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Guntramsdorf

www.guntramsdorf.at/

....Weniger bekannt ist hingegen die Tat­sache, daß sich in Guntramsdorf noch vor etwas mehr als 45 Jahren ein bemerkens­wertes Barockschloß befand, das sich der kaiserliche Oberjägermeister Hartmann Fürst von Liechtenstein auf den Fundamen­ten eines wahrscheinlich während der 2. Türkenbelagerung zerstörten Vorgängerbaues hatte errichten lassen. Da der be­deutende Barockbaumeister Johann Lukas von Hildebrandt einige Jahre (ab 1699) mit dem Fürstenhaus der Liechtensteiner in Ver­bindung stand, weisen ihm Wissenschafter auch aufgrund von Stilmerkmalen den Ent­wurf des vor 1711 (Jahr der Ersterwähnung) errichteten Schlosses zu. Das Schloß, ein stattliches einstöckiges, langgestrecktes Gebäude mit dreiachsigen giebelbekrönten Mittelrisaliten und zweiachsigen Eck­risaliten, wurde nach einem Brand (1751) wiedergeherstellt und von Johann Michael Peyerl als Zeugdruckerei seiner vor dem Schloß befindlichen Kattunmanufaktur ge­nutzt. Nachdem die Peyerl-Druckerei 1772 Bankrott gemacht hatte, wechselte das Schloß mehrmals seinen Besitzer.

Am Tag nach dem Einmarsch der deut­schen Truppen zur gewaltsamen Annexion Osterreichs (13. März 1938) wurde das Schloß, das damals der Familie des vorletz­ten Ministerpräsidenten der österreichisch­ungarischen Monarchie, Dr. Max Hussarek Freiherr von Heinlein, gehörte, von der deut­schen Wehrmacht besetzt. Von diesem Zeitpunkt an begann der Verfall des Bau­werkes. 1945 bewohnten das Schloß ca. 300 russische Soldaten, die es derartig devastierten, daß eine Restaurierung nicht mehr möglich war. Außerdem wurde in die­sem Jahr seine Einrichtung gestohlen. Das Barockschloß wurde 1951 abgerissen, um einer Wohnsiedlung Platz zu machen. Dabei verschwanden auch die barocke Garten­anlage und der alte Baumbestand des Parkes.

Erhalten blieb glücklicherweise der holz­schindelgedeckte Pavillon in der nordwest­lichen Ecke des ehemaligen Schloßparkes. Eine reich gestaltete zweiarmige Freitrep­pe, deren Balustradenpfeiler feines Bandel­werkornament aufweisen, führt in das Ober­geschoß des rechteckigen Gartenpavillons. Die schlichte Rahmenarchitektur der Außenwände mit Nabelscheiben auf den hohen Fensterkeilsteinen, der schlichte, klar geformte Dreiecksgiebel über dem Portal und die feinlinige Form des gebrochener‘ Mansardendaches rechtfertigen die Zuschreibung dieses Baues an Johann Lukas von Hildebrandt (Bruno Grimschitz). Der Pavillon dürfte wohl etwas später als das Schloßgebäude, also um 1715, entstanden sein.

 

Vom Pferdestall zum Kunstdenkmal

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Bundesdenkmalamt auch der Abtragung dieses durch Wetter- und Kriegseinwirkun­gen schwer beschädigten Gebäudes (von den russischen Soldaten war es als Pfer­destall benutzt worden) zugestimmt, wenn die Besitzerin, Frieda von Hussarek, die Fresken (von den Wänden abgelöst) dem Bundesdenkmalamt überlassen hätte. Stattdessen verkaufte die Besitzerin den Pavillon und das angrenzende Grundstück an den „Verein für Denkmal- und Stadtbildpflege“ in Wien. 1963 erwarb beides die Gemeinde Guntramsdorf und ließ das einzigartige Kunstdenkmal sowie die bereits stark verwitterten Fresken im Inneren stil­gerecht restaurieren. Da man bei den Renovierungsarbeiten Balusterstücke fand, konnten auch die Balustraden (Brüstungs­geländer) der Freitreppe erneuert werden.

Die Wandflächen und die Decke des durch sechs Fenster erhellten lnnenraumes schmücken farbenfrohe, reich mit Chinoiserien (Darstellungen in chinesischer Art) durchsetzte Groteskendekorationen. Die faszinierenden Fresken dürften nach 1720 entstanden sein und sind den Grotesk-Malereien des Jonas Drentwett im Hildebrandt-Gartenpavillon von Ober­siebenbrunn und im Unteren Belvedere zu Wien ähnlich. Daher werden sie dem aus einer angesehenen Augsburger Gold­schmiedefamilie stammenden Maler, der zum Künstlerkreis um Johann Lukas von Hildebrandt zählte, zugeschrieben (Grimschitz).

Uber Jonas Drentwett ist nur wenig be­kannt. Bereits in jungen Jahren zog es den 1656 geborenen Maler in die Reichshauptstadt Wien. Um die Jahrhundertwen­de hielt er sich in der königlichen Freistadt Qdenburg (Sopron) auf, von wo er 1701 auf Betreiben der einheimischen Maler ausgewiesen wurde. In Wien bewohnte er das Haus „Zur goldenen Schale“ in der Josefstadt (heute Wien 8, Lange Gasse 33).

Drentwett arbeitete u.a. in Preßburg (Weltgerichtsfresko im Rathaussaal), im Schloß Schönborn bei Göllersdorf sowie für Prinz Eugen, in dessen Palästen (Winterpalais Himmelpfortgasse, Oberes und Unteres Belvedere in Wien) er nachweislich Fresken ausgeführt hat.

Dann verschwanden die Spuren des Hofmalers von Prinz Eugen. Wann und warum er Wien verließ, ist unbekannt. 1736 taucht sein Name in offiziellen Schriften.................

( NÖ – Kulturberichte 7/8 – 1997 – Juli / August 1997- Seite 12,13 ).

 

Verschwundenes SCHLOSS KÜHNHOF

Der Vorgängerbau des bar. Schlosses, den Hzg. Albrecht III. errichten ließ und der nach dem Türkeneinfall von 1529 eventuell umgebaut wurde, hat Vischer 1672 über­liefert: ein quadr., 6gesch. fester Turm mit großer Haube und einem Dachpavillon mit Zwiebelhelm und zwei 2gesch., rechteck. Gebäuden mit einfach gerahmten Fen­stern und großen Kaminen, einer Mauer (Reste der früheren Burganlage?) und einige Wirtschaftsgebäude.

Auf den Fundamenten dieses Schlosses „Gvnterstorfr‘, wie es bei Vischer bezeich­net ist, ließ 1711 Fst. Hartmann v. Liechtenstein das bar. Schloß errichten: Auf der Rückseite eines einst im Schloß aufbewahrten Porträts des Fürsten von Peter van Roy stand: „Selbiger hat den Hof zu Guntramsdorf erbaut und die Gärten von neu­em aufgerichtet.“ Das 2gesch. Schloß war ein Iängsrechteck. Bau mit 2achs. Seitenri­saliten und einem 3achs., giebelbekrönten Mittelrisalit mit ionischen Riesenpilastern an Eingangs- und Gartenfront. Das Sockelgeschoß von je 11 Achsen an den Längs­seiten war durchgehend genutet. Unmittelbar vor dem Schloß befanden sich die „arbeitsgebäu“, die 1. Fabrik Guntramsdorfs, die „Coton fabrique“ von Johann Michael Peyerl, der 1772 Bankrott machte.

Das Schloß kam an Fst. Adam Batthyäni, der mit dem Kaiser über einen Verkauf verhandelte. Der Bau kam aber an den Marktrichter Josef Pfann und an Franz Ha­rucker, welche ihn 1782 an Josef Lepper veräußerten, der im Schloß eine „Leinwand­ und Tüchel-Druckfabrik“ einrichtete............

 

( Burgen u. Schlösser in NÖ, Zwischen Mödling, Purkersdorf und Klosterneuburg, Birken- Verlag, 2. Auflage 1988, Seite 30 bis 32).

Autor: Hans Huysza

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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