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Grosskrut

www.grosskrut.at/

1391 Auch Friedrich von Pottendorf hat später seinen Antheil an dem Erbe an Johann I. 39 und seine beiden Brüder Hartneid IV. 42 und Georg II. 41 v.Liechtenstein verkauft. Es war dies sein Theil und Recht an der Stadt und der Feste Feldsberg, die freies Eigen war, die Kirchenlehen, Kapellenlehen, Altarlehen und andere geistliche Lehen daselbst; ferner das Gericht daselbst mit Stock und Galgen, die Zehent zu Feldsberg mit ihrer Zugehörung, welche österreichisches Lehen waren; sodann sein Antheil an dem Hof zu Schrattenberg und das Holz genannt der Theim, welches ein Lehen des Bischofs von Regensburg war; endlich noch verschiedene andere Rechten und Zehnten oder Antheile daran, zu Ginzersdorf, zu Krut, zu Pottendorf, zu Reinthal, Wetzelsdorf, Walterskirchen, Erdberg, der Meierhof zu Feldsberg, ein Antheil an Drösing und an der Feste Weissenstein und die Güter Warnstein und Freidegg, alles zusammen um 11.034 Pfund 60 Pfennige. (Falke I.S.367)

 

1391 Kaufvertrag über Feldsberg : .........

3. verschiedene Gülten und Einkünfte in den Dörfern Schrattenberg, Böhmischkrut, Potendorf, Aloch, Wetzelsdorf, Walterskirchen, Erdberg, Heumad u.a. (Bretholz Urbar 1414 : Seite LX).

 

1391 erhielt Hans 39 v. Liechtenstein, der Hofmeister Albrechts III., den Zehent und Anteile von Ginzersdorf, Krut, Pottendorf, Reinthal, Feldsberg, Walterskirchen, Wetzelsdorf und Erdberg. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6)

 

1394 schenkte Hans 39 v.Liechtenstein dem Schottenstifte 60 Metzen Weizen Kruter Maß. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

 

1408 Nach einer Urkunde aus Znaim übergab Herzog Leopold auf anhalten der Aebtissin und des Convents zu Tuln die Vogtei des Marktes Böhmischkrut bei Feldsberg, den Brüdern Johann II. 50 und Heinrich V. 51 v.Liechtenstein, „daß sie denselben Markt ganz und gar vogten und schirmen, inne haben und die ganze Vogtei davon nehmen sollen und mögen, als Vogteirecht ist“. (Falke I.S.428).

dafür hatten die Vogtholden ihrem Herrn den Vogtdienst, die Robot und die Landsteuer zu reichen; manche Vogtherren besteuerten ihre Holden, dazu hatten sie ein gutes Recht. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

 

(1408) Daß nun unser Ort die Marktgerechtigkeit erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts erhalten haben soll, scheint nicht zu stimmen. Wir haben nämlich eine Urkunde  (im Liechtenstein’schen Archiv) vom Jahre 1408 und eine vom 6. Juni 1444, sowie eine vom Freitag vor Lichtmeß 1456 (Schirmbrief  des Ladislaus Posthumus), in denen vom Markt Behamisch Krud die Rede ist. Man kann also annehmen, daß Großkrut schon im 15. Jahrhundert das Marktrecht hatte und dieses nur unter Kaiser Maximilian I. erneuert wurde.

(Jubiläums- Festschrift der Marktgemeinde Grosskrut zur 900- Jahrfeier der ersten urkundlichen Nennung ihres Namens.Seite 36).

 

……Es gibt jedoch eine Urkunde im Liechtenstein’schen Archiv aus dem Jahre 1408, ausgestellt  von Herzog Leopold an die Brüder Johann II. und Heinrich V. von Liechtenstein aus der hervorgeht, dass „sie den selben Markt Böhmischkrut vogten und schirmen, inne haben und die ganze Vogtei davon nehmen sollen und mögen, als Vogteirecht ist“. Es ist daher möglich, dass Großkrut schon vor 1400 das Marktrecht besessen hat.

 

(Heimatbuch des Verwaltungsbezirkes Mistelbach, Band III, Dezember 2005, Seite 162).

 

 

Unter der Obervogtei  der Habsburger erhielten die Liechtenstein 1408 (bestätigt 1494) die erbliche Untervogtei. (Burgen u.Schlösser in NÖ.Birken-Verlag).

Bischöfe und Klöster ließen sich im Mittelalterin Rechts - und Abgabenangelegenheiten von Vögten vertreten, da sie vom Geiste ihres Amtes her und durch Kirchen - und Reichsgesetze damit nicht befaßt werden durften. Diese Vögte waren praktisch die Verwalter des Dorfes bzw. Marktes, sie leiteten die Ansiedlung der Bauern und den Anbau der Feldfrüchte, sie übten die niedere Gerichtsbarkeit aus. Streit, Diebstahl, Beleidigungen, Wild - und Fleischfrevel, Betrug waren die hauptsächlichen Delikte. Wichtig war auch die Überwachung der Naturalabgaben, der Zug - und Handdienste, die dem Kloster in Tulln zu leisten waren. (Großkrut Pfarrkirche St.Stephan in Christl.Kunststätten Österreichs, Nr.237- 1993).

 

1414 hatten die Liechtenstein einen Meierhof errichtet. (Burgen u.Schlösser in NÖ.Birken-Verlag).

1414 Nach dem Nikolsburger Urbar gehörte Krut zur Feldsberger Herrschaft; die Herren von Liechtenstein besaßen in Krut : ein Ganzlehen-der Besitzer hieß Alt Stewber-, ein Feldlehen von einem Meierhof- darinnen war ein „stolhoff“ und ein „traidchasten“- dieser Besitz stammt vom Rauchenstein. Von den Tyerna kauften die Liechtenstein 4 Halblehen und ein Ganzlehen, dann 5 Hofstätt, 4 Gwanten Ueberländ.

Die Ackerlehen zu Dorf waren öde; zu Weihnachten reichten die Vogtholden 6 Pfund den. Vogteigeld, die Hälfte des Zehentes zu Dorf und Feld, großen und kleinen nahmen die Liechtenstein, er betrug in mittleren Jahren 28 Mut a`30 Metzen. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6 , Auflistung nach dem „Nikolsburger Urbar“ im Heimatk.Beibl.Nr.7-1955-S.19).

 

1415 kaufte Heinrich V. 51 v.Liechtenstein mit seinem Vetter Hartneid V. 53 und seinen Neffen Johann IV. 57 und Ulrich 58 von Hans dem Schweinbeck und dessen Hausfrau Barbara eine große Anzahl verschiedener Aecker, Gülten und Zehnten zu Alten=Lichtenwarth, Endberg, Böhmischkrut, Schrattenberg, Steinabrunn, Drösenhofen u.s.w. (Falke I.S.433).

 

1453 13.Juli,Wien : Schiedsgerichtliche Güterteilung des Hans und Heinrich v.Liechtenstein-Nikolsburg nebst Geschwistern und ihres Geschwisterkindes Wilhelm v.Liechtenstein-Nikolsburg. Danach erhalten erstere u.a. das Schloß Feldsberg nebst Stadt und Vorstädten,Geltscheins, Garsental,Ketzleinsdorf,Potendorf,Schretenperg,Beheimischen Krut,Schirmanstorff,Allach,Reintal,Walterskirchen,Erpurkh,Wetzleinstorff,Poystorff,Hederstorff,Wilhamstorff mit ihren Zugehörungen.....(Liechtenst.Reg. in Heimatk.Beibl.Nr.5-1956-S.20).

 

 

Marienkapelle - auch Warndorfer-Kapelle......Südl. Seitenschiff mit 3 längsoblongen Jochen mit Kreuzrippengewölbe, die Rippen mit Kehlung und angesetztem, abgeplattetem Wulst sowie Wappenkonsolen, eine mit Jahreszahl 1486 bzw.Renov.1882. Runde Schlußsteine mit Reliefs Rose, Wappen (Herren von Liechtenstein ?)........ (Dehio 1990- Seite 338).

1494 Die Erbvogtei wurde durch Kaiser Maximilian dem Herrn Christoph III. 69 v.Liechtenstein über Krut bestätigt und erneuert. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

1498 bestätigt Maximilian dem Christoph III. 69 v.Liechtenstein die Vogtei über Krut,Hadersdorf,Wetzelsdorf und Wilhelmsdorf. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

1504 Nach der Erbeinigung erhält Christoph III. 69 v.Liechtenstein „getraid zehent und traidgüllt“ u.a. in Altenliechtennbarth, Hawßprunn, Bernhartßthal, Behemischenkrutt und Reintall. (Heimatk.Beibl.Nr.5-1956-S.20).

 

1537 hatten die Liechtenstein die eigenen Wiesen(= 12 Tagwerk) verpachtet um 15 fl und von den Untertanen ein Robotgeld eingehoben. Den  Weinzehent von 102 Viertel Weingärten teilten sie mit dem Pfarrer daselbst;

Zinsgetreide bezogen sie 5 Metzen „Traid“. Der Hametteich war mit 800 Schock Karpfen besetzt; die Fischzucht war ertragreicher als der Feldbau. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

 

1550 Die Liechtenstein hatten in Krut 10 Halblehner und 7 Hofstätten, von denen zwei öde waren; das Robotgeld dieser Untertanen betrug jährlich 40 fl 30 kr; vom Getreidezehent hatten sie die Hälfte (die andere bezog der Pfarrer daselbst). (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

 

1550 Vermutlich . Urbar Register- Herrschaft Wilfersdorf und Mistlbach : zu denen Erbauungen und Contracten samentlich denen Herrn von Lichtenstein zeb: zugehörig, wie viel Haußgesessene, wie viel Gewandten Aecker und wie? Viertl auf der Herrschaft sind, was sie ordinari steigendt: und fallendt: gesell jährlichen der Herrschaft dienen.

Böhmischkrut : Unterthanen allda - Halblehner.......................10

                                                            Hofstädter.........................7

                                                          Andr Hofstadt.....................2

Ordinari Michaeli Dienst : .....Die Herrschaft hat halben Traidzehend in allen Kruter solchen, und ihn andern halben Theil der Pfarrer. Bei Weinzehent ähnlicher Text.

 ( 52 Seiten gebunden im Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - Heimatmuseum).

 

1554 ....Als Beispiel sei der Bericht über das Pantaiding vom 24. April 1554 hier gebracht, abgehalten vom „Schaffer des Frauenstiftes in Tulln zu Pehaimischen Khrut“.......Für das ehrw. Gotteshaus (zu Krut) wäre das Bergrecht im Mächssentorf (ein abgekommener Ort bei Katzelsdorf) zu fordern, aber der Liechtensteiner verbiete es.

Die Kruter beschwerten sich über die Maut in Pulndorf (Bullendorf bei Wilfersdorf). Sie seien von dieser befreit, wie sie durch einen „Brief“ beweisen können. Beschwerden über die Liechtenstein’schen Untertanen, „bei denen zu zweimalen die Brunst aufgekommen, wodurch großer Schaden entstanden sei. Der Liechtensteiner hat Feinde und es seien ihm schon etliche Dörfer........in einem Jahr ausgebrannt worden.“

(Jubiläums- Festschrift der Marktgemeinde Grosskrut zur 900- Jahrfeier der ersten urkundlichen Nennung ihres Namens.Seite 38).

 

1596 April 20, Feldsberg: Kaufvertrag zwischen Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg- für sich und seine Brüder Maximilian 138 und Gundacker 139 - und Hans Bernhard Fünfkirchen zu Steinaprunn, wonach der Fünfkircher alle erbeigentümlichen Güter im Markt Poisdorf, Herrn-Baumgarten - ausgenommen die 2 Roggendorfischen Lehen - und Khrut, dann im Dorf Wilhambstorf, Maxendorf, Wezlsdorf, Walterskirchen, Reinthal, Bernhardsthal und Käzlstorf verkauft. u.a. auch Damit werden die Streitigkeiten wegen des Reinthaler Teiches bereinigt. (Liechtenst.Regesten- in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1596 am 20.April verkaufte Hans Bernhardt Fünfkircher zu Steinabrunn um 36.000 Gulden rheinisch und 300 Dukaten Leitkauf seinen Besitz im Markt „Poisdorf, Herrn Paumbgartten und Kruth, dann im Dorff Wilhalmbstorf, Maxendorf, Wezlstorf, Walterskhirchen, Reinthal, Bernhardsthal und Käzlstorf gelegen, alles für Erb und frey Aigenthumb, allein die zwei Lehen zu Herrn Paumgartten, Rogendorfferische Lehen ausgenommen“, an Karl von Liechtenstein und seine minderjährigen Brüder. (Liane Pec-Ortschronik Herrnbaumgarten.1994.S.49).

 

1596 April 22, Feldsberg : Hans Bernhard Fünfkircher zu Steinaprunn verkauft an Karl 131 v.Liechtenstein-Nikolsburg - auch für seine Brüder Maximilian 138 und Gundacker 139 - den obern und untern Freyhof im Markt Poistorff, den Freyhof im Markt Böhamischen Khruth samt Zugehör, den Freyhof zu Herrnpaumbgartten..., dann die Zehente und Dienste zu Feld und zu Dorf in Poistorf, Herrnpaumbgartten, Behamischen Khrutt, Wözlstorff, Walterskhirchen, Reinthall, Bernhartestall und Käzelstorff samt Zugehör. (Liecht.Regesten-in Heimatk.Beibl.Nr.7-1956-S.28).

 

1596 verkaufte Hans Bernhard Fünfkircher zu Steinebrunn seinen Freihof im Markt Böhmischkrut an Karl 131 und Anna v.Liechtenstein, was K.Rudolf II. 1603 durch die Verleihung bekräftigte.(Burgen u.Schlösser in NÖ.Birken-Verlag).

 

Der erste ziemlich bedeutende Ankauf, durch den Fürst Karl 131 v.Liechtenstein seinen Besitz vermehrte, geschah 1596, indem er von Hans Bernhard von Fünfkirchen die demselben gehörigen Besitzungen zu Poisdorf, Herrenbaumgarten, Kruth, Walterskirchen, Reinthal, Bernthal und Kätzelsdorf erwarb. (Falke II.S.229).

1600 Zehentstreit zwischen Pfarrer und Herrschaft, weil der Pfleger von Feldsberg den Zehent von dem „Teilfeld“ wegführte, das zum öden Dorf Einzehnbrunn (lag in der Pfarre Alt Lichtenwarth) gehörte. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

1612 Die Kruter waren in der Reichung des Zehentes sehr widerspenstig und rebellisch, da sie ihn aus dem Keller geben wollten, während ihn die Herrschaft vom Felde forderte u.z. bei der Schätzhütte. Wurde der Zehent aus den Bottichen genommen, so blieb er solange stehen, bis der Zehentschreiber erschien. Da rauchte er stark aus und verdarb oft. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.6).

1612 Eine Zehenthütte wurde errichtet, der Zehent genau beschrieben, alle Wege im Weingebirge vergraben, damit niemand den Most verführte. Der Most durfte nicht in den Bottichen bleiben, sondern sollte gleich in die Fässer gefüllt werden. Die Schaffeln und Bottiche waren stets genau anzufüllen. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

1617 Die Wilfersdorfer fürstliche Herrschaft, zu der Krut gehörte, besaß im Markte 10 Halblehner und eine öde Hofstatt. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

......1626.....In dieser Zeit wurde auch die Fleisch- und Brotbeschau in Krut eingeführt; ein Ratsbürger und ein Nachbar wurden dafür aufgestellt und sollten immer zu Quatember wechseln; den Anfang machten der Liechtensteinische Richter Matheuß Vmbfogl (ein Ratsbürger) und der Tullnerische Untertan Wolf Schwarz.       ......(Heimatk.Beibl.-Nr.7-1955-S.20

 

Im Banntaiding vom 26.Februar 1628 sind im Marktgericht unter anderen angeführt - Balthasar Grueber und Matthias Umbfogl  (Fürst Liechtensteinischer Grundrichter)......(Heimatk.Beibl.Nr.8-1955-S.24).

 

1631Adam Königsberger - angesetzter Marktrichter - beklagt sich über den Liechtensteinischen Untertanen Mert Wisinger in Krut, daß er ihn „mit bösen Worten angetastet“ habe. Dann brechen die Protokolle ab - das Protokollbuch 1631 - 1640 fehlt. (Heimatk.Beibl.Nr.8-1955-S.24).

1632 gab jedes fürstliche Haus an Kriegskontribution(17 waren es in Krut) 4 fl 5 Schilling 10 den, mehr 8 fl 20 den und 1 ½ Metzen Getreide; das machte aus für Krut : 79 fl 20 kr, mehr 137 fl 25 kr und 25 2/4 Metzen. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

1637 verkaufte Karl Ernreitter von Hofwill und Hauskirchen dem Fürsten Maximilian 138 v.Liechtenstein 10 behauste Untertanen in Böhmisch Krut, die an Hauszins reichten 5 fl 3 Schilling, Urbaräcker zu Böhmisch Krut, die 7 fl 3 Schilling 36 Pfennig zinsten und den Getreidezehent zu Palterndorf = 15 Mut schweres Getreide und 1 Mut Hafer. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

1641 In Krut hatte die fürstliche Herrschaft 6 Roß=, 9 Handroboter, je 10 Männer und 10 Frauen mit 4 Knaben und 3 Mädchen, aber keine untertänige Inleute ohne Hausbesitz. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

1642 hatte die Wilfersdorfer Herrschaft 6 Roß= und 11 Handroboter. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

1644 nahm die Wilfersdorfer Herrschaft den Zehent von Haus zu Haus, doch gaben die Leute nur den schlechtesten Most, so daß die Herrschaft lieber das Geld nahm; die Zehenthütte stand weit draußen im Feld. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

1645 versteckten sich die Bauern in Erdställen, vergruben das Getreide und die Schätze, zeigten sich gegen die Herrschaft widerspenstig, verweigerten die Robot, ließen die Felder unbebaut liegen, sodaß der Fürst keinen Zehent bekam;.......häufig droschen die Soldaten den Bauern auf dem Felde das Getreide aus, sodaß der Fürst seinen Untertanen Getreide leihen mußte;.... Bei dem Friedensschluß bot Krut ein trauriges Bild; die fürstlichen Häuser waren „völlig öd“, die Besitzer schuldeten dem Fürsten 11 Metzen Korn und 39 Metzen Hafer. (Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

 

......1646.....Im Juni des Jahres beschwerten sich Richter und Rat gegen den Ratsbürger Johann Kasimir Riglhofer, daß er zweifelhaften Leuten Unterschlupf gewähre. Mathias Schwarcz brachte gegen die Liechtensteinischen Unterthanen vor , sie verkaufen heimlich Wein, wovon sie den Täz nicht bezahlten (den Täz hatte die Marktgemeinde in Bestand, hatte also an seiner ordnungsgemäßen Abrechnung Interesse; Schwarcz scheint die Geschäftsführung gehabt zu haben).    ........(Heimatk.Beibl.Nr.8-1955-S.24)

1647 Bericht des Pfarrers Johann Warndorf : Von Feldsberg hatte er bis 1647 kein Getreide bekommen........Schon 1646 hatte er kein Deputat erhalten, weil die Feldsberger Herrschaft selbst keines besaß....Nochmals wandte er sich an den Fürsten mit der Bitte, ihn mit Geld statt des Deputateszu entschädigen..........(Heimatk.Beibl.Nr.2-1955-S.7).

 

Vom 21.Juni 1649 ist unter anderen als Ratsbürger bekannt : Mathiaß Hoyß (Liechtensteinischer Untertan und Grundrichter),......(Heimatk.Beibl.Nr.10-1955-S.31).

1651 beklagte sich die Aebtissin des Tullner Klosters, daß die fürstliche Herrschaft und auch der Kruter Pfarrer das Getreide von den Feldern ohne Ursache weggenommen hätten und daß die Bauern mit ihren eigenen Pferden den Zehent nach Wilfersdorf führen mußten........Zwischen den fürstlichen und Kloster Untertanen gab es wiederholt Reibereien. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

1653 Zehent für die Wilfersdorfer Herrschaft : Weizen 44 Schock 20 Garben, Korn 39 Schock, Gerste 27 Garben. Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

1654 zählte man noch neun öde Häuser der fürstlichen Untertanen. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

1655 Die ersten Reifenpressen in den Kellern tauchten auf. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

 

.....Vom 18.Januar 1656 wird dieser bezeichnet als Mathiaß Hoyeß (Liechtensteinischer Richter).....(Heimatk.Beibl.Nr.10-1955-S.31).

 

Um 1660 hatten die Liechtensteinischen Untertanen von Böhmischkrut, Wetzelsdorf, Bullendorf und Lanzendorf zusammen einen Rekruten zu stellen. (Hans Spreitzer-“Aus der Vergangenheit von Lanzendorf“ in Mistelbach/ Vergangenheit- Gegenwart Band 2-Seite 23).

 

Um 1660 ........Den Zehent teilten sich die Wilfersdorfer Herrschaft und der Pfarrer (je die Hälfte). Die Grundholden widersetzten sich einige Male, erschienen mit Hacken, Hauer und Prügeln bewaffnet,schimpften die Zehenteinnehmer, stießen sie und bedrohten sie mit Gewalt. Da verstanden die Kruter keinen Spaß. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

1660 fürstlicher Weinzehent = 90 Eimer 35 Maß.

1661 fürstlicher Weinzehent = 195 Eimer 29 Maß 1 ½ Seidel. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

1662 - Die Armenpflege wurde den Gemeinden überwiesen, die zu dem „Einlegersystem“ griffen; die fürstliche Herrschaft unterstützte ihre Armen mit Geld und Getreide. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

1667 Die Landsteuer der fürstlichen Untertanen betrug = 6 fl 28 kr.

Mit Bullendorf, Wetzelsdorf und Lanzendorf stellten die Kruter zusammen 1 Rekruten.

? fürstliche Roboter gab es im Markte : 3 Roßroboter, die wöchentlich 1 Tag und 28 Fußroboter, die auch in der Woche 1 Tag roboteten und 14 Handroboter, die wöchentlich drei Tage arbeiteten.

Die Meister mußten der Zunft beitreten......Schneider in Wilfersdorf..... (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

1672 besaß die Wilfersdorfer Herrschaft hier : 12 Gwanten Äcker, 18 Tagwerk Wiesen, 1 Mühle; außerdem war hier ein „Freihof“.  (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.10).

 

1691 gaben die Kruter einen schlechten Zehentwein. Der Hametteich diente noch immer der Fischzucht, hatte aber manches Jahr sehr wenig Wasser.  (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

Um 1700 Die Wilfersdorfer Herrschaft hatte in Krut 10 Halblehner und 1 öde Hofstatt.

1700 Die Kloster Untertanen ließen die fürstlichen bei den Gemeinderechnungen nie zum Wort kommen, sie duldeten keine Widerrede; deshalb beklagten sich die letzteren. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

1713 Gegen die Pest gab die fürstliche Herrschaft Anordnungen. Die Häuser der Kranken sind zu sperren. Die Wohnungen mit Kronawettholz ausräuchern.............(Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

 

1713 am 13.Jänner führte der Fürst Anton Florian von Liechtenstein (1656-1721) den Körneraufgabs- Achtelfonds für die Untertanen der Herrschaften Feldsberg,Rabensburg und Wilfersdorf ein, um den Untertanen in Notzeiten eine dauernde Hilfe zu bieten. Der Bauer brachte von jedem Metzen, den er zur Aussaat verwendete, ein Achtel zur Herrschaft. So sammelte sich im herrschaftlichen Getreidespeicher Korn an, das zum Teil bei Bedarf an die Bauern ausgegeben, zum anderen Teil jedoch verkauft wurde. Der erzielte Erlöß floss in den Geldfonds, aus dem die Untertanen Darlehen erhalten konnten.

Der Wilfersdorfer Fonds umfasste die Gemeinden : Bullendorf, Blumenthal, Ebersdorf, Eibestal, Erdpress, Gross Krut, Hüttendorf, Kettlasbrunn, Ketzelsdorf, Lanzendorf, Loidesthal, Maustrenk, Mistelbach, Obersulz, Paasdorf, Poisdorf, Wetzelsdorf, Wilfersdorf, Windisch-Baumgarten.

Dieser Körneraufgabs-Achtelfonds blieb auch nach dem Jahre 1848 weiter bestehen. Der Wilfersdorfer Fonds hatte im Jahre 1901 eine Summe von 136016 Kronen in der Kasse. Die Geldentwertung der Nachkriegszeit hat auch diese segensreiche Einrichtung vernichtet. 210 Jahre lang bestand der Fonds zum Nutzen unserer Heimat und seiner Bewohner. (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.107,108).

 

1719 baten sieben fürstliche Untertanen, welche die 7 öden Häuser am grünen Anger aufgebaut hatten, den Fürsten Liechtenstein um seinen Beistand, damit sie die zu ihren Häusern gehörigen Hausgründe erhalten, die nun die Tullner Untertanen in Besitz hatten. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

 

1719/20 In der Flur „Wartberg“ , der sonst ein Steinbruch war, setzten die Bauern Weingärten aus und zahlten für einen 2 fl dem Wilfersdorfer Hauptmann und 30 kr dem Schreiber. Für sechs Jahre bekamen sie einen „Freizettel“ und brauchten in dieser Zeit keinen Zehent und Bergrecht geben..... (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

1722 Einkommen der Wilfersdorfer Herrschaft von Krut = 114 fl 49 kr. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

1723 Der fürstliche Zehentwein = 315 Eimer kam nach Rabensburg. Die im Schwedenkrieg verlorenen Hausäcker  sollte die Wilfersdorfer Herrschaft einlösen . (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

......1725 Der Fürst Liechtenstein sollte den Markt in Bestand übernehmen. (Heimatk.Beibl.Nr.3-1955-S.11).

1727 Brände- ....Die Herrschaft gab ihren Untertanen billiges Holz und gewährte ihnen 3 Freijahre (frei von den Herrschaftsabgaben). (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955 -S.14).

1728 Schlechter Wein. Die fürstliche Herrschaft konnte ihn nur als „Bannwein“ ausschenken. Der Pfarrer teilte den Wein = und Getreidezehent mit dem Fürsten;...Nun kamen beide Zehentherren überein und bauten eine Hütte. Der Fürst gab das Material, der Pfarrer deckte sie mit Stroh ein....(Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.14).

 

Herzogin Maria Theresia 165 vermählte Herzogin von Savoyen.. 1735 begann sie den Bau einer neuen Pfarrkirche zu Schwarzkosteletz. Als er 1737 vollendet war, ließ sie die Kirche von Wiener Künstlern mit Gemälden und plastischem Schmuck ausstatten. Auch die Gemeinde zu Krut erhielt eine neue Pfarrkirche, welche 1739 begonnen wurde. (Falke II.S.361).

1739 Die Fürstin Maria Theresia  165 von Liechtenstein, die mit dem Prinzen Emanuel von Savoyen vermählt war, baute in Krut die Kirche (oder erweitert?). Die Fürstin war eine wohltätige Frau (gestorben 1772). (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.14).

 

Maria Therese Antonia 165 v.Liechtenstein. Geb.11.Mai 1694 in Schwarzkosteletz. Vermählt in Schwarzkosteletz am 24.Oktober 1713 mit Emanuel Thomas Herzog von Savoyen-Carignan (geb.8.Dez. 1687, gest.28.Dez.1729 in Wien). Maria Theresia gest. 20.Februar 1772, bestattet in St.Stephan in Wien. (Wilhelm-Stammtafel 5,XVI-8).

 

 

1749 gaben die Wilfersdorfer und Bullendorfer vom Türkenweizen den Zehent. In Krut baute man damals auch Hanf an. (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.14).

1752 Zehentstreit....Als der Dechant von der Klage zurücktrat, begab sich der Marktrichter Georg Antoni nach Wilfersdorf, um hier im Sinne der Gemeinde zu verhandeln. Von allem,was angebaut wurde, war der Zehent zu entrichten u.z.nahm der Fürst und der Dechant je die Hälfte; auch vom Brein,Linsen und Hanf hatte der Bauer Zehent zu geben, so auch vom Türkenweizen, wenn er im Weingarten gebaut wurde, da er ja dem Boden des Herrn die Kräfte entzog. (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.15).

1756 kaufte der Fürst Wenzel 243 von Liechtenstein 7 Untertanen dem Kruter Pfarrer ab.(4 wohnten in Walterskirchen und 3 in Wetzelsdorf). (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.15).

1764 Nach Wilfersdorf roboteten von Krut : 11 Hofstätter wöchentlich 2 Tage, 20 Hofstätter(halbe) wöchentlich einen Tag, die Inleutstübler nichts, fürstliche untertänige Seelen gab es im Markte 153; von der Robot befreit waren die Richter. Fußrobot leisteten die 31 Untertanen und zahlten 68 fl 15 kr noch Robotgeld. (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.15

1779 6.Oktober Der Fürst Liechtenstein wurde gebeten um 20.000 Mauerziegel für den Schulbau,24 Stamm mittlere Föhren, 4 Stück Eichen und um ein Deputat für den Schulmeister; dieses bewilligte er 1780; es bestand in 2 Metzen Kuchelspeis und 6 Fahrtln Klaubholz. (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.15).

 

1785 Subrepartition Uiber die unterthaenige Haeuser, und Zugehoerungen der Hochfürstlich- Liechtensteinischen Majorat Herrschaft Wilferstorf  im Erzherzogthume Nieder Oesterreich des Viertls unter dem Mannhartsberge de ao 1785 Einlags Numerus 39. Bei Bömischkruth -  Ca. 32 Namen bzw.Häuser angeführt.

 (Umfangreiches Werk, gebunden- aus dem Herrschaftsarchiv Wilfersdorf - im Heimatmuseum).

 

1791....Die fürstliche Herrschaft gab ihren Robotern Brot, das die Bäcker buken und bei der schweren Arbeit auch Fleisch und Wein........Die Robot erfolgte bei tunlicher Witterung, das Robotgeld sammelte der Richter ein und führte es in Wilfersdorf ab. (Heimatk.Beibl.Nr.4-1955-S.15).

 

1795 Nach dem Topographischen Landschematismus haben die Liechtensteiner in Böhmischkrut nur mehr die Grundobrigkeit. (Nicht mehr die Ortsobrigkeit).(Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.53).

 

1822 nach dem Topographischen Landschematismus haben die Liechtensteiner in Böhmischkrut nur mehr die Grundobrigkeit  (neben anderen Grundherren). (Ingeborg Bogner:Die Liechtenst.Herrsch.S.55).

Ortsobrigkeit : Herrschaftssitz Böhmischkrut und Walterskirchen. Weiters Besitz der Herrschaften Rabensburg und Wilfersdorf. (Ingeborg Bogner : Seite 125).

 

Die zum Gute Wilfersdorf gehörigen Patronatsobjekte

 

Gemeinde             Dobermannsdorf Kirche                                   u. Pfarre

                „              Nieder-Absdorf    Kirche                                   u. Pfarre

                „              Ringelsdorf           Kirche (ohne Turm)            u.Pfarre

                „              Katzelsdorf          Kirche                                   u.Pfarre

                „              Reinthal                Kirche                                   u.Pfarre

                „              Bernhardsthal      Kirche                                   u.Pfarre

                „              Wilfersdorf           Kirche                                   u.Pfarre

                „              Kettlasbrunn        Kirche (oberer Teil des       u.Pfarre

                                                               Turmes  der Gemeinde)

                „              Hausbrunn           (Kirche ohne Turm)            u.Pfarre

                „              Alt-Lichtenwarth Kirche                                   u.Pfarre

 

Gebühr an alljährlich auf Grund bestehender Verpflichtungen zur Erfolgung gelangenden Fundationen:

Gut Feldsberg, österr.Teil.

 

Pfarre Grosskrut: für Jahre mit ungerader Jahreszahl -

                               50,14 hl = 3810 kg Weizen, 100,38 hl = 6826 kg Korn, 53,13 hl = 2390 kg Hafer

                               für Jahre mit gerader Jahreszahl -

                               57,04 hl = 4358 kg Weizen, 114,83 hl = 7808 kg Korn, 53,13 hl = 2390 kg Hafer.

 

Laut Bundesgesetz vom 2.Juli 1929 Nr.232 über die Ablösung der an Kirchen und Pfründen zu leistenden Naturalleistungen bildet das Ablösungskapital den 25-fachen Betrag der ermittelten Jahresleistung.

(Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 136 bis139).               

 

1929 Liechtensteinbesitz in der Gemeinde Großkrut :

3,2882 ha Acker Bon.3 - alles unter Oekonomieverwaltung. (Seite 29,30).

(Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 16).

 

1929 Liechtensteinbesitz in der Gemeinde Harrersdorf:

6,9552 ha Acker           Bon.1-2 - alles unter Oekonomieverwaltung (Seite 29,30).

 (Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 21).

 

Die Gerichtsbarkeit :

1741 wurde der Praezeptor (= Schulgehilfe) Johann Adam Hößmann vom Marktrichter unter dem Verdacht eines Diebstahls im Rathaus festgenommen und ins Landgericht nach Wilfersdorf eingeliefert.

In einem Beschwerdeschreiben an die n.ö. Regierung beteuerte Hößmann seine Unschuld; das bei ihm gefundene Geld habe er sich „durch Musik schwer genug verdient“.

In fraglicher Nacht, in der der Diebstahl verübt wurde, sei er nachweisbar gar nicht in Krut gewesen.

Schulrektor Johann Georg Rupprecht bestätigte, er habe Hößmann vor zwei Jahren als Kantor und Schulgehilfe Aufgenommen; Hößmann sei immer fleißig und ordentlich gewesen.

„ ‘s Kruter G’richt“, „die gewöhnliche hohe Richtstätte von Khrudt“ (1615),...kommt ihr dort wieder einmal vorbei, denkt an das Ende der „Lalefizpersonen““... Enthauptet... gerädert... am Galgen... Denkt auch an „ Eisen und Banden“, an die „scharfe Frag“ (Folterverhör); und denkt auch an die, die ihm entkamen. Alle tot...alle Staub...(„Criminalia der Herrschaft Böhmischkrut“v. Hans Spreitzer nach den Klosterakten Tulln, Faszikel 3 im Staatsarchiv Wien. In Heimat im Weinland Nr.1, 1955. S.4).

 

 Der Galgen des einstmals landesfürstlichen Marktes Böhmisch Krut steht nicht ohne Grund an exponierter Stelle, für jedermann sichtbar und auffällig: Missetäter, die dort aufgeknüpft wurden, blieben lange hängen, und ihre in dieser windigen Gegend sachte baumelnden Leiber sollten umherziehendes Gesindel abschrecken.

                In der Ortschronik steht von der letzten Hinrichtung zu lesen:

Ein Doppelmörder namens Michael Pokorny aus Hianowitz in Mähren wurde am

8. November 1742 zum Tode verurteilt. Leicht sollte ihm das Ende nicht werden: Er kam unter das Richtrad, mußte aber noch erleben, daß er mit glühenden Zangen in die Brust gezwickt wurde, bevor am Galgen endlich alles vorbei war. ( Alfred Komarek „Weinviertel“ Tauchgänge im grünen Meer 1998).

 

Von der alten Gerichtssäule:

Bei den Gerichtsäckern, an der Lundenburgerstraße, steht aus altersgrauer Zeit, als noch ein Untervogt hier die Gerichtsbarkeit - mit Ausnahme des Blutbannes - ausübte, der Galgen, bzw. die Gerichtssäule, an welcher einst die Hinrichtungen vollzogen wurden.

Blättern wir in der Ortschronik, so finden  wir auch den Letzten, der an dieser gruseligen Richtstätte den Henkertod gefunden hat.

Dort heißt es : „ Am 25. Juni 1742 hat Michael Ponkorny, Wagner aus Hianowitz, Mähren, einen Doppelmord an dem hiesigen Wagnermeister Georg Preier, bei welchem er samt seinem Sohne aus alter Bekanntschaft übernachtet hat, und seiner Dienstmagd begangen, um sich des vorhandenen Geldes (12 fl.) zu bemächtigen. Ponkorny wurde verfolgt und noch am selben Tag zu Hianowitz festgenommen und nach Großkrut (damals Böhmischkrut) abgeführt, wo er am 8. November zum Tode verurteilt und gerädert wurde.

Während des Weges zum Richtplatz wurde ihm bei dem Hause der Gemordeten mit glühenden Zangen die Brust gezwickt. Der Sohn des Gerichteten, welcher der Hinrichtung beiwohnen mußte, wurde auf mehrere Jahre zu Zwangsarbeiten in Raab verurteilt.

Ponkorny war der letzte, welcher in Böhmischkrut bei der Gerichtssäule hingerichtet wurde.“

(Jubiläums- Festschrift der Marktgemeinde Grosskrut zur 900- Jahrfeier der ersten urkundlichen Nennung ihres Namens.Seite 39,40).

 

Die Gerichtssäule an der Straße von Großkrut in Rich­tung Katzelsdorf verkam zum Schandfleck. Verschie­dene Initiativen, das Denk­mal mit freiwilligen Helfern

zu restaurieren, scheiterten. Jetzt hat die Gemeinde eine Lösung gefunden. „Das Bun­desdenkmalamt hat uns eine Förderung zugesagt“, so Gemeindeamtslejter Franz Brinninger. Die einzige noch erhaltene Gerichtssäule im Weinviertel hat eine grausa­me Geschichte: Die letzte Hinrichtung fand 1742 statt. Damals wurde hier ein Wagnergeselle wegen Mor­des gerädert und aufgehängt.

Die Säule ist nicht mehr im Urzustand erhalten. „Bei einer früheren Renovierung wurde sie so verändert, dass sich niemand mehr hier auf­hängen kann. Dadurch soll­ten Selbstmorde verhindert werden“, erklärt Brinninger.

(Bezirksjournal- Bezirk Mistelbach, Oktober 2004, Seite 6).

 

Kirche Großkrut

Baugeschichte der Pfarrkirche zum hl. Stephan in Großkrut von Friedrich B. Polleroß

im Jahrbuch für Landeskunde von NÖ- Neue Folge 48/49- 1982/83.

 

 

Quellen : Burgen und Schlösser in NÖ. Birken-Verlag.“Vom Marchfeld bis       Falkenstein“.Seite 133 und 134

                 Jakob v.Falke- Die Geschichte des Fürstl.Hauses Liechtenstein-Band I. Seite 367,428,433

               Jakob v.Falke- wie oben- Band II. Seite 229,361

              Dehio 1990 - Seite 338

              Heimatkundliches    Beiblatt. Nr.7.- 1955 - Seite 20.“Das Marktgericht von Böhmischkrut“ v. Hans Spreitzer.

                Heimatkundl.Beiblatt. Nr.8 - 1955 - Seite 24 . Gleiches Thema wie oben.

                Heimatkundl.Beiblatt Nr.10 - 1955 - Seite 31 . Gleiches Thema wie oben.

                Heimatkundl.Beiblatt Nr.2 - 1955 - Seite 6. „Zur Geschichte von Groß-Krut“ v. Franz Thiel.

                Heimatkundl.Beiblatt Nr.2-1955-Seite 7

                 Heimatkundl.Beiblatt Nr.3-1955-Seite 10.

                 Heimatkundl.Beiblatt Nr.3-1955- Seite 11.

                Heimatkundl.Beiblatt Nr.4-1955-Seite 14.

                Heimatkundl.Beiblatt Nr.4-1955-Seite 15.

                Heimatkundl.Beiblatt Nr.7-1955-Seite 19.

                 Grosskrut Pfarrkirche St.Stephan : Christliche Kunststätten Österreichs, Nr.237- 1.Auflage       1993(Bibl.Huysza).

                Ingeborg Bogner: Die Liechtensteinischen Herrschaften und ihre Untertanen in der Nordostecke von                     NÖ. 15.- 19.Jhdt.

                Berthold Bretholz:  Das Urbar der Liechtensteinischen Herrschaften Nikolsburg....aus dem Jahre             1414.

 

Die Datei befindet sich in Arbeit. Die Zusammenstellung kann daher nicht als vollständig angesehen werden.

Der Gemeinde Großkrut gewidmet, als Dank für die gute berufliche Zusammenarbeit im Rahmen der EVN.

Hans Huysza  -  Gründer und Leiter des Heimatmuseums Wilfersdorf mit der Geschichte des Fürstlichen Hauses Liechtenstein.

21. Februar 1997 (nicht vollständig übergeben)

Weihnachten 1997 Ausdruck an Familie Macho. (nicht vollständig übergeben)

Autor: Hans Huysza

 

Objekt: Obec
Stát: Rakousko
Země/kraj: Dolní Rakousko

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