Čeština English Deutsch

<< Září >>
Po Út St Čt So Ne
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Judenau

1701 wurde durch Fürst Johann Adam Andreas  157 von Liechtenstein vom Grafen Johann Peter von Werdenberg (od. Verdenberg) die Herrschaft Judenau, das Gut Dittersdorf und der Edelsitz Ordenthal um 256.000 Gulden angekauft.

(Geschichte des Fürstlichen Hauses Liechtenstein v. Jacob von Falke. Band II.- Seite 329).

 

Erwerbung:.............1829 folgten in Niederösterreich das Gut Hintersdorf, welches mit Judenau vereinigt wurde, vom Dr. Feistmantel, und das Gut Schönau mit Schloß und Park, welches vom Fürsten Hieronymus von Montfort (d.i. Jerome Bonaparte,  ehemals König von Wetphalen) um 148.000 Gulden gekauft wurde........( Falke III. Seite 335).

 

Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein starb am 16. Juni 1712.......

Die Fürstin Witwe (Erdmunda Maria Theresia, Tochter des Fürst Josef von Dietrichstein und der Maria Elisabeth von Eggenberg( vermählt Wien 16. Februar 1681, gest. Wien 15. März 1737, sep. Wranau) erhielt außerdem zu allem, was ihr im Heiratscontract  ausgemacht oder zu Lebzeiten geschenkt war, noch die Herrschaften Judenau und Dietersdorf, aber unter der Bedingung, sie wieder einer oder allen ihren Töchtern zu vermachen....

(Geschichte des Fürstlichen Hauses Liechtenstein v. Jacob von Falke. Band II.- Seite 354).

 

Maria Therese Antonia 165 von Liechtenstein vermählte sich am 24.10.1713 mit Emanuel Thomas Herzog von Savoyen- Carignan. Sie starb am 20. Februar 1772. Grabstelle im Stephansdom in Wien.

Nach ihrem Testament in welchem sie „Herzogin von Savoyen, Prinzessin zu Piemont, Markgräfin von Saluzzo, Gräfin zu Soissons, des heiligen römischen Reichs geborne Fürstin von Liechtenstein“ u.s.w. genannt wird, war sie damals im Besitz der Herrschaften Kosteletz, Planian, Aurzinowes, Skworetz, Kaunitz und Rattai in Böhmen, dann Judenau, Dietersdorf, welche ihr nach dem Tode ihrer Mutter zugefallen waren, und Pixendorf (Büchsendorf) in Österreich unter der Enns an und auf dem Tullner Felde.

Diese Güter, welche zusammen einen höchst beträchtlichen, schon allein ein großes Vermögen repräsentirenden Besitz ausmachten, vermachte sie, den Glanz ihres Hauses zu vermehren, dem Ältesten der damals älteren Linie und Regierer des Hauses Liechtenstein, unter der Bedingung, dass sie in den bleibenden Besitz des älteren Majorats treten, dass der Regierer sie stets seinem Nachfolger in gleicher Weise hinterlasse und, wenn möglich, es zu erreichen trachte, dass sie als Fideicommiß dem Majorate einverleibt würden.

Sie fügte aber im Testament noch andere, und zwar erschwerende, den Besitz belastende Bedingungen hinzu, auf deren Erfüllung sie aber in so bestimmter und ernster Weise drang, dass, sollte der ernannte Universalerbe, der Regierer des Hauses, sich der Erfüllung weigern oder daran zu ändern trachten, alsdann er des ganzen Besitzes verlustig gehen solle.

Für diesen Fall setzte sie in einem Codicill den Kaiser Joseph zum Universalerben ein......

(Geschichte des Fürstlichen Hauses Liechtenstein v. Jacob von Falke. Band II.- Seite362,363).

 

Um 1734 wurde die Kirche ausgebaut, die Mariensäule errichtet und ein Spital gegründet; es war dies ein Altersheim für 8 Männer und Frauen.

Den Eremiten der Umgebung wurde es bis 1782 als Kapitelhaus zur Verfügung gestellt.

Seit 1852 diente das Schloß als Erziehungsheim und wurde 1857 von den Fürsten von und zu Liechtenstein an den niederösterreichischen Waisenfond verkauft.

(„Burgen und Schlösser“- Birken Verlag- „zwischen Greifenstein und St. Pölten“- Seite37).

 

.....Auch aus den Schlössern Feldsberg, Judenau, Loosdorf und Aurinowes waren Bilder nach Wien gekommen,........

(„Die Fürsten v. Liechtenstein und ihre Beziehungen zu Kunst und Wissenschaft v. Gustav Wilhelm – 1976 – Seite 139).

 

Die Einsiedler in Geschichte und Sage:.....

3. Fr. Franz Schober: ein Bäcker, aus Öst. Geb., bedient die Schlosskirche zu Judenau, alt 54 Jahre, im Orden 27 Jahre, genießt die ganze Stiftung von der Herzogin von Savoyen.

 

11. Fr. Leopoldus Keuffel: ein Schneider aus Öst., 61 J. alt, 22 im Orden, Unterhalt wie bei Nr.3. Seite 64

 

.....Im Jahre 1750 vollzog sich die Lostrennung von den oberösterreichischen Einsiedlern.

Der Anlaß hierzu scheinen gewisse Schwierigkeiten in der Aufteilung der Stiftungserträgnisse einer Kapitalsanlage geboten zu haben, die im Jahre 1749 durch die Herrschaftsbesitzerin von Judenau, Herzogin Maria Theresia von Savoyen- Piemont, gemacht wurde....(Seite 68).

...Die Stiftungen der Maria Theresia von Savoyen, geborene Fürstin Liechtenstein, machten Judenau zum geistigen Mittelpunkt der Bruderschaft. (Seite 103).

 

Die Judenauer Einsiedlerprovinz hat zu Judenau, im Marienwallfahrtsorte Frauenhofen und zu Greifenstein noch manchen interessanten Zeugen des Wirkens der Klausner und Schulmeister.Die Schulstiftung für die Judenauer Untertanen, die 1755 errichtet wurde, gab der Bevölkerung von Grabensee bis Greifenstein würdige Einsiedler- Schulmeister.

Sie fanden sich auch mit der „neuen Lehrart“ der Felbiger- Reform gut zurecht.

Eine schöne Erinnerung an diese geistlichen Lehrer stellt der kapellenartige, runde Anbau der Volksschule in Greifenstein dar.......Seite 113.

 

......Da die Kapitelstiftung der Herzogin von Savoyen- Piemont nur 1060 fl. Betrug und der Rest als Interessenzuwachs festgestellt wurde, gingen die 1060 fl. an den Judenauer Schulfonds über, 640 fl. aber sollten den Eremiten ausgefolgt werden.

Sie wurden auch tatsächlich am 5. August 1784 kraft „Gewalt und Vollmacht“ von Anton Löfler, gewesenem Altvater, sowie den gewesenen Diskreten Franz Anton Wißer und Andreas Mayer übernommen......

Insgesamt wurden in der Judenauer Provinz bei Aufhebung der Einsiedler sechs Eremiten versorgt: vier als Normalschullehrer an den oben genannten Orten, zwei als Mesner an der Kirche zu Judenau.......Seite 115.

 

....Unter dem 14. September 1749 bekennt Richter Eckher mit sechs Geschworenen im Namen der ganzen Gemeinde zu Judenau, dass Maria Theresia, verwitwete Herzogin von Savoyen und Piemont, geborene Fürstin von Liechtenstein, zu ihren Handen eine Stiftung von 360 fl. erlegte, damit aus den Erträgnissen dieser Stiftung die Reisekosten der Einsiedler bei Besuch des Kapitels bestritten werden könnten.

Am 8. Oktober 1749 erläßt Altvater Peter das Rundschreiben das diese frohe Botschaft von Klause zu Klause trägt.

Das Original dieses Schreibens, gefertigt von den Klausnern in Nieder- und Oberösterreich, erliegt im Wiener Diözesanarchiv.

Die wohltätige Fürstin wird in besonderer Weise in die Andachtsübungen der Einsiedler eingeschlossen.

Das nächste Kapitel wird für den 14. bis 16. Juni, das ist wieder den vierten Sonntag nach Pfingsten samt den zwei anschließenden Tagen, vom Ordensdirektor P. Purchardus Pancratz nach Judenau einberufen.

Die Reisestiftung der Schlossherrin von Judenau hatte die Translokation der Konföderation von Stockerau in das Franziskanerkloster der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Neulengbach zur Folge. Das Kapitelzirkular vom 14. April 1750 ergeht bereits von dieser Stelle.

Zum ersten Judenauer Kapitel, das im herzoglichen Schlosse dortselbst stattfand, konnte Kapitelpräses Tschiderer „wegen des allzu sehr großen Wassers und anhaltenden Regenwetters“ nicht erscheinen...... Seite 148, 149.

 

Stiftsbriefe:

  1. Dezember 1750 – Der Stiftsbrief von 1750 betrifft die Stiftung einer Eremitage zu Judenau „bey der aldasigen offentlich und würckhlichen geweyhten Schloß Capellen“ samt Unterhalt für zwei Brüder.

Die Eremitage soll dort, „wo sie würckhlichen stehet samt beiden darzu außgewisenen gärteln, jederzeit auf diß seinem orth gelassen“ und bei unglücklichen Ereignissen wieder errichtet werden. Zur Subsistenz erhalten die Eremiten vom Judenauer Rent-, Kasten-, Burggrafen- und Keller- Amt (in verteljährlichen Zuschüssen) :

  1. An barem Geld „ zu erkauffung deren Fleisch, Baumöhl und anderer unentpöhrlichen Kleinern nothwendigkeiten“ alljährlich 50 fl Schein;
  2. an Naturalien : 2 Metzen Weizen, 10 Metzen Korn, 1 Metzen Erbsen, 1 Metzen Linsen, 1 Metzen Rollgerste, 30 Pfund Rindsschmalz, 2 Küffel Salz, 3 Eimer Sauerkraut, 3 Butten Süßkraut, 1 Butten Rüben, 16 Pfund Unschlittkerzen, 10 Eimer Deputat- Wein, ½ Eimer Essig, 6 Klafter weiches Holz.
  3. nebst diesem alle dritten Jahre 20 Ellen „Franziscaner Tuch, solches möge kosten, was es wolle“, woraus 2 neue Habite und 2 Mäntel zu verfertigen sind. Der Macherlohn ist aus der Rentkasse zu erlegen.

 

Nach dem Tode eines Judenauer Einsiedlers sollte auch dessen Begräbnis bezahlt werden.

Für diese Guttaten sollen alle gegenwärtigen und künftigen Eremiten täglich drei heilige Rosenkränze samt Salve Regina und Lauretanischer Litanei beten, alle Monate zweimal den Kreuzweg bei der nächst liegenden Kirche verrichten, „wo immer dessen Schmerzhafte gedächtnus öffentlich begangen werden kann“.

Von diesem Stiftsbrief wurden vier gleichlautende Exemplare hergestellt: eines für das Passauische Konsistorium, das zweite für das Landmarschallische Gericht in Wien, das dritte für das Judenauer Schlossarchiv, das vierte für die beiden Judenauer Einsiedler Franziskus Schober und Peregrinus Keuffel von denen der erste durch sein fußfälliges Bitten die Gnadenakte der Herzogin für die armen Einsiedler erwirkt hatte. Seite 159, 160.

 

Am 3. Dezember 1765 stiftete die Herzogin Maria Theresia ein eigenes Kapitelhaus zu Judenau und zwar „neben der dortigen Schuel“ in der Bindereiwerkstatt.

Diesem Zwecke sollten dienen die „ober dieser Binder- werkstatt auferbaute wohn- Stuben samt dem Oberboden, dann unter dieser lincker Hand die neu errichtete Kuchl- und Speiß – Cammer“.

Ausgenommen von diesem Kapitelhaus war der übrigbleibende Werkstattsplatz, das vorne linker Hand befindliche „Cammerl“, das rückwärtige „Höfel“ und der Binderei- Stadel.

Den Judenauer Herrschaftsbesitzern wurde aufgetragen, diese „Kapitelstuben“ zu erhalten oder im Falle der Notwendigkeit auf einem anderen Ort wieder zu erbauen.......

„Kapitelhaus“ (Eremitenstöckel)  und „Einsiedelei“ sind noch heute in Judenau zu sehen. Seite 162, 163.

 

Am 29. Mai 1781 tagte zu Judenau das sechste der dort abgehaltenen Kapitel – zugleich das letzte. Seite 169.

 

1828 übernahmen  die Fürsten Liechtenstein mit dem großen Güterkomplex der Herrschaft Neulengbach auch Turn; sie besaßen ferner die Herrschaften Judenau, Plankenberg und Totzenbach.

(Altlengbacher Chronik 1998 Seite 156).

 

1920 Die Fürsten Liechtenstein verkaufen das Schloß Neulengbach und behalten die Forste und die Ruine Altlengbach. (Altlengbacher Chronik 1998 Seite 285).

 

Judenau

( Marktgemeinde/Tulln)

 

                Nach dem Austritt der Großen Tulln aus dem Hügelland in die Ebene des Tullner­feldes fließt sie ö. am Schloß Judenau vorbei.

Die malerische Anlage umfaßt den Schloßbau, eine Kirche und die Gebäude eines äußeren Vorhofes. Dieser wird im NW und S durch gemauerte Renaissance-Torbögen abgeschlossen, die Liechtenstein‘sche Wappen d. 19. Jh. tragen; durch die Torbogen und den Hof führt die Bezirksstraße (wie in Walpersdorf. Zwischen nw. Torbogen und Schloßbrücke ein zweigeschossiger, rustizierter Kastenbau mit Laubengang im Erdge­schoß und Umgang auf Holzstützen im Obergeschoß; die Gebäude sieht man bereits auf Vischers Stich um 1672. In der Hofmitte Mariensäule aus 1726. In dem Meierhof befin­det sich heute eine Melkerschule der niederösterr. Landwirtschaftskammer. Von den übrigen Gebäuden des Vorhofes sei das ehem. Spital erwähnt, das später (bis 1782) als Kapitelhaus des Eremitenordens diente. Im SW des Schlosses hinter der Statue des hl.Donatus die 1591 auf dem Schloßwall errichtete Kirche zur hl.Dreifaltigkeit.

Ein ehem. 6 m tiefer, früher mit Wasser gefüllter Graben führt den Trakten des huf­eisenförmig angelegten Schlosses entlang. An der SO-Seite öffnet sich der Innenhof gegen den Tullnfluß, der an dieser Seite den Wassergraben ersetzt. Über den Schloßgraben führt vom äußeren Vorhof eine steinerne Pfeilerbrücke mit drei Bogen zum moderni­sierten Portal in der NW-Front des Schlosses. Nischen beiderseits des Tores und im höheren Stockwerk entbehren der Figuren. Anstelle eines Dreiecksgiebels mit Uhr und eines Dachgaupentürmchens über dem Portal der Zeit um 1835 befindet sich heute eine Attika mit steinernen Allianzwappen zwischen Frauenfiguren.

 

( Burgen u. Schlösser in NÖ, zwischen Greifenstein u. St. Pölten. Birken – Verlag 1969, Seite 33 bis 37).

 

Die pädagogische Funktion des Schlosses hat Tradition. So bemühten sich schon im 18. Jahrhundert die Liech­tensteins, die letzten Besitzer von Ju­denau, um die Hebung des Bildungsstan­des der Bevölkerung. Eremiten wurden angesiedelt, zu deren Verpflichtung ne­ben der Betreuung der Kapellen der Schul­unterricht in den Dörfern gehörte. Noch vor der Einführung der allgemeinen Schul­pflicht erfüllten also diese Einsiedler die Aufgaben der späteren Volksschule. Ge­genüber dem Schloß steht noch das Haus eines solchen Eremitenlehrers; auch das sogenannte „Kapuzinerstöckl“ — ein leider noch nicht renoviertes, mit dem Schloß verbundenes Gebäude, das einen einzig­artigen, auf Holzsäulen ruhenden Renais­sance-Umgang besitzt, — diente dem „Spi­ritualunterricht“.

Im Jahre 1857 wurde Judenau von den Liechtensteins an den NO Waisenfonds verkauft. Es entstand hier das Mut­terhaus der „Armen Schulschwestern“, die in dem Gebäude auch eine Volks- und Hauptschule betrieben. Nach dem Zwei­ten Weltkrieg mußte der Orden die Schule schließen, weil er sich außerstande sah, die hohen Renovierungskosten nach den von der Besatzung angerichteten Schä­den zu bestreiten. Danach gab es kaum noch eine sinnvolle Verwendung des Schloßgebäudes, bis der Strom der Un­garnflüchtlinge einsetzte.

Die segensreiche Einrichtung des nie­derösterreichischen Landesverbandes von „Rettet das Kind‘ in Judenau hat nun schon 35 Jahre lang sozial bedürftige und psychisch gefährdete Kinder und Jugend­liche vorbildlich betreut. Daneben wurden Millionenbeträge für die Renovierung des Schlosses durch private Spender, aber auch durch das Land Niederösterreich aufgebracht. Nach zwanzigjähriger Innen und Außenrenovierung bewahrt das Ge­bäude mit seiner prachtvollen Fassade und den imposanten Türmen getreu das Bild des alten Wasserschlosses; im Inne­ren aber leben junge Menschen in mo­dem und wohnlich eingerichteten Räu­men, die für die meisten von ihnen ein echtes Zuhause geworden sind.

Ilse Schütz

(NÖ Kulturberichte-Februar 1994, Seite 14, 15)

Autor: Hans Huysza

 

 

 

 

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

Ukaž na mapě


Komentáře mohou číst a psát pouze vybraní uživatelé




 

Rychlé odkazy

Po stopách Lichtenštejnů o.p.s.

Lichtenštejnský zámek Wilfersdorf

Knížecí dům Lichtenštejnů

Lichtenštejnské sbírky

Zpravodajské portály

Zpravodajský server Po stopách Lichtenštejnů

Knížectví Lichtenštejnsko

Lichtenštejnsko - národní správa

 

 

Bulletin

Bulletin 2012-1

Bulletin 2013-1

Bulletin 2013-2