut zu Kettlasbrunn gehabt, die kann wieder aufgerichtet werden. Ist nicht aufgerichtet. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.86).

 

1668 legte die Herrschaft im Walde einen Teich an. Wölfe waren damals keine Seltenheit. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.145).

1679 Von dem entfernten Schafflerhof wollte der Schafmeister wegziehen, da er sich vor Überfällen fürchtete. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.146).

1683 ...........Bauern sollten als Schanzarbeiter an die March gehen; die Ernte verzögerte sich, noch im Oktober,November sah man auf den Feldern Haferhäufel; Truppendurchzüge und Einquartierungen der Kriegsvölker trieben die Bauern zur Verzweiflung, daß sie mit Abwanderung drohten. Die Herrschaft mußte ihnen Brotgetreide leihen...... (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.146).

1687 Wer zum Mitmenschen „Hexenmeister“ sagte, mußte ein halbes Jahr in Band und Eisen arbeiten oder er mußte Kettlasbrunn auf ewig verlassen. 80 Bauern stürmten mit Prügeln und Hacken auf die Felder und verjagten die fürstlichen Schafe von den Saatfeldern; am 2.März zahlten sie zur Strafe 30 Reichstaler nach Wilfersdorf. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.147).

1690 Aus der Einlage über die Wilfersdorfer Herrschaft :.......Roboter von Kettlasbrunn : 19 Ganz-, 52 Halblehner und 16 Hofstätter. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.147).

1696 Weil die Pfarrkirche 2000 fl besaß, so willigte der Fürst ein, daß das Rentamt in Wilfersdorf diese Summe übernahm und mit 6 % verzinste; der Pfarrer konnte dieses Geld gegen Quittung beheben. Da der Geistliche einen Untertan, der sich gegen das sechste Gebot vergangen hatte, mit 6 fl bestrafte und das Geld für sich behielt, entzog ihm die Herrschaft die Deputatleistungen. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.147).

1698 Der Pfarrer war ein unruhiger Kopf, ein eigensinniger und rechthaberischer Mensch, der mit der Gemeinde, den Soldaten und der Herrschaft stritt; er schlug einen Dragoner ganz erbärmlich in seinem Zimmer. Der Burggraf von Wilfersdorf redete dem alten Schäfer zu, daß er sich doch von dem „Pfaffen“ nicht versehen lassen möge; auf offener Straße beschimpften, verlachten und verhöhnten die Leute den Pfarrer und kränkten ihn in seiner Ehre.... (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.147).

 

1706 : Die Kettlasbrunner hatten sich das Dorf „Oppersdorf“ seinerzeit angeeignet; in alter Zeit war in Kettlasbrunn ein Edelmannsitz (Adeliger). Der Passauer Bischof besaß in Kettlasbrunn den ganzen Zehent von 18 Feldlehen. Der Wald „Sauställen“ gehörte einst zu dem Ort Streifing. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39 aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.148).

1712 am 13. September verlangten die Untertanen von der Wilfersdorfer Herrschaft drei Freijahre, da sie durch die Truppendurchzüge, Einquartierungen, Vorspannleistungen in den letzten Jahren schwer gelitten hatten. Dem Fürsten Liechtenstein stand aber das Recht nicht zu, Freijahre zu gewähren, darum mußte er die Bitte abschlagen...... (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.149 ).

1713 Pestjahr........ Die Gemeinde schuldet der Wilfersdorfer Herrschaft 7 Metzen Weizen, 342 ¼ Metzen Korn und 249 2/4 Metzen Hafer.  Körnerpreise für einen Metzen : Weizen 1 fl 15 kr, Korn 1 fl, Hafer 36 kr, Erbsen 1 fl 30 kr, Mundmehl 3 fl, Grieß 3 fl, 1 Eimer Wein 2 fl. Der Schafmeister, der 1617 fl Schulden hatte, konnte sie nicht zahlen, auch keinen Bürgen auftreiben, sodaß ihm die Herrschaft kündigte. Die Bauern wollten ihre Pferde verkaufen, weil sie keinen Hafer hatten. Der Schüttkasten wurde gebaut und mit Ziegeln eingedeckt. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.149).

 

1713 am 13.Jänner führte der Fürst Anton Florian von Liechtenstein (1656-1721) den Körneraufgabs- Achtelfonds für die Untertanen der Herrschaften Feldsberg,Rabensburg und Wilfersdorf ein, um den Untertanen in Notzeiten eine dauernde Hilfe zu bieten. Der Bauer brachte von jedem Metzen, den er zur Aussaat verwendete, ein Achtel zur Herrschaft. So sammelte sich im herrschaftlichen Getreidespeicher Korn an, das zum Teil bei Bedarf an die Bauern ausgegeben, zum anderen Teil jedoch verkauft wurde. Der erzielte Erlöß floss in den Geldfonds, aus dem die Untertanen Darlehen erhalten konnten.

Der Wilfersdorfer Fonds umfasste die Gemeinden : Bullendorf, Blumenthal, Ebersdorf, Eibestal, Erdpress, Gross Krut, Hüttendorf, Kettlasbrunn, Ketzelsdorf, Lanzendorf, Loidesthal, Maustrenk, Mistelbach, Obersulz, Paasdorf, Poisdorf, Wetzelsdorf, Wilfersdorf, Windisch-Baumgarten.

Dieser Körneraufgabs-Achtelfonds blieb auch nach dem Jahre 1848 weiter bestehen. Der Wilfersdorfer Fonds hatte im Jahre 1901 eine Summe von 136016 Kronen in der Kasse. Die Geldentwertung der Nachkriegszeit hat auch diese segensreiche Einrichtung vernichtet. 210 Jahre lang bestand der Fonds zum Nutzen unserer Heimat und seiner Bewohner. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.107,108).

 

1719 Am 17.Jänner ersuchte die Gemeinde die Herrschaft um Erlaubnis, auf dem „Steinberg“ Weingärten aussetzen zu dürfen; doch sie gestattete es nicht mit dem Hinweis, daß die Schafweide geschmälert würde. Im April baten einige Untertanen, neben dem Weingebirge „Wachtberg“, Weingärten aussetzen zu dürfen......ein Bauernknecht erhielt im Jahr 11 fl. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.150).

1720 Das Einkommen der fürstlichen Herrschaft in Wilfersdorf in Kettlasbrunn betrug 413 fl 24 kr 1 den. und von öden Streifing 4 fl 31 kr 2 den. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.150).

1721 : Die Herrschaft hatte hier einen Kalkofen, ein Jägerhaus; die Maut wird nicht mehr erwähnt. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.39 und 66 aus Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.150

1724 die Waldaufsicht führte ein Jäger und Oberjäger; nach Georgi  sperrte die Herrschaft die Wälder für jeden Verkehr, damit das Wild Ruhe hatte. Die Gipfeldürre machte einen erheblichen Schaden....Gingen einen Bauern die Pferde ein, so schenkte ihm der Fürst eines oder lieh ihm das Geld, daß er sich eines kaufen konnte; hier hatten die Bauern schlechtes Zugvieh. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.151).

1728 am 14.November wollte die Witwe eines Hoftischlers (kaiserlichen), der hier einen Weingarten von 5 ¼ Joch hatte, diesen dem Fürsten  Liechtenstein verkaufen; er hatte 600 Kräften a’ 100 Stock, war erst 5 Jahre alt und in gutem Stande; der Preis von 800 fl war „passabel“, da die Herrschaft mehrere alte Gärten aushacken mußte. (Mistelbach Vergangenheit- Gegenwart.S.151).

 

HILFE IN DER NOT

1730 Laut Bericht vom 4.12. bekamen die Erdberger, Ketzelsdorfer, Obersulzer, Kettlasbrunner, Poysdorfer und Eibestaler Untertanen für ihre baufälligen Häuser das Bauholz zur Hälfte gratis, den anderen Teil gegen Bezahlung. (L.A.Wilfersdorf 5, 1729 bis 1730.In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.110).

 

1732 ersuchte am 8.August Michael Hayden den Fürst Liechtenstein, er solle sich dafür einsetzen, daß sein Sohn, der als Dragoner bei den Kaiserlichen dient, entlassen und heimgeschickt werde, damit er die Wirtschaft übernehme, da er wegen seines hohen Alters nicht mehr arbeiten und die Wirtschaft führen könne. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.152).

1738 Streit wegen der Äcker, die zur Kirche gehörten : 13 ¾ Joch Äcker, 2 Holzäcker, ¾ Tagwerk Wiese. Die fürstlichen Untertanen hatten diese Grundstücke aus purem Seeleneifer der Kirche vermacht. 1737 zog sie der Amtmann ein, gab sie als Pfarräcker dem Pfarrer und schädigte so die Kirche um 20 fl; seit urdenklicher Zeit hatten sie immer die Armen gepachtet gegen einen geringen Zins;........(Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.152).

1745 besaß die Gemeinde an der Schricker Grenze eine Wiese, die dem Fürsten gehörte, doch der Schricker Halter trieb das Vieh darauf. Der Amtmann Walter hatte diese Wiese der Gemeinde zugesprochen und so forderten die Kettlasbrunner die weitere Benützung dieser Wiese als ihre Viehweide. Die Herrschaft aber verlangte die Aufteilung der Wiese auf die Bauern, sodaß jeder einen Dienst reichen sollte. So geschah es auch. Die „Öde Heide“ von ehedem war eine Wiese und wurde zerstückelt. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.153).

1746 rückten am 17.Jänner die Bauern mit Prügeln und Hacken aus, um die fürstlichen Schafe von den grünen Saatfeldern zu vertreiben.Einige Tiere wurden erschlagen, andere auf die Felder gejagt, wo sie die ganze Nacht blieben. So etwas ähnliches hatte diese „rebellante Gemeinde“ vor Jahren schon gemacht.Nun waren von der „vnbändigen Gemeinde“ zwei  Schafknechte so übel hergerichtet worden, dass sie nach Feldsberg ins Spital geführt werden mussten. Die Nachbargemeinden hetzten noch fest die Kettlasbrunner auf, damit der Schafflerhof von hier wegkomme. Die Bewohner behaupteten, dass die Schafe einen großen Schaden gemacht hätten, weil die Felder trocken und staubig waren, dass der Amtmann einen Kettlasbrunner geschlagen, einem anderen einen Rückenstoß versetzt und einen Ratsbürger eingesperrt habe. Von nun an sollte der Schafmeister die Tiere nur bis 9 Uhr früh auf die Saaten treiben. Bei der Verhandlung war die Gemeinde so „turbulent“, daß der Amtsmann häufig in Lebensgefahr schwebte.6 rebellische Bauern kamen ins Feldsberger Gefängnis, doch entwich der Rädelsführer Matthias Eichinger, obwohl er in Eisen geschlagen war. Nach einiger Zeit baten die Weiber der Eingesperrten den Fürsten, er möge ihre Männer freilassen, weil sie dringend benötigt würden; denn viel Militär marschierte durch die Ortschaft, sodaß die Männer notwendig daheim sein sollten. Der Fürst bewilligte dieses Ansuchen. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.153 und 154).

ca. 1750 Untertanenverzeichnis - Kettlasbrunn, Dorf : Herrschaft Wilfersdorf 118, Pfarre Mistelbach 4 = 122 zusammen. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.154).

1751........; der Zehent gehört nach Wilfersdorf der Herrschaft, ausgenommen 18 Lehen, die dem Passauer Lehensgut dienstbar sind. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.154).

1754 Die Gemeinde klagte, daß die fürstliche Herrschaft im Winter die Schafe auf die Saaten treibe und dadurch einen großen  Schaden verursachte; doch stellte eine Kommission  fest, daß dies nicht der Fall war, daß die Felder so ausschauen wie in Wilfersdorf. Die Herrschaft hatte das Weiderecht seit alter Zeit. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.154).

1755 erste Rekrutierung nach dem Los; wer verspielte, wurde Soldat...(Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.154).

1758 Der Kirchenvater Joseph Ritter war stetes ein pflichteifriger Mann, der auf das Wohl der Kirche schaute, die Kasse gut verwaltete und die Kirchenfelder ordentlich bewirtschaftete. Als er um Befreiung der Robot ansuchte, konnte dies der Fürst nicht bewilligen, doch ließ er ihm 6 fl aus der Kirchenkasse reichen. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.154).

 

1758 Die Kleinhäusler von Kettlasbrunn beklagen sich im Februar und April, dass die Herrschaft zu viel Steuer verlange. Sie werden jedoch vom Kreisamt angewiesen, ihre Schuldigkeit zu bezahlen, denn sie könnten sich nicht im mindesten beklagen. (L.A.Wilfersdorf 5, 1752 bis 1759. In Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.137).

 

1764..........Im Gemeindeschankhaus hatte die Wilfersdorfer Herrschaft einen eigenen Weinschank von Georgi bis Michaeli.....(Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.155).

Seit 1770/71 sind die Häuser numeriert ! (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.46).

 

1781 Abbruch der alten Sebastianikapelle wegen Baufälligkeit. 1789 Einweihung der neuen Wallfahrtskirche. (OSR. Leisser -“Kettlasbrunn im Weinviertel“. S.14).

 

1785 Subrepartition Uiber die unterthaenige Haeuser, und Zugehoerungen der Hochfürstlich- Liechtensteinischen Majorat Herrschaft Wilferstorf  im Erzherzogthume Nieder Oesterreich des Viertls unter dem Mannhartsberge de ao 1785 Einlags Numerus 39. Bei Kettlasbrunn - Ca.159 Namen bzw.Häuser angeführt.

 (Umfangreiches Werk, gebunden- aus dem Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - im Heimatmuseum).

 

1787 war das Schulgebäude sehr feucht, wenigstens ein neues Schulzimmer sollte gebaut werden. Die Wilfersdorfer Herrschaft, die auch der Patron war, hatte die Materialien herbeizuschaffen und die Handwerker zu bezahlen. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“).

1791 Die Gemeinde zählt 137 Häuser; der Fürst Liechtenstein hat hier eine Schäferei, ein Jägerhaus, 16 Ganz- und 60 Halblehner, 11 Hofstätten, 45 Patzenhäuser; das Mistelbacher Barnabitenkloster hat 2 Hofstätten und 1 Patzenhäuschen. Das ius praesentandi (Vorschlagsrecht) bei der Pfarre hat der Fürst Liechtenstein. Die Bauern sind mittelmäßig bestiftet, prozeßsüchtig, ziemlich grob und stutzig....Die Herrschaft besitzt ein Versorgungshaus (=Spital) in Wilfersdorf und Mistelbach.......Die Zugroboter führen die Fechsung von den Wiesen und Feldern, den Zehent nach Wilfersdorf; die Handroboter besorgen die Erntearbeit......der Dorfrichter sammelt das Robotgeld ein und trägt es in das Rentamt nach Wilfersdorf...Kettlasbrunn hat 139 Häuser, 136 fürstliche Untertanen, 643 Seelen und 66 Pferde.  (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart. S.158 und 159 ).

1793 ließ der Fürst von Liechtenstein nahe der Kirche (auf dem Kirchenberg), ein einklassiges, ebenerdiges Schulhaus bauen (Haus Nr.31). (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel S.54 damit Beginn eines regelmäßigen Schulbesuches.Leisser S.66-67).

Der Grundherrschaft  oblag auch die Steuereinnahme teils in Geld, teils als großer Zehent von den Früchten des Feldes (Getreide, Wein, Hanf, Flachs9 und kleiner Zehent von den Erzeugnissen des Hauses (Gänse,Hühner,Eier,Käse,Wachs). Ferner mußten die Untertanen Hand- und Zugdienste leisten (Robot genannt). (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.47).

 

1795 In Kettlasbrunn verbleibt noch die Dorfobrigkeit, die Grundobrigkeit muss geteilt werden. (Ingeborg Bogner:Die Liecht.Herrsch.S.51).

 

1795 haben laut Topographischen Landschematismus die Liechtensteiner in Kettlasbrunn die Ortsobrigkeit, (neben anderen Grundherrschaften).(Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.53).

 

1795 Nach dem Landschematismus übte die Liechtensteinische Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht aus. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.134,135).

 

1803 In der Schäferei waren veredelte Schafe, die eine ausgezeichneteWolle fieferten. Der Fürst hatte sie aus Spanien bringen lassen.Die Schweizer Rinder verbesserten auch die Viehzucht. Darin zeigte die Herrschaft großes Verständnis und sie war auch für die Gemeinden eine gute Schule. Nur lernten die Bauern wenig,  weil sie „stutzig“ waren. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.159).

1809 Franzosenzeit. Die Soldaten stahlen, aber auch die Kettlasbrunner, die der Herrschaft 42 Schafe nahmen. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.160).

1817...... Die Besitzer der Wilfersdorfer Herrschaft übten seit urdenklicher Zeiten das Patronatsrecht aus. Der Patron bezahlte immer die Handwerker und das nötige Material......Schulhaus...Patron ist der Fürst Liechtenstein, der auch die gesetzlichen Proffsionistenarbeiten bezahlt.....(Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.160).

 

1822 nach dem Topographischen Landschematismus besitzen die Liechtenstein die Ortsobrigkeit und die ausschließliche Grundobrigkeit. Kettlesbrunn -  Zugehörig zur Herrschaft Wilfersdorf (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.55).

 

1822 Nach dem Landschematismus besass die Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht. (Ingeborg Bogner-S.136).

 

1843 wird das Haus Nr.69 als Jägerhaus ausgewiesen. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.67).

1785 scheint ein Joh: Georg Schrifnagl ? auf Nr.69 auf (Liste siehe unter 1785 - oben angeführt)

1843 Das Jägerhaus (Nr.69) ist entbehrlich, da im Meierhof Platz für den Jäger und Weidjungen wäre. Das Haus schätzte man auf 400 fl. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.162).

 

Bis zum Jahre 1848 übte die Herrschaft Wilfersdorf das Landgericht, die Orts- und Konskriptionsobrigkeit aus. (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.40: Robot, Zehent aufgehoben; die Gemeinde bekam die Jagd; die herrschaftlichen Gerichte stellten ihre Tätigkeit ein. Leisser S.67).)

1848 Robot, Zehent aufgehoben. Die Herrschaft verlor das Recht der Blumensuche, die Jagd bekam die Gemeinde. Die herrschaftlichen Gerichte stellten ihre Tätigkeit ein. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.162).

1860 Der Brünner Forstinspektor besichtigte die Wälder und tadelte den mangelhaften Betrieb, das schlechte Unterholz ist auszuhacken, bessere Samen zu verwenden, Waldwege ausbessern, gute Brücken bauen, Baumschulen anlegen; Stieleichen, Kiefern und Lärchen aussetzen, Forstpersonal abbauen. (Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart.S.162).

 

Nachdem die alte Orgel kaputt und deshalb 1888 abgetragen worden war, spendete Fürst Johann (es II.) 289 von und zu Liechtenstein im Jahre 1900 für die Ortskirche eine neue Orgel. Sie wurde von der Wiener Firma Swoboda & Brauner geliefert und hatte zwölf klingende Register, zwei Manuale und Pedal. In der Mechanik ist die Röhrenpneumatik angewandt. Die Orgelweihe fand am 24.Juni 1900 statt und schloß mit einem musikalischen Segen, welchen Josef Kabasta (Regenschori in Mistelbach) leitete und mit dem Loblied „Großer Gott“ schloß. (OSR Leisser -“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.18).

1931 wurde die Kirche außen gestrichen und das Dach repariert. Die Kosten trug Fürst Liechtenstein, die Zufuhren aber mußte die Gemeinde leisten. Kosten . S 4.200,- (OSR Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel.S.21-22).

 

Die zum Gute Wilfersdorf gehörigen Patronatsobjekte

 

Gemeinde             Dobermannsdorf Kirche                                   u. Pfarre

                „              Nieder-Absdorf    Kirche                                   u. Pfarre

                „              Ringelsdorf           Kirche (ohne Turm)            u.Pfarre

                „              Katzelsdorf          Kirche                                   u.Pfarre

                „              Reinthal                Kirche                                   u.Pfarre

                „              Bernhardsthal      Kirche                                   u.Pfarre

                „              Wilfersdorf           Kirche                                   u.Pfarre

                „              Kettlasbrunn        Kirche (oberer Teil des       u.Pfarre

                                                               Turmes  der Gemeinde)

                „              Hausbrunn           (Kirche ohne Turm)            u.Pfarre

                „              Alt-Lichtenwarth Kirche                                   u.Pfarre

 

 (Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 136 bis139).              

 

 

1938 am 8.11. Besetzung der Pfarre in Kettlasbrunn : „ Auf das erledigte Pfarrbeneficium in Kettlasbrunn geruhen Seine Durchlaucht den hw.Herrn P.Karl Schilling, Provisor in Kettlasbrunn zu präsentieren, an welchen das beiliegende Präsentierungsdekret zuzusenden ist. (Brief der Liecht.Zentral-Direktion Olmütz II.)

 

Bis 1978 übten die Fürsten von Liechtenstein aus Wilfersdorf die Schutz - und Schirmherrschaft über die Patronatspfarre Kettlasbrunn aus. Die finanzielle Ablöse erfolgte allerdings erst 1986. (OSR. Leisser- „Kettlasbrunn im Weinviertel“. S.17).

 

Die Namen der Ortsbewohner scheinen schon vor Jahrhunderten in Untertanenverzeichnissen der Herrschaft Wilfersdorf, aber auch in Urbaren (historische Grund- und Zinsbücher),in Maissauer Herrschaftsakten, in Liechtensteinischen Archiven, im Theresianischen Kataster, in Verzeichnissen kirchlicher Lehensherren usw.auf.

Haus Nr.132 - Gutshof- 1835 Schafmeister,1885 10 Knechte mit Familien und Schaffer, 1996 Ruso-Pawelka  (OSR.Leisser-“Kettlasbrunn im Weinviertel“.S.95).

Haus Nr.217- Jagdhaus – Jonasch

Haus Nr.218- Meierhof (leer)

Haus Nr.219- Detto

Haus Nr.220-Detto

Haus Nr.221- Detto

Haus Nr.222- Detto 

 

Hegerhaus Kettlasbrunn 217 – laut Kontenordner 1956 der Forstverwaltung Liechtenstein im Museumsarchiv.

 

Forsthaus Kettlasbrunn 161 – laut Kontenordner 1956 der Forstverwaltung Liechtenstein im Museumsarchiv.

 

 

Für Kirche und Pfarrhof war der Fürst von Liechtenstein bis 31.12.1968 als Patronatsherr zuständig.

(Schreiben der Gutsverwaltung vom 23.7.1970. A rchiv Huysza).

 

Im April 1950 sind als Bewohner des Gutshofes angeführt –

14 arbeitende Männer

16 arbeitende Frauen

  8 nichtarbeitende Familienmitglieder

31 Kinder bis 14 Jahre

 

Als Beschäftigungen sind im April 1950 angeführt –

1 Oberschweizer

2 Traktorführer

1 Nachtwächter

8 Pferdekutscher

1 Taglöhner männlich

10 Taglöhnerinnen

6 Schweizerinnen

 

22 Wohnungen waren im April 1950 bewohnt

 

Im August 1950 werden auf der Lohnliste 30 Saisonarbeiter geführt.

 

Die Tätigkeit wird hauptsächlich mit „Mandel aufstellen“ bezeichnet.

 

Angestellte im August 1950

1 Ökonomieverwalter (Prinz Alfred von Liechtenstein)

1 Oberschaffer (Franz Hochmeister)

1 Adjunkt (Vinzenz Kraus)

1 Adjunkt (Johann Göstl)

 

 

Gutshof Kettlasbrunn:

Verpachtung an Peter C. Lichtmayer als Gestüt Kettlasbrunn 222.

Im Herbst/Winter sind Arbeiten zum Bau einer Trabrennbahn im Gang.

 

 

Beliebte Bubenbeschäftigung am Gutshof Kettlasbrunn war das „Mistlackenreiten“.

Durch die Jauchegrube wurde durchgeritten, dass sich der Schmutz an den Pferden lösen konnte, damit die Reinigung der Tiere leichter geschehen konnte.

(Mitteilung Josef Besau- Besau Opa- am 4.4.2004)

 

Der Schulweg der „Hofkinder“ – führte vom Gutshof Kettlasbrunn schräg über die Äcker bis zur Brücke beim jetzigen Sportplatz. Die Bauern haben den Weg (Steig) nicht durchgeackert. Wenn es jedoch passiert ist, wurde er vom verursachenden Bauern gleich wieder festgetreten.

(Mitteilung Josef Besau- Besau Opa- am 4.4.2004)

 

 

 

Sagen, Schwänke und andere Volkserzählungen aus dem Bezirk Gänserndorf -

Beiträge für den Unterricht-Folge 20. Hans Hörler. Gesammelt von der Lehrerschaft des Bezirkes 1951.

Seite 40 - Nummer 79 : Die Hussiten in Zistersdorf :

Die Hussiten waren einmal nach der Plünderung der Stadt schon zum Abzuge vorbereitet, als ihr Anführer Hlavil auf den Einfall kam, die Bewohner zusammenrotten zu lassen und sie vor ihn zu führen. Hlavil sprach zur zitternden Menge :“ Ihr Österreicher liebt den Tanz, darum sollt ihr vor mir tanzen.“ Darauf befahl er seinen Soldaten, den Gefangenen die Fußsohlen blutig zu peitschen, ließ die Pfeifer aufspielen und zwang die Gequälten zum Tanz. Als diese ohnmächtig zusammenfielen, sprengten die Hussiten hohnlachend davon.

Zehn Jahre waren vergangen. Eines Tages erschien vor dem alten Stadttore ein wahnsinniger Bettler, der mit schäumendem Munde im Staube des Weges an derselben Stelle tanzte, wo vor zehn Jahren die Zistersdorfer vor den grausamen Hussiten tanzen mußten. Ältere Leute erkannten in dem alten Bettler den einstigen Hussitenführer Hlavil, den die Vergeltung noch in diesem Leben überrascht hat.

Die Örtlichkeit, wo der grausame Tanz stattgefunden hat, liegt auf der Gaiselberger Höhe neben der Hochstraße, und zwar bei der Abzweigung des Weges nach Kettlasbrunn. Der Volksmund nennt sie immer noch der harte Tanz, Salat, Hartes Gericht und Hürtertanz.

 

Sagen :

Der „Huetter Tanz“ bei Kettlasbrunn - irrtümlich „Harter Tanz“ genannt - war die Stätte eines Tanzes der Weinhüter, durch den sie die Fruchtbarkeit der Weingärten vermehren wollten.

In Nordmähren sagten die Bauern in der Faschingszeit:“ So hoch die Mädchen beim Tanz springen, so hoch wächst auch der Flachs im kommenden Jahr.“ Flurnamen im Weinlande“v.Franz Thiel in Heimat im Weinland, Jg.1968, S.436).

 

Quellen : Burgen und Schlösser in NÖ. Birken-Verlag.“Vom Bisamberg bis Laa/Thaya“. Seite 153.

                Brief der Fürst Liechtenstein’schen Zentral-Direktion Olmütz II. v.8.11.1938.

                Jacob von Falke : Die Geschichte des Fürstlichen Hauses Liechtenstein. Band I. Seite 452.

                Derselbe            : Detto. Band II. Seite 31.

                OSR.Willibald Leisser: Kettlasbrunn im Weinviertel. „Ein Wallfahrtsort seit der Pestzeit“.

                Mistelbach Vergangenheit-Gegenwart. Band 2.

                Schreiben der Gutsverwaltung vom 23.7.1970. A rchiv Huysza.

                Ingeborg Bogner: Die Liechtensteinischen Herrschaften und ihre Untertanen in der Nordostecke von       NÖ. 15.- 19.Jhdt.

 

 

Samstag 13.11.2004 – 17 bis 19 Uhr Schadensbehebung durch Johann Hammermüller. Bei Planierungsarbeiten wurde ein Draht der Freileitung abgerissen. Neuer Mieter (Gestüt) – auch Errichtung einer Trabrennbahn.

Autor: Hans Huysza

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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